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Die neue Welt · 1927-11-04 · Heft 7 (4.11.1927) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
1 (1927)
Issue
Heft 7 (4.11.1927)
Date
1927-11-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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' Nr. 7 DIE NEUE WELT Seite 5 Es verkittet, daß Schalom Schwarzfrart und jp<rati Hacfa Palästina übersiedeln werden. Advoka't Tor res wurde pingeladen, «ach Amerika zu kommen, um in der bevorstehenden Tagung des Amer ikanisc;h-J4fdisehcti Kongresses eine Rede zu halten. Wie es heißt, beabsichtigen jüdische Kreise in Paris, eine Zusammenkunft mit führenden Ukrainern abzuhalten, um zu versuchen, bessere Beziehungen zwischen luden und Ukrainern herzustellen. Kundgebungen in Palästina und in Polen. Die palästinensischen Zeitungen teilten in Extraausgaben die Freisprechung Schwarzbarts mit. Die Nachricht wurde von der jüdischen Bevölkerung mit Freude aufgenommen. In Tel-Awiw wurde eine große Straßenkundgebung veranstaltet, wöbei Fahnen mit der Aufschrift „Es lebe Frankreich!" vorangetragen wurden. ' Im jüdischen Viertel Warschaus hat die Meldung von der Freisprechung Schwarzbarts grossen E n t Ii u s i a s >m u s hervorgerufen. Zahlreiche aus der Ukraine stammende Juden, an der Spitze .eine Gruppe Waisenkinder, deren Eltern in den ukrainischen Pogromen umgekommen waren, marschierten zur französischen Botschaft und zum französischen Generalkonsulat und veranstalteten eine Kundgebung für Frankreich. Rufe „Es, lebe Frankreich", „Es lebe die französische Gerechtigkeit" wurden laut, zum Schluß stimmte die Menge die Marseillaise an. Der Jüdische Selbstschutz zur Zeit der Pogrome. Jetzt, da aus Anlaß des Schwarzbart-Prozesscs die ganze grausige Geschichte der Judenpogrome in der Ukraine wieder iD Erinnerung gebracht wurde, ist es wohl am Platze, auch an jene jüdischen. Helden zu erinnern, die. in jener blutigen Zeit die Gefahr nicht bloß durch Psalmcnbeten und Fasten abwenden wollten, sondern sich, zu einem Selbstschutz organisiert, den Mordbanditcn mutig entgegenstellten. Wohl haben selbst in dieser schweren Not die orthodoxen Führ er der jüdischen Städte versucht, die jungen jüdischen Helden durch Androhung des Bannfluches von ihrem Vorhaben abzubringen, jedoch ohne Erfolg. Kaum war es, bekannt geworden, daß die, Juden sich zur Verteidigung, organisieren, wurden die Mir-sterungslokalc von jungen Leuten und Männern in' gereiftem' Alter förmlich überflutet. Aber nicht jeder, der sich meldete, wurde aufgenommen. Die Musterung ging mit ziemlicher Strenge und Genauigkeit -vor sich. Es', wurden nur -kräitige, physisch und seelisch gesunde .', Menschen, die bereit. waren,.