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Die neue Welt · 1927-10-21 · Heft 5 (21.10.1927) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
1 (1927)
Issue
Heft 5 (21.10.1927)
Date
1927-10-21
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 5 AUS PALÄSTINA. Die Angestellten des Warenhauses Brüder Schiffmann, JL, Taborstr. 48 entbleien ihren Chef», den Herren Max Schiffmann, Hermann Schiff' mann, Bernhard Schiffmann und Michael Schiffmann anläßlich des 20jährigen Geschäftsjubiläums die herzlichsten Gluckwunsche. haben bei der Betäubung von Großvieh gute Ergebnisse gezeitigt, das Liebensche Verfahren außerdem auch bei der Betäubung von Kälbern. Das Liebensche Verfahren zeichnet sich auch noch besonders dadurch aus, daß eine sehr niedrige Spannung verwendet wird, die für die bedienenden Menschen durchaus ungefährlich und überall leicht anwendbar ist. Eine besondere Bedeutng dürften die Versuche für die Betäubung der Schächttiere gewinnen." Wie dem „Jüdischen Echo" dazu von gut unterrichteter Seite mitgeteilt wird, bestehen gewisse Aussichten, daß das Liebensche Verfahren, das freilich erst noch einer eingehenden diesbezüglichen Prüfung unterworfen werden muß, auch allen rituellenAnforder u n g en entsprechen werde. Die Krimkolonisation vor der Mandatskommission des Völkerbundes. Bei der im Juni stattgefundenen Session der Mandatskommission, des Völkerbundes stellte der französische Vertreter Lugard eine Anfrage über den Stand der K r i rn k o I o n i s a t i o n. Sir S c h u kburg, der Referent des englischen Kolonialamtes, erwiderte darauf, er könne keine Einzelheiten über den Plan der .Krimkolonisation mitteilen, da dieses Projekt die Mandatarmacht in .keiner Weise interessiere. Er habe den Eindruck, daß die Moskauer Regierung die Krimkolonisation nur zu dem Zweck unterstützt, um die Juden von der Auswanderung nach Palästina abzulenken. Feuer am Kölnidre-Abend in der Magdeburger Synagoge. Wie ' das Magdeburger „Jüdische Wochenblatt" meldet, brach dort während des Kölnidre-Gottesdie-nstes: in der Wohnung des Synagogendieners Feuer ans. Der Feuerwehr gelang es, den Brand bald zu löschen und-so eine Panik unter den Besuchern der Synagoge zu verhüten. Eine neue Geschichte der Juden in Polen. .•, (J. .T. A.) .In Berlin erscheint'demnächst ein Ge- . schichtswerk des jüdischen. Historikers und Deputierten , des polnischen Sejm Dr. J. Schipper. Der Verfasser hat auf Grund erst jetztzugänglich' gewordener polnischer Archive ein Quellenwerk für jüdische .Geschichte in Polen geschaffen und behandelt insbesondere die Epoche des ,„Waad a rba haarazot-h" (Vier->Länder-Rat.■ Ein jüdisch-christlicher Freundschaftsbund in London. Im. Jahre 1924 hatte sich - in London eine kleine Gruppe Jüdischer und christlicher Persönlichkeiten gebildet, die es sich zur Aufgabe niachte, durch Veränstal-, tung von Vorträgen und Äufklärungsäbenden für die' ■ Schaffung eines , besseren" Verständnisses zwischen Juden und Christen zu wirken. Diese Gruppe hat sich nunmehr zu einer ständigen Organisation ausgebaut und wird die Veranstaltung yon gegenseitigen Aussprachen über religiöse und soziale Probleme zu einer Dauereinrichtung machen. Die Veranstaltungen werden abwechselnd in jüdischen Synagogen und christlichen Kirchen abgehalten werden, wobei christliche und jüdische Persönlichkeiten als Redner auftreten werden. Das erste Meeting findet am 24.