Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 1 (1927)
- Issue
- Heft 5 (21.10.1927)
- Date
- 1927-10-21
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 10 DIE NEUE WELT Nr. 5 nur dazu dienen, die „völkischen Belange" in dem «roßen sudetendeutschen Sportverband zu verbreiten. Sportlich käme einem Austritt der Skireigen der Turnvereine aus dem H. D. W. nicht die mindeste Bedeutung zu. Bar Kochba (Berlin) in der ersten Klasse der Vereine Deutschlands. Der jüdische Turn- und Sportvereia Bar Kochba, Berlin, wurde in der letzten Sitzung des Athletik-Ausschusses des Verbandes Br an den bürg ischer Athletik-Vereine in die A-Klasse aufgenommen. In jüdischen Sportkreisen hat der Klassenaufstieg des Bar Kochba Genugtuung ausgelöst. Nach dem kürzlich ausgefochtenen Asseburg-Memorial, einer großen Mehrkampf-Prüfung, die den Bar Kochba unter den Vereinen der „AM-Leistungsklasse an sechster Stellt unter neun Konkurrenten einlaufen sah, war dieser Klassenaufstieg selbstverständlich. Er ist nicht etwa nur dem Mitwirken des jüdisch-finnischen Olympioniken und Meisterläufers Katz, sondern dem zielbewußten Training der Staffelmannschaften zu verdanken. Das Endspiel um den Cup des Jüdischen Sportverbandes) (Földes-Pokal) soll am Samstag vor dem Wettspiel Hakoah—Hertha zwischen der Hakoali-^Rcserve und Hagibor ausgetragen werden. Andernfalls findet als Vormatch das Handball-Meisterschaftsspiel der Damen der Vereine Hakoah—Hertha statt. Die Eröffnung des renovierten Platzes in der Krieau brachte den Hakoali-Fußballern eine empfindliche Niederlage. Die Bläu-Weißen unterlagen gegen Vienna 0:4 1:2), was insbesondere auf das Fehlen Scheucrs und Wortmanns zurückzuführen ist. Der neue Mittelläufer Strauß hielt sich nicht schlecht. Hakoah steht derzeit unter 13 Vereinen der ersten Klasse an neunter Stelle. Sonntag den 23. d. spielt die jüdische Mannschaft gegen Hertha in Favoriten, wobei Scheuer und auch Wor.tmann bereits mitwirken dürften. Hakoah- Reserve •schlug Mödling 9:4 (4:2). In der Wiener Amateur meist erscliaft spielte Hasmonea gegen Rasensportfreunde 2:2 unentschieden. Die Grazer Hakoah siegte in einem 'Freundschaftsspiel gegert Ostmark 7:2 (2:0). In Polen konnte Hasmouea (Lemberg) gegen die starke Wisla 2:2 unentschieden spielen. Jutrzenka (Krakau)' erzielte gegen den Lodzer S. K. das gleiche Resultat. Die * Wasserballmeisterschait wird am Sonntag im Dianabad fortgesetzt. ■ Um halb 7 Uhr tritt die Hakoah •gegen Vienna an. Die jüdische Mannschaft führt ungeschlagen mit 12 Punkten bei 6 Spielen. — Am 5. und 6. November veranstaltet der Amateurschwimmklub ein Meeting, bei dem die letzten Meisterschaften (für Herren und Damen) ausgetragen werden. Hakoah wird sich daran beteiligen. Scblanger (Hakoa|i) blieb .bei den in Linz •atisgetragenen Meisterschaften von Oesterreich im Ringen Sieger iin Federgewicht. In der Leichtathletikvereins - Meisterschaft siegte Hakoah gegen Vienna mit 72:67 Punkten, In der Handbalhneisterschaft spielt am Sonntagauf: dem Krieauer-Platz Hakoah mit zwei