Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 1 (1927)
- Issue
- Heft 5 (21.10.1927)
- Date
- 1927-10-21
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2711613-2711614-2711619--0063-2713178- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. .5 DIE NEUE WELT Seite 9 Verband der jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden. Angebote und Nachfragen. Liste XL Nachfragen. 1115 Firma in Bratislava sucht Frisierkämme. 1116 F4rma in Czertstochau sticht Zündsteine. 1117 Firma in Berlin sucht Perlmutterknöpfe. 1118 Firma in Bitolj.. sucht Stahldrahtmatratzen. 1119 Fjirma in Wien sucht Vertretung' in Damenputzartikeln. 1121 Firma in Sofia sticht Vertretung In Kunstwolle. 1122 Firma in Stambul sucht Vertretung in Manufakturwaren. 1123 Firma in Wien sucht Vertretung in Bilderleisten. 1124 Firma in Holland sucht Vertretung in Eisenwaren. 1125 Firma in Prag sucht Bezugsquellen für Messinglack. 1126 Firma in Sofia sucht Vertretung in Textilien. 1127 Firma in N6W York sucht Vertretung in Magnesit. 1128 Firma in New York sucht Glaswaren und kleine Geschenkneuheiten.;; . 1129 .Firma in Brünn sucht Rauchverzehrer für. Zigarettenrauch. 1130, Firma in Laibach . sucht elektrische Kaffcebrennmühlen. 1130 .Firma in Prag sucht Kitzfelle aus Oesterreich zu beziehen. 1132 Firma in Tetschen sucht Strumpfbandgummi. 1133 Firma in Candla supht. Vertretung in Likören und Spirituosen. . 1134 Firma in Wien sucht Vertretung in Herrenhüten. 1135 Firma in Amsterdam sucht Vertretung in Bourrettestoffen. 1 1136 Firma in Amsterdam . Sucht ) Holzschnitzereien aller Art. 1137 Firma in Sibertik (S. H. S.) sticht feine Wäsche. 1141 Firma in New York sucht Krawattenseide aus Oesterreich zu beziehen. 1142 Firma in New York sucht Sweater aus Oesterreich zu beziehen. 1143 Firma in Hamburg: sucht Vertretung in chemischen und pharmazeutischen Artikeln. 1144 Firma in Wien sucht Vertretung in Textilwaren. 1145 Firma in Philadelphia sucht Toiletteartikel. 1146 Firma in Cork sucht Wachszündhölzchen. 1147 Firma in Sofia sucht Vertretung in Creosot und Chinin. 1149 Firma in S. H. S. sucht Herren- und Damenstoifc. 115b Firma in Paris sucht Gänseleber. 1151 Firma in Wien sucht Maschinen zur Erzeugung von Schuhcreme. 1152 Firma in New York sucht kunstgewerbliche Gegenstände. 1153 Firma in Athen such Vertretung in Textilwaren. . Angebote. 1120 Firma In Konstantinopel offeriert Gunimitragant, Kanariensaat. 1138 Firma in Schönbach offeriert Musikinstrumente. 1139 Firma in Schönbach vergibt Vertretung für Oesterreich in Musikinstrumenten 1140 Firma in. Hamburg vergibt -Vertretung in Fleischmehl, Trockenhefe' und Futterkalk. 1148 Firma in Warschau offeriert Stukkaturschilfrohre. Die Adressen sind zu erfragen im Sekretariate des Verbandes der jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden, I., Elisabethstraße 9, I. Stock, Tür 10 (Kredit- und Handelskassa „Metropole") täglich mit Ausnahme von Samstag und Sonntag von 9 bis 11 Uhr vormittags. Chiffreangabe erforderlich. H a n d e 1 s v e r t r e t e r s t e 11 e: Der Verband stellt einwandfreie, gewerbeberechtigte sprachen- und' branchenkundige. Vertreter kostenlos zur Verfügung. Rechtsschutzsektioar. Die Sprechstunden des Verbandsanwaltes sind Montag und Freitag von 11 bis 12 Uhr vormittags. Auskünfte, aller Art wie auch Mitgliederaufnahmen im Verbandssekretariat während der oberwähnten Kanzleistunden. Mitgliedsbeitrag S 3.— Vierteljährlich. Jeden Donnerstag, 8 Uhr abends findet eihe; Versammlung im Wiener Bürger-Cafe. II., Praterstraße IV statt. Aktuelle Wirtschaftsvorträge und Diskussion;; S1EGM. KORNMEHL OROSSFLEISCHHAUEREI Zentrale IX., Berggagse 19, Tdfephön 17-3-99 u. 16-9 34 Lieferant für Heilanstalten Abteilungen für ^%»Fleisch unter Aufsicht de* Ehrwürdigen Rabbinata der tat. Kultusgemeindd Wen IX. Bergg. 