Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 1 (1927)
- Issue
- Heft 8 (11.11.1927)
- Date
- 1927-11-11
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seife* DIE NEUE WELT Nr. 8 PELZWAREN jeder Art in feinster Ausführung billigst bei GEBRUDER BRAININ Wien, IL, Glockengasse 8, Tetephon 45-4-33 deren Ausnutzung beobachtet werden und daß die Erträgnisse weder irgend einem einzelnen Juden noch irgend einer Gesellschaft von englischen NichtJuden, sondern dem Land und dem Volk zugute kommen. Der Völkerbund würde einer Ausbeutung eines Haupt» äktivums von Palästina nur dann, zustimmen, wenn dies tm Interesse des Landes geschieht. Britische Gerechtigkeit und britische Vernunft würden nicht einen Akt billigen, der dem Geist der Balfour^Deklaration und des Mandats widerspräche, seihst wenn die zionistische Führerschaftund die Zionistische Organisation dazu schweigen würden. Dr. Wise kam dann noch auf einen Artikel des „Manchester Guardian" zum 'zehnten Jahrestag der Balfour-Deklaration zu sprechen. In diesem Artikel bemerkt das vornehme englische Blatt, daß noch kein Jahrestag der Balfour-Deklaration mit weniger Enthusiasmus begangen worden ist als dieser, und daß die Juden Palästinas über viele Maßnahmen der Regierung ernste Klage führen und besonders durch den Abschluß des palästinensisch-syrischen Handelsabkommens, das nach ihrer Ueberzeugung viele industrielle Unternehmungen der Zionismen in Palästina ruinieren muß, in Bestürzung geraten sind. Der Hinweis auf dies Abkommen, sagte Dr. Wise, zeugt von Einsicht und Mitgefühl. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder widmet die britische Regierung1 den wirtschaftlichen Notwendigkeiten Palästinas keinerlei ' Beachtung oder unsere Repräsentanten in und äußerhalb des Landes lassen es an der notwendigen Intelligenz und Festigkeit fehlen. . Man soll nicht Palästina als Kronkolonie, noch dazu ohne die Vorteile einer solchen behandeln. Mag die zionistische Führerschaft in London glauben* ohne die Mitarbeit der Ziönisten anderer Länder mit den Schwierigkeiten fertig werden zu können; ich glaube nicht, daß sie dies kann. .-'••'., Miß Henriette szold, die Prtsidentin der Hadassah und Mitglied der Z i o n i s'ti.s o h e n E x e k u t i V e i n Palä;s ti n a, hielt ^eJh^An'spfa^ ihrer Verwunderung därüta^ W e i z m a n n. bei seiner Anwesenheit in Palästina den Arbeitslosen von Tcl-Awiw •.<•■..•■■ .., v .'^:",r " eine außerordentliche Zuwendung Von 300 Pfund 1 , wöchentlich . machte, ohne vorher die palästinensisch-zionistische Exekutive zu befragen. Dabei ist zu bedenken, fuhr Miß Szold fort, daß die Londoner Zionistische Exekutive nicht in der 'Lage sei, 5000 Pfund für kleine Gläubiger der .Bau« kooperative Solei Bon eh aufzubringen, wodurch die Kooperative dem Bankerott riä'he kommt. Es\wurden auf der Konferenz.Begrüßungstelegramme von Lord Balfour, Lord Cec'il, L'loyd George, nürig". Auch Matthias führte die Feder Und. wir verdanken ihniw'Währhaftig:;Wir danken .ihmj ~£eiji Ta^e'buchblatt, vdas Ich hier'anfüge:, ' „Kurz, vor dem Abzug ha't, raic;h ein vornehmer Jud zum- Mittagmahl eingeladen (er hätte unlängster Zeit eine' schöne, junge Wittib geheurath) darbey sich seihe zween mannbahre. Söhn mit ihren junget -Weibern (welche von;;Prag geb!flr)lg)\klelcnfaHs(eitig^ü'tideri.'t".; ' Ich sagte: Heunt müssen wir uns letzen oder von einander das .Urlaub nemmen;. Wer weiß, , wann wier wlderum : zusammenkommen. Darauf