„ihrA-Lebe.n--;för.,:die -Ehreihres '., Volkes zu opfern, in diese „Armee derjüdischen-Helden" ■ aufgenommen. Es hatten sich überall die jüdischen Fleisch- . hauer, Kutscher, Schmiede,' Schlosser^ Tischler. und ' sonstige Schwerarbexter freiwillig gemeldet und die.Reihen cjc.s jüdischen Selbstschutzes verstärkt.; Der Begründer und Kommandant der jüdischen1 Sclbstschutzarmee in der Ukraine, J. , R o,c h 1 i s schfldsrtiR.sejn(en:,Er;inneruiigen die rührenden Szenen, die. sich ab-f spieiten^. w^nnv .schwächliche junge Männer von der| M^steriingskommissib^ als untauglich abgewiesen werdenf:; ^Iten^-^chwierlgReHen ergaben, sich bei.der Bewaff--. iru ng .dds jüdischen Selbstschutzes. Aber, schließlich taten|' die Jiideii dasselbe^ was die Führer der Pogrombanditen? ■gemach^ , habet», diese verschafften sich Gewehre und.;? Munition vo;n den-Bauern in den Dörf ern, welchcl beim Zusammenbrach die Schützengräben fluchtartig ver- ( ließen mid die Gewehre mitnahmen. Dasselbe taten nun;; auch: c'ie 'Juderi. Die. Dörfer würder überflutet, die Bauern,;') die'$jch.^mviden Pogrom nicht .kümmerten, verkauften jbrc'f G^ehrc für^ .-gutes\ Geld und stellten sogar Pferde zurjt V-crfffeujig, l^d. daß au eh eine .Abteilung j ü d i s c h,e"Y| 'K^ va liexie ifornjicrt werden konnte. Als beste -Waffen-1 ei^kiufer; erwiesen sich die jüdischen -Fleischhauer und I Viehhä^ler,; die i« den Dörfern'sehr gut'bekannt waren t und genaufußten.,welche Bauern über : Waffen,..Munitiöuf und sonstig^-^Ktiegsgerät verfügen. | :; r RochI^' erzählt auch interessante Szenen aus denr| Städteni Da, brachte; ein Schneider einen -Revolver, denyv\ vpn, eipem /, polnischen Offizier als Arbeitslohn bekommen,^ hatte;' 'Krämer brachte einen schweren Säbel, den 'ein.?, deutscher Soldat zurückgelassen hatte. Z\yei halbwüchsigem Junge#ib¥^chten ztyei Säckchen, Bleikugeln in das Haupt-^ Quartier^-di^ sie von gleichaltrigen christlichen Burschen^ für; eine HändvoJjT Bcinknöpfe erworben hatten. So füllte t sich,:a^mäh.licb :das .»Arsenal von Bo.huslav", dem Haupt-% quartier, desjüdischen Selbstschutzes, mitallerlei Waffen.;* Ini. dQra■'Selbstschutzarmee herrschte, strengste Disziplin,^ .Jede I)j0pUnlQ&igkpii wurde vom jüdischen Kriegsgericht ■ rü'cksiQ^|lfls^ .^|St.r.ajt Vierzig jüdische Rayonabteilungen^ konnten ^formiert ^erden. Die innere Wut der jüdischen;;; H^dehj -^egoji die unmenschlichen Blutvergießer und Mord- . ^ben hpß JÄese jüdischen Freiwilligen wahre Heldentaten < yollbrifi^n,' die in, .einer offenen Schlacht mit der Pogroni-V armee'ajji einem Sieg der Juden führte. Leider konnte der' Südi^ch*;Sc|bst?chutz auf die Dauer den verschieden^«: Pogrön)ban4^- niclit standhalten. Erwähnenswert ist nooh,j . claß-si<?h die; jüdischen Frauen in jenem denkwürdigen; Splbstsch,ut^mpr gleichfalls auf der Höhe zeigten. Ge4 rneihsany^t den ausgemusterten, für aktiven Militärdienst' nn'töugl^hen Männern bewährten sich die;;jüdischen Frauen'; und Mä#ehe)p im Pflege- und Etappendienst und der Herbei-1 sehftlfq^.-v^qvPröyiaut, Wäsche und Kleidern. V IReich zu werden! ist heutzutage leichter als früher. Das letzte Geheimnis des Erfolges der Milliardäre, der sicherste Wegweiser zu Reichtum, Macht und AnsehenH ist die Energl« ' ° ^fl Dazu bedarf es stählerner Nerven, einer Widerstandsfähigen und widerstandskraftigen Konstitution und einer kampffreudigen Ausdauer. Wer von Kindheit auf DIANA! Franzbranntwein mit Menthol B gebraucht, stählt seine Nerven, macht die Konstitution widerstandsfähig, kraftvoll und schafft eine kämpf- B| freudige Ausdauer. Hmhmmn »• nur OIANAI H Wertlose Nachahmungen weisen Sie entschieden