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Die neue Welt · 1927-12-02 · Heft 11 (2.12.1927) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
1 (1927)
Issue
Heft 11 (2.12.1927)
Date
1927-12-02
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. II DIE NEUE WELT SeiteT und Arbeltsfähigkeit dieser Gesellschaft stark beeinträchtigt Um nun das überaus wichtige und wertvolle Korrespondenzmaterial des Archivs der Gesellschaft vor dem Verfall zu retten, hat die Sekretärin und Schriftstellerin Elga Ohlsen das gesamte Archiv der jüdischen Nationalbibliothek in Jerusalem geschenkt und bereits nach Palästina befördert, pas Archiv enthält äußerst wichtiges Dokumentenmaterial, insbesondere zur Geschichte der Friedensverhandlungen, der Entstehung des Palästinamandats und der Balfour-Deklaration. Das landwirtschaftliche Museum. Aus Jerusalem wird gemeldet: Es verlautet, die Zionistische Exekutive in Palästina habe der Palästinaregierung den Vorschlag unterbreitet, daß die Regierung das landwirtschaftliche Museum der Exekutive, das eine reiche Sammlung der palästinensischen Flora und Fauna enthält, in ihre Verwaltung übernehme. Die Regierung hat dem Vorschlag zugestimmt. Die Ucbernahme bedeutet für die Zionistische Exekutive eine jährliche Ersparnis von mehreren 100 Pfund. Ein deutscher Anthropologe in Palästina. Seit einiger Zeit weilt in Palästina der hervorragende deutsche Gelehrte Professor J. L. Klan z, einer der Schöpfer der Psychoanthropologic. Er stellte in Jerusalem anthropologische Untersuchungen an. Friedhofschändung auch in Palästina. Araber (haben auf dem jüdischen Friedhof der Kolonie Beer Towija, südlich von Gcdera und Rechoboth, vier Grabsteine zerstört. Palästinafragen vor dem Unterhaus. In der Unterhaussitzung vom 22. November fragte KenAvorthy (Arbeiterpartei) den Unterstaatssekretär für die Kolonien-nach dem Charakter des palästinensischsyrischen Zollabkommens. Er wollte wissen, ob die syrische Verwaltung ein Recht habe, Zölle auf von Palästina nach Syrien eingeführte Fertigwaren zu erheben. 0 r m s b y« ' Gore erwiderte: Gemäß dem Abkommen von 1921, das noch in Kraft ist, sind nach Syrien edngeführte Waren palästinensischen Ursprunges zollfrei. Ein neues Abkommen ist erst im Stadium der Erwägung. Auf die weitere Frage Kenworthys, ob nach dem neuen Entwurf palästinensische Waren in Syrien zollpflichtig sein werden, erwiderte Ormsby-Gore: Da die Angelegenheit mit der französischen Regierung besprochen wird, halte ich es nicht für angemessen, ins einzelne gehende Ausv künite zu erteilen. Der gleichfalls der Arbeiterpartei angehörende Dep. Wtdgwood erkundigte sich über den Stand der Palästina-Anleihe und den Zeitpunkt des Beginnes des, Hafenbaues in Haifa. Ormsby-Gore erklärte, nicht in der Lage zu sein, über die Anleihe Auskunft zu geben. Er teilte mit, daß sich im vorigen Monat eine Vermessungskoimmission nach Haiia begab, um einen spezifizierten Plan des Hafenbaues auszuarbeiten. Auf die Bemerkung Wedgwoods, daß durch die Verzögerung der Allleihebegebung die Eisenbahn- und Hafenarbeiten verzögert werden und dadurch die Arbeitslosigkeit steigt, erwiderte Ormsby-Gore, es würden die Arbeiten nicht verzögert; die Anleihe werde zu einer für die Placierung der Bons günstigen Zeit begeben werden. Präsident Weizmann in Deutschland. Am 26. November fand in Berlin