fingen, bemelte drey . Weiber. .bltterUch. und dermaßen zu weinen, daß mir. auch zwar wider meinen Willen, aus natürlichen Mitleiden, die Augenthränen herabliefen,' , . Ich tröstete sie so viel ich konnte: Wollet ihr allhie bey uns-und bey den euerigeh. zu verbleiben, so begebet euch in hellsambe Schoß der Christenheit und lasset euch tauffen, da könnt ihr ruhig, schlaffen. . Ihr Antwort aber war: Sie wollten sich ehender lieber lebendig verbrennen lassen, als ein Nadelstich von ihrem 'Glauben welchen. Ich, bedächte bey mir, diese verdambte Teufels Märtyrer verharrten in ihrer .Boßheit und Hartrteckigkeit, biß über die Ohren, ich wolte ehender .einen Mohren weiß machen und baden, als dergleichen jüdisches Geschmeiß von ihrem Irrthum säubern und reinigen." , Ein Denkmal, aere perennius,,. für das „Jüdische Geschmeiß bemelter drey Weiber" ist dieses Memoiren« stüpk des Herrn Matthias Abele. .. Wir wissen nicht, ob das , Blut dieser Frauen die Landstraße tränkte, oder ob ihnen .das jüdische Wanderschicksal beschied, Stammütter eines Geschlechtes z\i werden, dessen Epigonen in Eisenstadt oder Prag, Wien o4er Frankfurt, Krakau oder New.York lebein Aber, wer immer einen Tro#en Blutes der schönen Jungen Wittib,, der Jungen Weiber ihrer beldeu Stiefsöhne in den Adern hat, ist glücklich zu-, preisen. Otto Abeles. -General-Sm ü ts u. a. rh. Verlesen; ffle "das Verkatiefl 'in die Zukunft des Zionismus ausdrücken und erklären, daß wenn die Juden ihr Teil leisten, sie sicher sein können, daß Großbritannien-Sein Teil leisten werde, um die Balfour-Deklaration zu verwirklichen. Die Konferenz nahm eine Resolution an, in der die britische Regierung aufgefordert wird, ihre Politik in Palästina nach der Richtung tu ändern, daß sie von Jetzt ab die jüdische Arbeit Im Lande erleichtert und fördert, Die Konferenz spricht gleichzeitig der britischen Regierung Vertrauen und Dankbarkeit aus, unterstreicht aber energisch die Notwendigkeit einer Verbesserung der Palästina-Administration. Es wird Insbesondere die Aufmerksamkeit auf die fiskalischen Maßnahmen in Palästina gelenkt und erklärt, daß diese Maßnahmen ungerechtfertigt sind und schwer auf der Kolonisationstätigkeit im Lande lasten. •: Lipsky für die* Vereinheitlichung der zionistischen Arbeit. ( Louis Lipsky, der Präsident der Zionistischen Organisation Amerikas, sandte ein Schreiben an die gegenwärtig in Chicago stattfindende Konferenz der Partei Poale Zion in Amerika, in dem er auf die auf dem Baseler Kongreß vom Zentrum eingebrachte Resolution hinweist^ wonach die Aufbringung von separaten Fonds für Institutionen, deren Unterstützung zum Teil im Kereri-Hajessod- Büdget vorgesehen ist, zu unterbleiben hat. Da die Annahme der Resolution von den Linken und den Rechten vereitelt wurde, muß die von Poale Zion und Misrachi geführte Tätigkeit. zugunsten separater Fonds als legal bezeichnet werden. Allein da nun Poalö Zion, unterstützt von Zeire Zion, eine Aktion zugunsten des palästinensischen ArbedterfÖrt'ds aufnahm, der dazu beistimmt ist, die Arbei'terinstitut'ionen' in Palästina finanziell zu kräftigen, und da auch der amerikanische Misrachi die Absicht kundtut, i inj. diesem Jahre an die Oeffentlichkeit wegen Aufbringung eines;Fonds -von 500.000 Dollar zwecks Erhaltung der Misracbi-Jnstitutioneri zu appellieren^ so entsteht die beunruhigende Frage, w o h i a. das fü hren soll. Man kann ja dann auch der Hadassah. nicht verwehren, Fonds für ihre medizinische Tätigkeit, in Pai 'lästina aufzubringen. Dies alles kann sich auf die Arbeit für den United Palestine Appeal sehr nachteilig auswirken, und es entsteht die weitere Gefähr, daß sich einzelne Parteietjt von der Tätigkeit zugunsten des Appeal absondern wer-!