15 < XVill., Währlng«rstr. 91 Der Hausarzt .Redigiert von Dr. Sattel Beer. Die Bedeutung der Halskrankheiten. Zu den Krankheiten, die sehr viel Beunruhigung im Schöße der Familie zu erzeugen vermögen, gehören die verschiedenartigen Halskrankheiten der Kleinkinder. Dies kommt daher, weil die Mutter und Pflegeperson über die so häufigen Krankheiten des Halses sehr wenig Bescheid wissen. Und doch sollte zu den wichtigsten Obliegenheiten des Wartepersonals die tägliche Inspektion des kindlichen Rachens gehören. Jedes Kind sollte schonin der frühesten Jugend dazu verhalten werden, täglich den Rachen inspizieren zu lassen. Diese Uebung ist mindestens so wichtig wie die tägliche Zahnreinigung. Abgesehen davon, daß jede krankhafte Veränderung der Halsorgane rechtzeitig erkannt wird, erfolgt die. Besichtigung des Mundes, der Wangen, der Gaumengebilde durch den Arzt bei den an die tägliche Inspektion gewöhnten Kindern sehr, leicht und ohne besondere Erregung derselben.. Wer einmal beobachtet hat, wieviel Geduld, Ausdauer und Kraft oft dazu -gehören, bei renitenten oder ängstlichen Kindern die Rachenorgane zu besichtigen,' der wird die obige Forderung gerechtfertigt finden. Gerade die frühzeitige Erkennung der Halskrankheiten vermag ' manches Kind vor schwerer Krankheit, dauerndem Siechtum oder sogar oft vor dem Tode zu schützen.. Denn ein großer Teil der Kinderkrankheiten setzt sich primär in den Rachenorgane^n fest. Die Untersuchung eines Kindes ohne Besichtigung der Haisgebilde gilt: in Aerztekreisen geradezu als Kunstfehler. ,"; Mehr als die Hälfte aller plötzlichen, mit hohem Fieber beginnenden, Krankheiten der Kinder haben ihre Ursache in einer Entzündung der Rachenorgane, insbesondere der'Gaumen- oder Rachenmandeln. Sei es, daß einef;(ganz.Jinfac,lje katarrMlische qd^er eine eitrige" Form 'der Eritzündüng'der 'Mandeln vorliegt, sei es, .daß ein Scharlach oder eine Diphtherie sich findet. '; ' '" Wenn ein Kin;d plötzlich hoch fiebert, das Essen verweigert und das Bett aufsucht, soll die Mütter den Rachen inspizieren. Man findet dann gewöhnlich eine mehr oder weniger leichte Rötung der Gaumenmandeln, bisweilen eine starke' Schwellung, hie und da auch einen punktförmigen Belag. Diese Schwellung verursacht Schlingbeschwerden, weshalb die Kinder; sofort die Nahrung verweigern. Man findet meist auch die Drüsen am Unterkieferwinkel geschwellt ' und etwas schmerzhaft. Aus diesen zwei Erscheinungen sollte eigentlich schon die Umgebung die Diagnose machen und sofort den Arzt beiziehen, weil nur dieser imstande ist, die Spezialdiagnose, ob eine harmlose Mandelentzündung oder eine andere ernste Infektionskrankheit, vorliegt, zu stellen. Besteht neben den Schluckbeschwerden auch Behinderung der Nasenatmung und schiefe Haltung des Kopfes,, muß man auch an einen Mandel-, oder Rachenatoszeß denken, die oft ein rasches Eingreifen nowendig machen. Aber auch eine Dyphtherie, bei der es meist auf beiden Gaumenmandeln zu flächenhafter, fester Auflagerung von gelben Plaques kommt, erheischt rasches Handeln, um die schwere Vergiftung zu paralysieren. Hier wirkt rasche Einspritzung einer entsprechend großen Dosis Serum oft lebensrettend und «kann das, Fortschreiten auf den Kehlkopf verhindern. . Denn. . das Befallensein mit diphtheriüschem Belag, der sich durch Husten, und Heiserkeit dokumentiert, kann zur Vermeidung der Erstickung sogar den Kehlkopf schnitt notwendig machen, Heutzutage sind derlei Eingriffe dank der frühzeitigen Behandlung mit Serum immer seltener geworden. Jede Rächenerkrankung ist eine ernstzunehmende Krankheit, auch wenn sie scheinbar leicht verläuft und das Kind nur einen, Tag fiebert. Es kann sich hinter' dieser harmlosen Angina doch ein Scharlach verstecken, auch wenn der typische