eine Aussprache zwischen dem Präsidenten Weizmann und dem Außenminister Dr. Stresemann statt. Der Minister erkundigte sich, wie die JTA. berichtet, eingehend über die Gesamtlage des Zionismus und über die Pläne der Zukunftsarbeit in Palästina. Er anerkannte, daß das jüdische Aufbauwerk ein eminentes Friedenswerk sei und gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß das Zusammenleben mit den Arabern sich friedlich gestaltet. Es wurden noch andere Probleme im Zusammenhang mit dem Völkerbundsmandat über Palästina berührt. Zionistisches Landeskomitee für Oesterreich. Die Fortsetzung des zionistischen Delegiertentages findet am Samstag den 3. Dezember um 7 Uhr abends im Vereinsheim der Sektion VI—VIII, Villi., Bennoplatz la, statt Die Delegierten werden ersucht, pünktlich und zuverlässig zu erscheinen. Die roten Delegiertenkarten sind ®öltig. Da Gastkarten nur in beschränktem Ausmaß ausgegeben werden können, bitten wir die Gesinnungsgenossen, sich rechtsseitig vorzumerken. Auflösung der Vereinigung „Bar-Giora". Die Vereinigung zionistischer Hochsohuler aus dem Königreich S. H. S. „Bar-Giora", die seit der im Jahre 1902 erfolgten Gründung durch 50 Semester ehrliche zionistische Arbeit leistete und der Bewegung in 5. H. S, eine bedeutende "Zahl von. führenden zionistischen Arbeitern gab, wurde, wie uns seitens der Vereinigung mitgeteilt wird, laut GeneraJversammlunfrsbeschhisses vom 14. November 1937 aufgelöst. Entscheidend für die Maßnahme war die* Tatsache, daß durch, die wirtschaftlichen Verhältnisse die Zahl der jüdischen Hochschüler aus §. H. S. in Wien auf ein Minimum gesunken ist und hiedurch die „Bar-Giora" ihre Existenzgrundlage verloren hat. Die Bibliothek mit Archiv wurde dem Verband der jüdischen Jugendvereine -im Königreich S. H, S, übersendet. Ein Aufruf der zionistischen Exekutive. Ein Fonds für politische Arbeit. . Die zionistische Exekutive in London übersendet uns einen an die organisierten Zionisten gerichteten Aufruf, in dem es heißt; Die Vollendung des ersten Jahrzehnts seit der Veröffentlichung der Balfour-Deklaration, die wir erst vor einigen Tagen in Gegenwart ihres edelsten Verfassers feiern durften, hat sicherlich viele zum Nachdenken darüber veranlaßt, daß, so befriedigend auch der Fortschritt ist, den wir seither erzielt haben, doch noch eine recht lange Strecke eines schweren Weges vor uns liegt. Unser Werk, der Aufbau Palästinas, beruht auf politischer Grundlage. Die Balfour-Deklaration, mit deren Hilfe wir unser nationales Aufbauwerk in Palästina verrichten, ist ein politisches Instrument und wir müssen es uns angelegen sein lassen, politische Mittel zur Hilfe zu nehmen, um unsere Bewegung vorwärts zu bringen und zu stärken. Wir müssen bemüht sein, die politischen Kreise und die öffentliche Meinung im ollgemeinen über unsere Ziele und Leistungen zu informieren und aufzuklären. Es muß leider gesagt werden, daß unsere durchaus erfolgversprechenden Anstrengungen auf diesem Gebiete vielfach durch den Mangel der uns zur Verfügung stehenden Mittel gehemmt wurden. Nur zu oft waren wir verhindert, Aktionen durchzuführen, die im besten Interesse unserer Bewegung gelegen wären. Dieser unerwünschte Zustand muß ein Ende finden. DieExekutivchatdarum bese h 1 ossen, e i n e $ neuen Fonds, d c n „F o n d s für politische Arbeit" ins Leben zu rufen. Die