- den. Es würden d r e i; o d e r, v i e r s e p a r a t e -z r o n s 11 s che O r g a n i s ä H o n e n in Amerika '-'-entstehen) von denen aber nu-r/^^ die vom; Zionistenkohgreß -übernommen '"worden .sind; zü tragen hat. Es ist an där Zeit, schließt Löüis" Lipsky^ ürfi über Pläne für die Vereinheitlichung, der zionistischen Bewegung in Amerika ernstlich zudiskutieren. Ebenso' wie alle. Parteien im Zionistenkongreß 'vereinigt sind,. dessen Beschlüsse sie als--autoritativ anerkennen,' so sollte-eine geschlossene amerikanische Zionistische Organisation bestehen, in deren Rahmen' jeder'Partei verbürgte Rechte, gewährt, werden sollen. Kommt diese nicht zustande, sö werden wir bald mit einer gegenseitigen Rivalität und -Konkurrenz zum Schaden der zionistischen Interessen-zu rechnen haben. A ■-;; , Die Chikagoer Konferenz'der' Poale Zion hat beschlossen, einen Fonds von 25.000 Dollar für politische Arbeit des Verbandes'aufzubringen, von welchem ein'Teil der palästinensischen Ächduth' riaävödah 'zugeführt''wer-, den soll. Di«, ainerikanische Poftle-ZiQii-Partei zählt gegenwärtig 5000 Mitglieder. ..' Geherai Smuts über die ... BälfötirrDeklaration^ General Smuts, der frühere Ministerpräsident -der südafrikanischen Union, schrieb das Vorwort zu einer Bro schüre, diedie s üdaf>iVa-n'f sc*e Zion i s-t ische Föderation» aus, Anlaß' des»;/zehnten Jahrestages der Balfour-Deklaration, die am 2. November 1917 verkündet wofden ist; herausgegeben hät^Bie^Balfour-Deklaration; heißt es in dem Vorwort von General Smuts, ..... . . . Ist eines der denkwürdigsten Ereignisse in der Geschichte, ihre wahre Bedeutürt^ werde erst In den kom- [ menden Jahrzehnten erkannt werden, indem sich die Idee dieser Deklaration allmählich verwirklicht und in die; Zukunft hineinwächst, wo viele andere Ereignisse in der Geschichte des großen Krieges zu einer bloßen Erinnerung verblassen Verden. Per Aufbau des jüdischen Nätionalbeims, fährt General Smuts fort, entwickelt sich hich't so dramatisch wie manche andere Schöpfung' der Friedensverträge, er .ist aber um so weniger mit Unrecht belastet und durch -Leiden geschändet^ im Gegenteil, er ruht auf der Grundlage historischer Gerechtigkeit und bedeutet einen Akt der Wiedergutmachung historischen Unrechts; er erneuert eine in der jüdischen Geschichte verankerte Hoffnung, pie Balfour-Deklaration beweist, daß die Idee der historischen Gerechtigkeit über eine Zeltspanne von Jahrhunderten hinweg -triumphiert. Vom rein menschlichen Gesichtspunkt und von der hohen geistigen Warte aus .gibt es nichts in der Geschichte, das!Eisern, Stark, Mächtig! wird Jeder Säugling und Jedes Kind, das mit I DIANA FRANZBRANNTWEIN I mit Menthol rtiaSSfert wird. Bette* häusliches Schutzmittel des Kindes. Ständig als Mundwasser zu benützen. Ueberau erhältlich I dramatischer' und bedeütertder wäre. Welche Schlußfolgerung würde <Hiob aus diesem großen Akt der Erfüllung nach 2000 Jahren Zweifel und Resignation gezogen haben!; . Die Balfour-Deklaration, schließt GeneraJ -Smuts, bedeutet eine der wundervollsten Bestätigungen des moralischen und geistigen Prinzips in den menschlichen Dingen. Zehn Jahre Balfour-Deklaration. Die Feier der österreichischen