Mannschaften ' (9 Uhr und 10 Uhr) gegen Amateure. Zion—Strebersdorfer Res. 3:3. Flotter Kampf, wober die Strebersdorfer sehr roh spielten. Zion war weit überlegen. Die jüdische Mannschaft führte bereits 3:1, doch glichen die . Strebersdprfer durch Parteilichkeit ihres Schiedsrichters aus. Qruber im Tor zeichnete sich mehrmals aus. Inder HaJfreihe-bot Löbl eine sehr gute Leistung.' Der Angriff ■ hatte in Wagenberg einen , umsichtigen Angriffsführer. Altsohüler II war der'Urheber sämtlicher Tore. Die Treffer erzielten Wagenberg (2) und Breuer. Vereinsrrachrichlen. Der Verband Jüdischer Kaufleute und Gewerbetreibenden Wiens hält am Montag den 24. Oktober. 7 Uhr, . seine Präsidialsitzung und sodann um 8 Uhr abends eine Vor Standssitzung im / Wiener Bürger-Cafe, II., Praterstraße II, ab. Mittwoch den 26. Oktober, 8 Ühr abends, findet die erste große Verbands Versammlung im Cafe" Palace in Mariahilf statt. Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt. Die ordentliche Generalversammlung (findet Sonntag den 30. Oktober Um '5 Uhr .nachmittag im eigenen Heime, Zirkusgasse 33, statt. Die Mitglieder werden auf diesem Wege eingeladen und aufmerksam gemacht,, daß Anträge für die Generalversammlung bis zum 27. d. M. beim Sekretariate sehritflieh eingebracht werden müssen. Zionistische Sektiou für den VI.—VHI. Bezirk. Dienstag den 25. Oktober um 8 Uhr abends im Vereinsheim, VIII.. Bennoplatz la, Vortrag Frau Dr. Else Hof manu: „Die Malerin Grete Wolf-Krakauer." Anschließend spricht Frau Grete Wolf-Krakauer über ihre Eindrücke in Erez Israel, Vereinigung der hebräischen und jiddischen Presseberlcbjerstatter in Wien. Samstag den 22, Oktober 1927 um 6 Uhr abend im Saale des Zionistischen Landeskanütees, I., Känitnerstraße 28: III. ordentliche Generalversammlung. Die Mitglieder werden um pünktliches Erscheinen gebeten. Zionistische Jugendorganisation Brlgittenau. Wien, XX., Jörgerstraße 30/8, Samstag den 22. d. M. um 7 Uhr abends großer Heimabend. Montag den 24. d. M. von Halb 8 bis halb 9 Uhr Hebräischfcurs für Anfänger und Kurs für „Jüdische Geschichte". Donnerstag den 27. d. M. Kurs für „Jüdische Literatur". — Schachsektion, Gosangskurs und Kurs für dramatische Kunst besinnt demnächst. -— Einschreibungen sowie Auskünfte täglich, ab 6 Uhr abends. Frauengrupoe der zionistischen Bezirkssektion IX. Wiedereröffnung des hebräischen K' 1 n d e r g a r t e n s, Wien, IX., Habngasse 28. Leitung Fräulein Rückhaus. Spielze-ft: Vormittags, nachmittags und ganztägig. Einschreibungen vormittags von 9 bis halb 10 Uhr und nachmittags von 3 bis 5 Uhr. —. Kurse dir hebräischen Sprache für Anfänger und Vorgeschrittene. Leitung Frau Awerbach. Anmeldungen Wien, IX., Schlickgasse 5, Tür 12, von 3 bis {? Uhr nachmittags. . EJtejöbund ,,BJau-Weiß", Samstag den 32. d. M., 8 Uhr abends, am Lennoplatz la (zionistische Bezirkssektion VIII) Jtigendversammlung. Referent Herr Direktor Viktor Kelln er. Thema: Was verlangt die jüdische Jugend von der Kultoisgemeinde? Für die hebräische Erziehung. Unter dieser Devise