zurück. Ueberau erhältlich! ■ Ein Opfer der ukrainischen Pogrome stirbt im Irrenhaus. Aus^ Warschau wird uns geschrieben: Während; in Paris französische Geschworne über Schwarzbart zu : Gericht saßen, hat auf der psychiatrischen Abteilung des , Warschauer jüdischen Spitals eines der ungezählten jüdi-; sehen Opfer jeder fluchwürdigen Pogrome sein trauriges; Leben beendet. Es war dies der ehemalige Student Moses [ Awcrbuch aus Rowno. Awcrbuch war der Sohn gutsituierter Eltern in Rowno Während des letzten Rownoer Pogroms, den Banden tinter dem Kommando des Atamans Wo'llni.ec veranstaltet haben, wurde die ganze Familie Awcrbuch hingeschlachtet. Moses Awcrbuch war Augenzeuge der Ermordung aller seiner nächsten Verwandten. Er selbst blieb, schwer verwundet, am Leben, aber das furchtbare Erlebnis hatte ihm den Verstand geraubt. Halb nackt wanderte Moses Awerbuch seither durch das Land, von Stadt zu Stadt, von der Vorstellung beherrscht, daß er sich bis P a 1 ä s t i n a durchschlagen müsse, wo er seine ermordete Familie, zu neuem Leben auferstanden, wiederfinden werde. So gelangte der Unglückliche auch nach Warschau. Vor zwei Wochen fand man ihn in der Jerusalemor Allee erschöpft unter einer Bank, liegen. Noch immer bat er, ihn nicht zu stören, denn er müsse nach Jerusalem ziehen, wo seine Eltern ■und übrigen Verwandten bereits ungeduldig auf ein -Lebenszeichen von ihm warten. Er wurde auf die psychiatrische Klinik des jüdischen Spitals gebracht, wo er nach einige n Tagen s t a r Am Vorabend des Sukkothfes'tes wurde Moses Awerbuch 'im Alter von 31 Jahren zu Grabe getragen. ' Der Antisemit Poznanski. , ■ Der Schwarzbart-Prozeß hat uns manches, gelehrt, so auch, daß es noch immer keine antftüdische Aktion gibt, •in der nicht ein getaufter Jude die ekelhafteste Rolle spielen würde. Im Schwarzbart-Prozeß war . es der Vertreter der Privatkläger, Dr. Czeslaw P o z n a n s k i. Es ist der Sohn des Warschauer jüdischen Rechtanwalts Doktor. Maximilian Poznanski. Der Alte war einst Führer der' Warschauer Assimilanten, als solcher Kultusrat und Mit- ■vglied des.. Tempelvorstandes. Als sein Sohn Czeslaw sich vor: 20 Jahren taufen ließ, besaß er den Takt, -aji'e seine Mandate niederzulegen und sich rvom öffentlichen Jüdischen Leben zurückzuziehen. Sein getaufter 'Sohn schloß sich gleich nach der Taufe den ausgesprochenen Antisemiten an und wurde der Führer aller Aktionen zur Bekämpfung des jüdischen Hande 1 s.'In ■der letzten Zeit wurde Czeslaw Poznanski der jariitische Berater, dW russischen monarchistischen Kreise,: f^b. die er ■gegen das polnische Aerar verschiedene Pozes.se, f ührte. In der Warschauer Advokatenkanimcr hat die 'Tatsache, daß Poznanslci als Rechtsvertreter der Witwe Pet-ljfiras nach Paris gefahren ist, große Erregung hervorgerufen, um so rrjehr, als es bekannt war, daß ein führender 4 n t i s c- ,rnitiscl?cfr Advokat die Vertretung a'bgejeh/nt hatte mit der Begründung, daß er die Juden wohl auf fpöliüs.chem und wirtschaftlichem Gebiet bekämpfe;;4ie Po- «rpm- und Raubtaktik jedoch nicht vertreten wplje. Rieses Ehrenamt war dem getauften jüdischen, antisemitischen 'Czeslavv"' Pozuanski, dem Sohn des