Zionismen. Am 2. November waren zehn Jabre seit der Promulgierung der Balfour-Deklaration verflossen. Die Wiener Ziönisten feierten den Tag durch eine Fe'stversammkng im Großen Konzerthaussaale, welcher dicht gefüllt war. Nach einem stimmungsvollen OrgeJpräludium, ausgeführt vom Kapellmeister Max La m p 1 (Jerusalem), hielt der Präsident des Zionistischen Landeskomitees. Herr Dr.: Leo Goldhammer, eiihe Anspräche, in der er darauf verwies, daß der politische Zionismus Von Wien' aus; seine revolutionierende Wirkung auf die Judenhedt zu üben begonnen habe/ Durch die Balfour-Deklaration sei er zum verbrieften Völkerrecht geworden. Dr. Goldhammer verwies auf die über n äf i ö'n'äTe Bedeutung des jüdischen nationalen. Befrdungs'^erkes und,. erinn^te an die Worte des' französischen ' Ministers Justin ' G o d a r t, welcher sagte: ^Hn. Werk wie dieses» ein Werfe, des Aufbaus und des Rechts, hebt mit einem Schlage alle Unterschiede au£ Jeder, der . sich ihm anschließt, empfängt ebensoyiel, als er giibt. Er wird der Verpflichtete .derer, die er verpflichtet. Wo gibt es ein besseres Mittel, um Bande zu knüpfen von Mensch zu Mensch, .von. Land zu Land?" Dr. Goldhammer verlas sodann das Begrüßungsschreiben des Wienet b r i tischen G e sandten, der wegen einer angeordneten Hoftrauer sein'persönliches Fernbleiben entschuldigt hatte; und begrüßte "die erschienenen Vertreter der . bulgarischen, tschechoslowakischen, griechischen, rumänischen und. polnischen Gesandtschaft, sowie den Präsidenten der Wiener Jüdischen Küitasgenjeinde, Herrn Hof rat Professor , Doktor Pick. Nach einer, kurzen^ hebräischen Ansprache des Herrn Dr. David Rothblum, ergriff Herr Oberrabbiner Dr. C h a j e s das Wort zur Festrede, in welcher er im wesentlichen folgendes ausführte: : , : 1 li' Der weise Greis, dessen Name die bnitische Deklaration mit Recht trage,-sei Bürgschaft dafür, daß diese Kundgebung nicht-nur ein politisches, sondern auch ein großes Dokument menschlicher Kultur. bedeutet ,Der.; Text der Balfour-Dekiarakon sei charakteristisch für die, englische Politik,, die sich niemals auf starre. For-me.ln fte stle.g e, weil das, t,ote Wort nicht die Macht haben darf, das Leben zu gestalten. Man werde in absehbaper Zeit über den Wortlaut und sind sowie über die Bedeutung der Balfour-Deklaration dicke Bücher schreiben. Anläßlich der Zehn-Jahres-Feier woll? der Redner bloß einige .kommentierende. Bemerkungen machen, die er für angebracht halte. Vor allem müsse festgehalten werden, daß det. Satz „Schaffung einer, nationalen Heimstätte in Palästina für das Jüdische Volk" Keine verschiedenartige Auslegung zulasse, sondern zweifellos die Schaffung des jüdischen S t a a t s w e s en s . 1 n t e ad l e r e» Die Vertreter aller Mächte, welche die Deklaration unterfertigten, haben so und nicht anders ihren Inhalt verstanden. Die Wendung der Deklaration: „Nationale Heimstätte in Palästina" Hätten die zionistischen Unterhändler1'lieber durch die Formel „PaIästIna a'l« nationales Heim" örse'tzt gesehöri'. Aus ' der Entstehungsgeschichte der Balfour- Deklaration gehe aber hervor, daß die elastischere Formel von,den englischen' Diplomaten nur deshalb gewählt wurde, weil die Grenzen Palästinas noch nicht feststanden und,, auch heute noch nicht feststehen. Andererseits sei der Satz, welcher den NichtJuden in Palästina „die bürgerlichen und religiösen Rechte" zusichert, nicht nach dem Wortlaut, zu bemessen, denn im jüdischen Staate werde mnn