veranstaltet das Kulturamt des zionistischen Laudeskomitecs gemeinsam mit dem Verband der Prof. Heb räisc hl ehrer Versammlungen in allen Bezirken, in denen über Probleme der jüdischen Erziehung referiert wird. So fanden bereits Versammlungen im Sektionslokal Leopoldstadt, Brigittenau, Mariahilf, Neubau, sowie im Lokal der Hitachdutli und der Volksbibliothek Zion statt, in denen die Herren Dr. Glanz, Herzberg, Meilen, Dr. R o t h b<l u m, Dr. T a r t a k o w e r, L. T a ubes, Ungarfeld, Direktor Dr. Kellner, Ch. Hoffni a n n referierten. Nächste Versammlung: Samstag den 22. d„ 8 Uhr abends: Lokal der zionistischen Bezirkssektion Prater, Jimsstraße 8. Redner: Dr. N. M. Gelber, Professor M. C h a r t i u e r. _ Austritte aus dem Judentum. Josefine Kristen geb. Huss, 30. X. 1896 Lakenhof, N.-Oc, verh., XXI., Erzherzog Karl-Straße 134.— Josefine Pollak geb. Friedberg, 31. XII. 1882 Budapest, ger. gesell., VIII., Piaristengasse 2. — Kamila Pollak, 3. III. 1896 Proßnitz, led., II., Krumbaumgasse 2. — Irma Lewitus geb. Steinschneider, 2. VII. 1884 Olmütz, verh., XVIII., Anastasius Grün-Gasse 25. — Siclonie Lemberger, 3. X. 1908 Budapest, led., XVIII., Anastasius Grün-Gasse 9. — Markus Leinberger, 11. II. 1875 Budapest, verh., XVIII., Anastasius Grün-Gasse 9. — Emmerich Nadasz, 23. XII. 1809 Großwardein, led., Juwelierlehrling, VIII., FJorianigasse 41. — Alexander Fleischer, 3. VI. 1908 Wien, led., XX., Hellwagstraße 16. — Jenni Lemberger geb. Kitschales, 10. IX. 1880 Wien, verh., XVIII., Anastasius Grün-Gasse 9. — Ernst Lewitus, 13. V. 1907 Wien, led., Student, XVIII., Anastasius Grün- Gasse 28. — Rudolf Braunstein, 20. II. 1905 Wien, led., XVIII., Scharfenberggasse 1. — Egon Baunigarten, 25. VII. 1900 Wien, led., VII., Schottenfeldgasse 67. — Dr. Karl Presser, 20. VI. 1898 Wien, led., VIII. , Scliönborngasse 1. — Ludwig Wilhelm, 26. I. 1887 Wien, led., VIII., Bcnnogasse 28. — Malvine Landauer, 4. VI. 1899 Wien, led., Kinderfrätileiri, Graz. — Siegfried Häuslich, 31. III. 1900 Stanislau, led., XX., Kaschelgasse 3. — Irma Hauser geb. Nasch, 24. X. 1873 Laab, ger. gesell. XX., Treustraße 33. — Leopold Himmelreich, .12. XI. 1892 Wien, led., IL, Vereinsgasse 36. — Dr. Leo Keller, 30. IX. 1886 Brooklyn, led., Rechtsanwalt, III., Rießgasse 3. — Elise Kugel, 3. VI. 1912 Wien, led., Mittelschülerin, III., Ungargasse 45. — Julie Kugel, 2. III. 1909 Wien, led.,- Beamtin, III., Ungargasse 45. — Jakob Hirsch Goldstern, 18. IX. 1878 Lemberg, verh., II., Große Stadtgutgasse 22; — Jolian Gorsky, 23. VI. 1913 Wien, led., III., Erdbergstraße 35. —■ Aloisia Stiaßny geb. Polzer, 10. III. 1896 Groß-Wallersdorf, verh., XX., Haimovergasse 5, — Eduard Stiaßny, 6. VII. 1894 Wien, verh.,- XX.,. Hannovergasse 5. — Kind Robert, 17. I. 1921 Wien, led., XX., Hannovergasse 5. — Kind Kurt, 31. X. 1923 Wien, led., XX., Hannovergasse 5. — Maximilian Reich, 31. X. 1900/Wien, led., XX., Salzachstraße 3. — Franziska Boxer, 15. VII. 1914, . led., Schülerin, I., Mölkerbastei 3. — Martha Deutsch geb; Stern, 10. V. .1885 