asstmilatorischeii. Tein- ..pelyorstejjers, vorbehalten. l Zum?5. Jahrestag des KIschinewer Pogroms. , ' / ' An|'6. April 1928 jährt sich zum 25., Male der Tag des' ersten blutigen Judenpogroms in Kischinc w« Der KischincNver Pogrom war das-erste große blutig^ Judim« ^inässakernm 20. Jahrhundert, der erste Pogrom,--.der ypn ,donv zaristischen Regime systematisch vorbereitet' und getördert, wurde. Eine Stadt mit 50.000 jüdischein Seelen; ];Wurde drei Tage lang der Mord- und Raublust organisierter Banditen überantwortet und Hunderte von Jud^n öjwßtfin Ihr Leben lassen, unschätzbares, schwer erarbeitctQS . jüdisches Gut wurde die Beute zaristischer Beamten, und Ihrer, Banden. 'v "V* V;• Dc| KIschinewer Pogrom vor 25 Jahren war der Auftakt für alle künftigen blutigen Judenmassakers nicht; tm^ in Rußland. Alle späteren Judenpogrome vollzogen §ich düm Musterbeispiel von Kischinew. Der „Ki»chi»ewer ffiponi'H der sich seither in Kischinew selbst mehrmals v\vi^derholte, ward zum schauerlichen historischen Begriff. Der Kiscninewer Pogrom bildete' auch den Vorwurf für Wie - Anzahl hervorragender literarischer Arbeiten .und künstlerischer Werte. Wladimir Koro Jen kos „Das Haus Nr. 13" gehört zu diesen. Das Monumental werk Bialiks „Beir Hahariga" („In der Stadt des Mordens") entstand auf den Ruinen der durch den Pogrom zerstörten Judenstadt Kischincws. Bekannt ist auch der erschütternde Brief des großen jüdischen Dichters Leo Tolstoi an die Juden von Kischinew, nachdem die Ruhe wieder einigermaßen hergestellt war. Nun beabsichtigt eine Reihe jüdischer Persönlichkeiten in Kischinew, den traurigen Gedenktag im April kommenden Jahres durch die Herausgabe eines alle erreichbaren historischen Dokumente umfassenden Sammelwerkes zu begehen. Viel wichtiges Aktenmatcrial ist ja im Laufe der Zeit und ganz besonders während des Weltkrieges für immer verlorengegangen. Es soll nun das gerettet werden, was noch zu retten ist, und aus diesem Grunde wendet sich das genannte Komitee an die breite jüdische Oeffentiichkeit, ihm sobald als möglich etwaiges im Privatbesitz befindliches Material über den ertsen Kischinewer Pogrom zur Verfügung zu stellen. Das Material ist an Herrn Redakteur Z. Rosenthal in Chisinaa (Kischinew, Rumänien) zu senden. Mit dem Generalgouverneur und seinem Opferv, Von Heinz Hermann Husserf. Aus dem Tagebuch eines Schlafwagenbeamten. Der Schwarzbart-Prozeß, der eben das Pariser Schwurgericht und die öffentliche Meinung beschäftigt hat, erweckt in mir besonderes Interesse. Es handelt sich in diesem Prozesse hauptsächlich darum, zu erfahren, wer der Anstifter der Judenpogrome in der Ukraine zu jener Zeit war. Soviel ich mich erinnere, gab es in der Ukraine Judenverfolgungen m jeder Zeit und bei der geringsten Gelegenheit. Aber niemals konnte man erfahren, wer diese Greueltaten inszenierte. Für jedes politische Debakel, welches die Regierung erlitten hatte, würden d*e Juden verantwortlich gemacht. Ich will hier nur ein Beispiel anrühren, was ich als Schlahvagcnbcamtcr, selbst erlebt und gesehen habe. Es war gegen Ende des Jahres 1904. Der Generalgouverneur : von Odessa, Seine Exzellenz* Alexander Nikolajewitsch von