-Oktober in dor liberale^ jüdischen Synagoge statt. Das Thema lautet: „S ich b o tt nähe rn." Den jüdischen Standpunkt wird Dr. Claude G. Montefiore, den christlichen Doktor Garvie vertreten. — Ein harmloses .Unternehmen, das alle zehn Jahre 'wieder unternommen wird und über dessen Wert sich streiten läßt. ■ Ein Jude Bürgermeister von Montreal. Joseph Schubert, bisher Stadträtsniitglied von Montreal, .ein-Jude, wurde : zum Bürgermeister von Montreal, der bedeutendsten Stadt Kanadas, gewählt Eilen Sie l E „ Weißware wird teurer. Die enorme Erhöhung der Baumwollpreise am Weltmarkt hat eine zirka SOprozentige Preiserhöhung bei sämtlichen Rohprodukteil und in weiterer Folge eine große Verteuerung alier Weißwaren bewirkt. Trotzdem verkauft die Weißwaren-Abteilung des populären Leopoldstädter Warenhauses Brüder S o h I f f m a n u, II.. Taborstraße 48 — solange die Lagervorräte reichen — die in allen Kulturstaaten bestöljkannte Staridard-Marke ,iLUien", die unerreichte Qualitätsware, zu den bekannt billigen — alten — Preisen. Sie zahlen eine hohe Wartegebühr, wenn Sie nicht raschest Ihren Bedarf in „Lilien". Leinen, Weben, Chiffons, Gradl, Damast, Perkalhie, Inlett^ Tischtücher und Handtücher usw. bei „Schiffmann" decken«, Wesenauswahl in allen Breiten, von 80 bis 200 cm, vom einfachsten bis zum feinsten Genre. Nie * wiederkehrende Okkasion für Hoteliers, Gastwirte und den privaten Haus, haltl Jede; Kunde erhält, auch beim kleinsten Einkauf, ein praktisches Geschenk. Gratis-Vertellung von großen Blech» dosen des bekannten Reinigungsmittels „Toi". Weiztnänns Konferenzen. Wie der „Haaretz" meldet, soll Präsident Weizmann mit Lord Plumer über das H a n d e 1 sabkoirimen mit Syrien und über die Einschrä'nkung der Einwanderung konferiert haben. lieber seine weitere Tätigkeit in Palästina befragt, antwortete Weizmann, er werde mit der Palästina-Regierung auch über die Frage der Gendarmerie verhandeln. Lord Balfour wird der Gedenkfeier der Balfour. Deklaration beiwohnen. . London. (J. T. A.) Der Angto-Palestlne Club veranstaltet anfangs November in London zur Feier des zehnten Jahrestages der Bajlf our-Deklar ation eine Festlichkeit. Der Präsident des Klubs, Herr James de R o t h s c h i 1 d, wird den Vorsitz führen. Lord Balfour hat die Zusage gegeben, der Feier persönlich beizuwohnen. Aenderungen im Verwaltungsapparat der Palästina- Exekutive. Gemäß den Ersparungssmaßnahmen der Zioni« tischen Palästina-Exekutive werden auch einige Aenderungen im Verwaltungsapparat vorgenommen. Das Arbeitsdepartement soll nur als Abteilung des Siedlungsdepartements weiter bestehen. Das Immigrationsdepartement soll dem politischen Bureau angeschlossen werden. Mit der Leitung der letzten Abteilung soll Colonel K i s c h betraut werden. Sacher über das Budget. Wie der „Haaretz" aus London meldet, sprach in einer zionistischen Versammlung in London der neugewählte Leiter der 'Palästina-Exekutive Sacher über die gegenwärtige Lage und führte aus,: „es sei schwer, im Rahmen des Budgets allen Forderungen, die der Telegraph täglich aus Palästina bringt, gerecht zu werden". Dr. Lurie demissioniert. Der Leiter des\ Erziehungsdepärtemehts .der Zionistischen Palästina-Exekutive, Dr. Lurie, hat als Protest gegen die Kürzung des Erziehungsbudgets seinen Rücktritt angemeldet. Die Organisation der jüdischen Gemeinden. . Aus Jerusalem wird gemeldet: Im Namen des Präsidiums des Waad Leumi veröffentlicht Dr. Jakob Thon eine Erklärung, in der die von orthodoxer j üd i scher S e i t e. im Zusammenhang mit* dem Inkrafttreten