Ausschlag trotz aller Kontrolle, nicht, beobachtet wird. In. den nächsten Wochen wird man dann durch die Schuppung oder, eine, Nierenreizung überrascht und muß nachträglich die Angina als Scharlach diagnostizieren. Jedeleicht verlaufende 'Angina erfordert, gleichgültig ob es sich um ein Kind .oder einen Erwachsenen, handeli wenigstens eine dreitägige Bettruhe. Es ist heute zur Genüge geklärt, daß Rheumatismus, Herzfrlappenfehler, Nieren- und Blinddarmentzündungen, schwere Allgemeinvergiftungen mit. töd- Echem Ausgange oft bloß auf harmlose Anginen, HateeateifcKtongen zurüokzuführen' sind. So manches beginnendes Fieber ohne jeden, Befund entpuppt sich bei Kindern sehr häufig als ein nach übersehener Rächenmandeleritztindung schleichend verlaufendes Drüsenfieber, das die Kinder oft tuberkulosevendächtig macht Wiederholte Entzündungender Rachengebilde schaffen eine gewisse Minderwertigkeit des Organismus, denen am besten durch operative Entfernung der vergrößerten Organteile begegnet wird. Jüdische $(^ort- und l^fnbewegung. Vom Wiener Makkabi. * Jugendfilhrerkurs. Die ' nächsten Referätenabende: Mittwoch, 26. Oktober:.. „beschichte des Zionismus", „Die Uebung der Bauchmuskeln". Mittwoch, 3. November über „Leichtathletik", „Autoemanzipation". Der bekannte Leichtathlet der Hakoah, Ferry H o r n, ,hat sich zur ständigen Mitarbeit beim JugeridfÜhrerkurs" bereit erklärt. — Anläßlich des ■ Zöglirigswetturnens des MätokabI IX-XIX am 18. Dezember beabsichtigt der tschechoslowakische Makkahikreis eine Besuchsfahrt nach Wien. Tschechoslowakischer Makkabikreis. Die Generalversammlung des tschechoslowakischen Makkabikreises ist für -den 29. und 30. Oktober, nach Brünn einberufen. Das Programm der Tagung, die ton Saale der jüdischen Kültusgemeinde (Koliste 57) stattfindet, lautet: '29. Oktober, 8 Uhr abends: 1. Eröffnung und Begrüßung. 2. Wahl des Präsidiums und der Kommissionen. 3.. Berichte des, Kreisobmannes, des Kreisturnwartes und des Ku'ftu'rreferenten. 30. Oktober, halb 9 Uhr» vormittag: 4. Referat Dr. Hirsch und Ing. Goldschmied „Das Turn- und Sportfest 1928." 5. Referat des Weltverbandspräsidiums. 6. Zeitungsreferat Tb. J. U. C. Justiz. 7.. Debatte. 8. Kommissionssitzungen. 9. Wahl der neuen Leitung.. 10," Anträge. . Die Lage der jüdischen Amateurvereine. Fusion das Mittel gegen Zerfall. Die „kleinen" Amateürvereine sind zum größten Teil Sorgenkinder des jüdischen Sportes in Wien. Sie kommen und gehen oder vegetieren zumeist dahin. Alle kranken an dem gleichen Uebel:. Kein Sportplatz, kein Geld, .keine Führung. Achduth, Ari, Bar Kochba, Hagibor, Hasmonea, j. A. C. Kadimah/ Libanon, Makkabi, Zion, das sind zehn jüdische Vereine. Die Frage, ob Wien so viel jüdische Sportorganisationen verträgt, wird durch den Grad der Aktivität der . einzelnen Klubs . beantwortet. .: Nur H a smonea, Hagibor und Makkabi weisen einen geregelten Sportbetrieb auf und behaupten sich in der Amateurmeisterschaft des Wiener Verbandes, Hasmonea ist erstklassig. Hagibor stieg in diesem Jahre in die zweite Klasse auf, Makkabi spielt in der dritten Klasse, die übrigen haben außer der knappen Zahl der Spieler und deren unmittelbaren Anhängerschaft keinen weiteren Grundstock. . Der Mehrzahl fehlen reife, erwachsene Menschen. Das Streben der Jugend ist gewiß anzuerkennen, aber sie Kann der Schwierigkeiten, denen große, festgefügte Vereine erliegen, nicht Herr, werden. Statt Zersplittere rig wäre also Konzentration der Kräfte notwendig, das heißt Fusionieren gen. Diese scheitern aber in den meisten Fällen an der Frage des zukünftigen Klubnamens, der Vereinsfarben oder an der Mandatshascherei von Funktionären. Aehnlich ist es übrigens in der ganzen jüdischen Sportwelt,' in Riga, in Lodz, in Czernowitz, in Prag; Da ist Kadimah, nach der Hakoah der