Exekutive betrachtet die Aufgabe einer großzügigen Aufklärung der öffentlichen Mein u n g in den verschiedenen Ländern als so e n tscheidend im Interesse einer ununterbrochenen und gesunden Entwicklung unserer Bewegung, daß sie es auf sich nehmen zu müssen glaubt, an die Zionisten heranzutreten mit einem Appell zur Darbringung neuer Mittel im Wege des „Fonds für politische Arbeit". Es kommt dazu, daß der Schekel — das Symbol der Zugehörigkeit zu unserer Bewegung —, sowie der goldene Schekel, der als Zusatz gedacht ist, sich sogar in Kongrcßjahren als ungenügend für unsere Zwecke erwiesen haben und an sich einer Ergänzung durch neue Einnahmen bedürfen. Anstrengungen in dieser Hinsicht sind in den letzten Jahren in verschiedenen Ländern versucht worden. Diese Bemühungen müssen jetzt systematisiert und auf alle Länder ohne Ausnahme ausgedehnt werden. Wir wenden uns daher an die ausführenden Organe unserer Landesorganisationcn und Sonderverbände mit dem Ersuchen, die Sammlungen für den „Fonds für politische Arbeit" in ihren Ländern sofort aufzunehmen und uns über das Ergebnis ihrer Bemühungen ehestens zu berichten. Nahum S ok o 1 o w, Präsident der Zionistischen Exekutive. Cbaim Wcäzma n n, Präsident der Zionistischen Organisation. Koren Kaietneth. Im Sinne der letzten Besprechung aller Keren Kajemcth-Kommissäre findet am Somitas, den 4. <1. M., halb 7 Uhr abends im großen Saale des Jüdischen Zentrum, II., Untere Aiizartenstraße 35, eine Versammlung aller*an der Leerung beteiligten Personen statt. Bei dieser Gelegenheit werden referierenHerr Dr. E. M. Zweig, Vertreter des Hauptbureaus Jerusalem, über „Erinnerungen aus der Gründungszeit des Keren Kujemetli" und Herr Dr. Chaim Tartakower Uber „Bemerkungen?.ur praktischen Keren iKajemeth-Arbcit". — Am Dienstag, den 6. d. Ml, 5 Uhr nachmittags, findet in den zionistischen Bureaus (l., KärntncrstraUe 28) eine Besprechung der Keren Kajemetli- Kommissärinnen der zionistischen Frauengruppen Wiens statt. Gegenstand' der Beratung ist das Arbeitsprogramm für das Jahr 5688. Gediegenste Ausführung Billigste Preise haben den Ruf unseres Hauses begründet I Elegante Mantel, Kleider, Kostüme etc. nach Original Parisei Modellen in unseren Ateliers hergestellt MWli II KRÜPHIK MIJBVII.Kaiserstr.115 mm MW n OTMMV Kerne f.calci MHi Führendes und größtes Spczialhaus Oesicrrc>crn OLSO Sprechapparate I., BELL ABI ASTRASSE NR.12 Unser Spezial-Kofter-Apparat auf 6 Monatsraten zu 50 Gr. •s*» Stets großes Lager in erstkl. Sprechappara« ten, Ultraphonen und neuestcnSchlagerplatten Unanständig e Berichterstattung. Die Berichterstattung: über den letzten Wiener Zionistentag hat vielfach Formen angenommen, die einer Zurückweisung (bedürfen. Daß die offiziösen zionistischen Organe und einige Beamte der Weltorganisation es zum System erhoben haben, die Opposition nicht sachlich zu bekämpfen, sondern'durch Entstellungen und persönliche Angriffe auf die Führer zu verunglimpfen, ist leider seit langem festzustellen'. Ebenso ist festzustellen, daß diese unfaire Art immer intensiver wird, je stärker die Argumente der Opposition in der zionistischen Bewegung zur Geltung kommen. Auf zwei charakteristische Fälle sei hier verwiesen. In der Berliner „Jüdischen Rundschau" stellt der Waener Korrespondent 1. tli., ohne hiefür auch nur den Schatten eines Beweises .zu