Koritschan, verh., IL, Castellezgasse 1. — Ludwig'Adler, 18. VI. 1892 Preßburg, verh., II., Springergasse 3. — Fritz Reiß, 4. VI, .1906 Wien, led., XVII., Hauptstraße 129. — Rosa Neuinänn, 1. X. 1891 Wien, led., XVII., Par-< hammerplatz 11. — Malvine Stauber, 10. VIII. 1881 Szombathely, led., IL, Praterstraße 50. — Artur Nachmann, 14. IX. 1882 Wien, verh., III., Hörnesgasse 15. — Dr. Isidor Fasler, 18. I. 1887 Noiebiskic, led., Arzt, III., Reisnerstraße 107— Gustav Gyarmati, 15. IX. 1908 Wien, led., IX., Glasergasse 14. — Markus Groß, 30. VI. 1895 Wien, ger. gesell., IL, Praterstraße 13. — Anna Grünberg, 26. III. 1895 Wien, led., IX. , Säulengasse 7. — Hedwig Gunst, 26. VIII. 1885 Teplitz, led., XVI., Montleartstraße 37. — Aranka Anna Maria Schreyer geb. Czettel, 14. X. 1883 Budapest, ger. gesch., III., Salesianergasse 31. — Mathilde Schimmert, 29. IV. 1891 Ung.-Ostrau, led., XVI., Montleartstraße 37. — Karla Schiller, 8. XII. 1910 Saar, led., XX., Webergasse 20. — Karl Porges, 20. VII. 1905 Wien, led., XX., Rauscherstraße 7. — Ferdinand Wasserberger, 29. VII. 1908 Wien, led., Installateur, IX., Pulverturmgasse 7. — Kurt Wertheimer, 1. IX. 1888 Wien, led., XV,, Wurmsergasse 45. — Ernst Eugen Hahn, 17. III. 1913 Wien, led., VI., Stumpergasse 9. — Hugo Horowitz, 29. I. 1901, Wien, led., IL, Obermüllnerstraße 3. — Feiice Therese Marmorek geb. Monath, 21. VII. 1896 Wien, ger. getrennt, I., Schellinggasse 32. — Maximilian Koganowsky, 30. III. 1904 Wien, led., IV., Favoritensträße 36. — Dr. Friedrich Neumann, 10. I. 1899 Wien, led., XIX,, Gebhartgasse 13. — Gertha Neuer, 4. XI. 1901 Deutsch-Brod, led., II,, Heinestraße 32. — Max Rufeisen, 11. II. 1907 Wien, led., XIV., Sueß* gasse 1. — Mutter Theresia Rufeisen geb. Rübner, 17. XI. 1875 Bieran, verw., XIV.., Sueßgasse 1. — Otto Seidenstem, 27. II. 3905 Wien, led., III., Trubelgasse 4. Klara Karp, 7. XI. 1897 Zloczow, led., XX., Jägerstraße 30. — Eduard Faierniaim, 27. XI.!<>04 Wien, led., XVI.. Brüsselgasse 35. — Erich Grohs, 24. V. 1901 Wien, led., II., Taborstraße 24 a. — Friedrich Kreisler, 20. IV. 1906 Wien, led,, XVi, Albrechtskreithgasse 4 ' 9 Humoristische Ecke Copyright by. Präger-Pressedienst (Dr. Max Präger) Wien- Der Brief. „Was gibt es Neues, Reb Jankel? Was schreibt Ihr Sohn?" „Ach, Dank der Nachfrage! Nichts Gutes! Seine Frau ist ihm (keinem Juden wünsch* ich's) gestorben, nebbich, eine junge Frau noch, drei Kinder hat sie zurückgelassen, schön wie die Engel. Jetzt aber hat er, gelobt sei Gottes Wille, nur noch zwei Kinder; denn der Sohn, ist krank geworden und gestorben. Mit seinem Geschäft ist es auch bitter. Er hat ein Haus besessen, das ist abgebrannt, sein Laden ist beim letzten Progrom geplündert, worden und was davon noch übrig geblieben ist, ist keine drei Groschen wert. Ihm ist buchstäblich nicht mehr geblieben, als das Hemd auf dem Leib. Eis ist bitter, traurig, sehr traurig. Aber ein Hebräisch schreibt er, sag' ich Ihnen, ein Vergnügen zu lesen!" Rätselraten. Zwei Juden fuhren von Moskau nach Wien. Auf der langen