älteste Sportklub Wiiens. Was hat das Scheindasein denn für einen Sinn, wenn der Verein'schon die längste Zeit in der Meisterschaft nicht mehr antreten kann. Eine Vereinigung mit Makkabi .würde dem jüdischen Sport mehr nützen als das, Festhalten an Klubfarben, die nicht mehr "lebendig sind. Um die Stemmsektion der Kadimah — vielleicht die einzige jüdische in der Welt — sollte sich die Hakoah annehmen. Achduth, Ari, Zion, Libanon sollten in die gut geleitete Hasmonea einströmen. Dann hätten Brigittenau, Leopoldstadt undi Aisergrund eine starke jüdische Sportorganisation; Der: Z e r f a 11 d e s J. A. C., der lange Zeit sehr gut gearbeitet hat, schwächt das jüdische Qtt.ak r i n g. Mit Bar Kochba zusammen wäre eine lebensfäfiige Gründung für die westlichen Bezirke Wiens möglich. Ausgezeichnet hält sidh H a g i b o r iti Favoriten. Der treflieh-geführte Verein kann sich auf eine aus mehreren hundert Personen bestehende Gruppe stützen, die/ ihm treue Gefolgschaft .leistet. Hagibor, .der Gönner und Förderer hat, ist zweifellos dazu berufen, ein zweites jüdisohes Sportzentrum in Wien zu bilden. Der Verein verfügt sogar, wenn auch in Untermiete, über einen Spork platz. , Das jüdische Publikum hat leider. für die Amateurvereine nichts übrig, da es die Sensationen. der Professiorialspiele bevorzugt; Aus eigener Kraft können sich aber so viele kleine Gebilde nicht lebensfähig erhalten. Demnächst hält der Jüdische Sport verband seine Generalversammlung ab., Es wird seine Hauptaufgabe für die nächste Zeit sein .müssen, die Vereinigung der Kräfte vorzunehmen und die Sanierung des jüdischen Amateursportes in Wien in die Wege zu leiten. Juden, Deutsche und Tschechen nehmen an einem Hockey turnier in Prag teil. Samstag und Sonntag findet in Präs ein Hockeyturnier statt, an dem Hakoah (Wien) sowie die drei Präger Vereine Hag 1 bor, der Meister Union Zizkow und die Deutsche Eishockeygeselischaft teilnehmen. Hagibor hat als Preis den Dr. Theodor Herzl-Pokal ausgesetzt, um den also Juden, Deutsohe und Tschechen kämpfen werden. Am Samstag . spielen: Hakoah—<Hagibor und .Eishockeygesellschaft gegen .Union Zizkow, am Sonntag die . Sieger und die Unterlegenen gegeneinander. . Unter der Führung des Sektionsleiters Fol d es fahren Freitag den 21. d. um 1 Uhr 25 Min. vom Nordbahnhofe folgende Hakoah-Spleler nach Prag: Engel, Steiner 1 und 2, Landesmann, Weinwurm, Wald, Wengraf, Nossig 1 und 2, Neumahn, Lehrfeld, Ulimann, Rbsenfeld und Gottlieb. Am verflossenen Sonntag erzielte Hakoah einen bemerkenswerten 2:1-Sieg über V. f. B. und placierte sich dadurch an die vierte Stelle ,in der Meisterschaft. Der Hauptverband deutscher Wintersportvereine der Tschechoslowakei lehnt den Arier-Paragraphen ab. Der Hauptverband Deutscher Wintersportvereine in der Tschechoslowakei hat auf seinem in Leätmeritz abgehaltenen Kongreß mit 800 gegen' 568 Stimmen den Antrag der deutsohyölkischen Turnvereine, deren Skiriegen diesem Verbände angeschlossen sind, den einzelnen Vereinen zur Pflicht zu mächen, Juden.als Mitglieder nicht a u f z u n e h m e n, abgelehnt. Den deutschvölkischen Skiriegen wurde es freigestellt, sich dem Verband unterzuordnen oder den H. D. W. zu verlassen. Der Vorstand führte aus, der Verband wolle auf seine Vereine keinen Gewissenszwang ausüben und überlasse es ihnen,' ob sie Juden aufnehmen wollen oder nicht. Vom deutsphvölkischen' Turnverband lasse man sich keine Vorschriften machen. Wenn, den deutschvölkischen Turnfern dieser Bescheid nicht passe, sollen sde den Verband verlassen. Die Vertreter der deutschvölkischen Turnverein« verließen daraufhin korporativ den Saal. Es ist interessant, daß die Skiriegen der völkischen Turnvereine mm größten Teil nur auf dem Papier stehen, ohne eine sportliche Tätigkeit w entwickeln, Ste sollten