liefern, die radikalen Führer als hinterlistige Heuchler und Intriganten dar, welche aus persönlichem Rachegefühl heraus Menschen politisch unmöglich -machen. Er schreibt: „Die Radikalen haben ihrem Mitgliedc Dr. Leo Goldhammer die Erlaubnis verweigert, die Präsidentenstelle anzunehmen. Die Radikalen „schützten" zwar vor, daß sie als Minorität den Präsidenten nicht stellen wollen, in Wirklichkeit aber konnten c i n i g e i hrer, Führer Dr. Goldhammer nicht verzeihen, daß er während der Parlamentswählen den Sozialdemokraten gegenüber eine versöhnlichere Politik eingeleitet hat." Das ist ein Musterbeispiel tückischer, (bübischer Verleumdung. Ich bin Führer der Wiener Radikalen und für deren Politik verantwortlich, und frage meine schärfsten politischen Gegner, ob Hinterhältigkeit und Intrigantentum meine Spezialitäten sind. Es tut mir leid, daß ein Blatt vom Range der „Jüdischen Rundschau" seine Spalten so mißbrauchen läßt und seine Mitarbeiter nicht genauer auf Reinlichkeit prüft. Der zweite Fall betrifft die Prager ^„Selbst wehr". Dort hat Dr. Egon Michael Zweig über den Wiener Parteitag berichtet. Er stellt, wieder ohne Beweis; die von mir geführten Radikalen als Störer jeder Anbeit dar und sagt: „Dabei 'beherrschte Stricker — zum Unwillen der Mehrheit unumschränkt die .Morgenzeitung'," Das ist eine Lüge. Ich habe, Vor Beginn der Gruppierung im Wiener Parteilager, und zwar im Hertost 1925, meine Steile in der Leitung der „Wiener Morgenzeitung" — für deren Einstellung iöh damals plädierte, weil ich kerne Möglichkeit sah, das Blatt zu halten — niedergelegt und seither nicht den geringsten Einfluß auf die Redaktion und Verwaltung genommen. Ich habe allen Partciinstanzen und allen interessierten Zionisten wiederholt hievon Kenntnis gegeben. Obzwar Dr. Zweig jetzt nur vorübergehend als Sekretär, der Jcrusalemer Nationalfondsleitung in Wien weilt, kann, er nicht behaupten; geirrt zu haben, also fahrlässig eine Lüge verbreitet zu haben. Ich selbst habe ihm wiederholt von der Lösung meines Verhältnisses zur „Mörgerizeitung" Mitteilung gemächt. Den so begonnenen Bericht schließt Dr. Zweig damit, daß <sr die „Radikalen" der Sabotage jeder Arbeit beschuldigt und ihnen förmlich mit dem Hinauswürfe droht. Er sagt mit Hinweis auf die Radikalen: „Die große Mehrheit der österreichischen Zionisten kann jedenfalls eine, weitere Sabotierung der Arbeit nicht dulden,." Im Namen des Klubs der österreichischen Radikalen, der, wie auch von gegnerischer Seite immer zugegeben wird, die treuesten, erprobtesten und opferwilligsten Gesinnungsgenossen zu seinen - Mitgliedern zählt, weise ich diese dreisten und verleumderischen Ausfälle zurück. Robert Stricker. Abordnung des Weltmisrachi in Amerika. Eine Abordnung der' Weltorganisation Misrachi, bestehend aus den Rabbinern Mehr Berlin, J. L.. Fischmann und -dem Hauptrabbiner von Tel-Awlw Berwäon Usiel, ist in New York eingetroffen. Sie wurden von hunderten Rabbinern und MisrachirFreunden herzlich empfangen. Die Abordnung wird in den Vereinigten Staaten für die Schaffung eines Fonds für MisracM-Arbeit in Palästina wirken, Die Autonomie Transjordaniens. Im englischen Unterhaus wurde dieser Tage bekanntgegeben, daß demnächst ein Gesetzentwurf vorgelegt werden soll, der die Autonomie Transjordawens regelt.

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