Reise hatten sich ihre Gespräche schon erschöpft und sie begannen, sich nach anderem Zeitvertreib umzusehen. Sie verfielen aufs Rätselraten. Der eine begann: „Was ist das? Es fängt mit A an und jeder Mensch hat es?" Der andere denkt lange nach; er weiß es nicht. Der erste: „So will ich es dir sagen. Das ist a — por Stiefel." Der andere lacht. „Also ein zweites Rätsel'* — setzt der erste fort. — „Es fängt nicht mit A an utfd nicht jeder Mensch hat es." Der andere weiß die Lösung wieder nicht. „Zwei por Stiefel." Der andere . lacht. Der erste beginnt wieder: „Es ist.rot, hängt auf dem Baum und..." — „Genug, ich weiß schon: das sind drei por Stiefel." Der Nutzen. Ein Jude stand den ganzen Tag in seinem Laden und kein einziger Kunde ließ sich sehen. Am Abend — er wollte gerade schließen — stürmt ein Mann herein und ruft hastig noch in der Tür: „Kann ich ein Stück Papier haben — einen Bogen Briefpapier und ein Kuvert dazu?" Der Jude nickt und reichJ ihm rasch das Gewünschte. „Kostet?" „Zwei Groschen." Der Kunde wirft ein Zehngroschenstück auf den Tisch. Der Krämer will herausgeben. „Schon s-ut, nicht nötig", sagt der Mann und läuft hinaus. Der Krämer kommt' nach Hause und macht sich's bequem; da fragt ihn seine Frau: „Nim, wie" war das Geschäft heute?" Drauf er: „Danke; der Umsatz klein, dafür aber der Nutzen . . .!" Hell und dunkel. Es war einmal ein Jude, mit Namen Meier Eliahu Henoch. Er war Kaufmann in einer galiziscjien Stadt, und es ging ihm, wie es eben einem Kaufmann •geht: einmal geht's und einmal geht's nicht'... Wenn er Freitag für den Schabbes nach Hause kam, war sein erstes, daß er der Frau auftrug, was für Sabbatkerzen sie kaufen sollte. Hatte er gute Geschäfte gemacht, so hieß er die Frau, kleine Zweikreuzerkerzchen kaufen. Hatte er aber schlechte Geschäfte gemacht und Geld verloren, so trug er seiner Frau auf, alle Lampen anzuzünden und große: dicke Kerzen zu kaufen, damit die Stube festlich erleuchtet sei. - Die Frau wunderte sich über diese Anordnungen, aber als brave jüdische Frau tat sie, was der Mann sie geheißen hatte/Einmal aber konnte sie sich nicht enthalten, zu fragen: „Was bedeutet das?" Darauf der Mann: „Die Sache ist so. Mache ich gute-Geschäfte, so bin ich natürlich froh darüber. Da will ich, daß auch die anderen Juden in der Stadt siplt freuen sollen. Wenn sie nun sehen, daß bei Meier Eliahu Henoch Zweikreuzerkerzen brennen, glauben sie natürlich, daß es mir schlecht geht und freuensich darüber. Mache ich aber schlechte Geschäfte und kränke mich darüber, will ich, daß sie sich auch kränken. Wann kränkt sich ein Jude? Wenn er sieht, daß es dem anderen gut geht. Wenn sie nun sehen, daß meine Stube hell erleuchtet ist, so kränken sie sich sicher. Versteht du?" Der Jahrmarkt. Ein Jude läuft geschäftig durch die Gasse. Ein Bekannter kommt vorbei und ruft ihm zu: „Wohin läufst du, Jankel?" „Du fragst noch? In Kowno ist doch Jahrmarkt." „Und wenn schon? Wozu brauchst du den Jahrmarkt?" „Weiß ich? Vielleicht trifft sich's und icfy finde ein Fuhrwerk zurück,"