Tolniatschoff, wünschte einen Separatschlafwagen, der ihn von Woloczysk nach der französischen Riviera bringen sollte. Mit dieser Ehrenmission wurde ich betraut. Als ich an die russische Grenzstation kam, da hieß es, daß Seine Exzellenz wegen plötzlich ausgebrochencr Unruhen in . der Ukraine seine Auslandsreise habe verschieben müssen. Ich möge mit meinem Wagen auf jeden FalHn Wolöözysk warten. Das Warten aufs Ungewisse schien mir doch etwas zu riskant. Ich beriet'mich daher mit dem Stationschef von Podwoloczyska. Ich wollte seine Meinung hören. Er war der Ansicht, daß in-Anbetracht der Dumarcvoliition in der Ukraine mein Warten zwecklos wäre. Ich möge aber versuchen, mich mit dem Generalgouverneur tclepiipnisch oder telegraphisch auseinanderzusetzen, damit ich wisse, woran ich sei. Daraufhin begab" ich mich wieder nach Woloczyck. Hier sagte man rpir, daß der Telegraph und das Telephon nicht^funktionieren.; Es jyärc besser, nach Odessa zu fahren,-um die Angelegenheit mündlich auszumachen. Nun wandte ich mich 'an den Gendarmericobersten mit der Bitte, mir zu dieser Reise die Bewilligung zu erteilen, da ich nicht v im Besitze eines Paßvisums war. per sonst sehr strenge' Beamte; kam ihir diesmal bereitwilligst entgegen. Ich durfte also fahren. Aber weiter kam ich nicht als bis Proskurow. Dort mußte ich aussteigen, weil der Verkehr nach Kiew; und nach Odessa eingestellt war. Die Revolution hatte an diesem Tage ihren Höhepunkt erreicht. An allen. Ecken und Enden der Stadt waren große Plakate .affichi»rt mit folgendem Inhalt in ukrainischer Sprache: >' „Russen! Ukrainer! ' Lasset Euch nicht von Juden verhetzen! Sie wollen die Duma in Rußland einführen, damit sie die Regierung an sich reißen können. Der Thron unseres Väterchens ist ia Gefahr! Schlaget die Juden tot! Es wird Euch nichts ge-r schehen. Rettet das Land!" Gezeichnet: „Der Ataman". — Ohne Namen. Wer war der Ataman, der zum Massenmord aufforderte? Atamane gab es in der Ukraine eine ganze Menge, Niemand bekannte sich zu dieser Affiche. y; Die Stadt sah aus wie nach einer-großen Schlacht. Unzählige Judenleichen bedeckten die Straßen. Die meisten hatten die Hände nach rückwärts gebunden, damit sie sich nicht wehren konnten. Man. ^ah den Opfern an, daß sie mit den grobgcnagelten Röhreusfciefcln der Muschiks bearbeitet worden waren, denn die- Gesichter waren bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Aus Mund und Nase Quoll das Blut in Strömen. Der Anblick" wär grauenhaft. Manche Plakate waren mit Bildern versehen, die Judenmassakers jeder Art darstellten. Nach diesen Bilder« arbeitete das rohe Volk, Häuser, in denen Juden ihrem traurigen Schicksal zu entrinnen suchten, wurden in Brand gesteckt und mit Petroleum begossen, datnit alle Insassen darin umkommen. Jüdische Geschäfte wurden ausgeplündert und zerstört. Und so wie man die Juden in Proskurow behandelt hatte, so behandelte man sie auch in K i e w, in Schitomir und Odessa. Ueberau" war die Volkswut gegen die Juden losgelassen worden. Nachdem die Ruhe einigermaßen wieder hergestellt war und der Bahnbetrieb wieder aufgenommen wurde, 'fuhr; Ich

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