des jüdischen Gemeindegesetzes geäußerten Besorgnisse mit Bezug auf die Organisierung der jüdischen Gemeinden unter der. Aufsicht des.;Waad Leumi zerstreut werden. Dr. Thon erklärt, der Waad Leumi sei jederzeit für die Position des Rabbinats eingetreten. Die Statuten für die Wahl des Rabbinerrateswerden. so abgefaßt sein, daß dem Rabbinatseiement innerhalb des Rates1 ein beträchtlicher Einfluß gesichert; we.rde; d i e F u r c h t vor antireligiösem Einfluß ist durchaus unbegründet. Bisher haben freilich die Unterhandlungen zwischen der Leitung des Rabbinats und dem Waad Leumi zukeinem befriedigenden A b s c h l u ß geführt. Was die B e s t e u e x u n g anbetrifft, so werden die gesetzlichen Steuern gewiß die Jetzt übliche freiwillige Steuer für jüdische gemeindliche Zwecke nicht überschreiten; nur die Aufrechterhaltung der Institutionen für Arme, Kranke, Waisenkinder sowie religiöser und erzieherischer Anstalten soll durch die Steuern gesichert werden. Der Waad Leumi hat keinerlei Macht, Institutionen der' verschiedenen bisherigen Gemeinden, wie der Sephardim, Yemeniten usw.,'unter seine Kontrolle zu bringen, es sei denn, daß die betreffenden Gemeinden sich freiwillig unter diose Kontrolle stellen. Export nach Oesterreich. Die „Oesterreichisch-ordentalische Händelskammer" meldet: Nach der amtlichen Statistik hat Palästina im. Jahre 1925 (die diesbezüglichen Daten ans dem Jahre 1926 liegen noch nicht vor) Waren im Gesamtwerte von 17.000 österr. Schilling nach Oesterreich importiert. Wir führen im nachstehenden die betreffenden Warengattungen an und lassen diese Wertziffern in tausend Schilling in Klammern daneben folgen: 4 Hektoliter Wein (9), Seidengewebe (7), Waren ans Bernstein (1). Da außerdem noch Weintrauben, Zitronen. Orangen. Feigen, Bananen, Oel und Etrog zur Ausfuhr aus Palästina nach Oesterreich in Betracht kämen, zeigen auch die vorstehenden Ziffern, daß der Handel zwischen Palästina und Oesterreich noch. nicht entsprechend ausgebaut ist. Bekannt ist nur, daß im Jahre 1926 116 Meterzentner Orangen aus Palästina nach Oesterreich exportiert wurden. Die Stadtverwaltung Jerusalems. Wie der „Haaretz" berichtet, sind alle Anträge der jüdischen Mitglieder der Jerusalemer Stadtverwaltung von der arabis.chen" Majorität abgelehnt worden. Eine Konstruktivbank in Palästina. In Tel-AwiW fand die Gründungsversammlung einer Konstruktivban;k statt. Bis jetzt wurden 337 Aktien verkauft. Die Araber gegen die Missionäre. Aus Jerusalem wird uns geschrieben: Das Verhältnis zwischen den mohammedanischen und christlichen Arabern hat sich in der letzten Zeit im allgemeinen n d c h t sehr freundlich gestaltet. Seit kurzem jedoch ist eiri neuer Konflikt zwischen den beiden Gruppen entstanden, da die Mohammedaner von den christlichen Arabern verlangen, daß sie den überhandnehmenden See 1 enfang der christlichen Mfissionäre unter den Arabern, durch-ihr offenes. Einschreiten abstellen sollen. In der letzten Numimer des christlich-arabischen „Felestin" fordert ein führender Mohammedaner aus Ludd •die Führer der christlichen Araber in einer offenen Anfrage auf, zai dieser gegenwärtig sowohl für die Araber als auch die übrigen nichtchristlichen Bewohner des Orients brennend gewordenen Frage mit aller Entschiedenheit Stellung zu nehmen, da sonst von einer Annäherung der Araber ohne Unterschied der Religion keine Rede sein könne. Aufsehen erregt nun die Antwort der Redaktion des „Feiestin", in derselben Nummer. Das Blatt glaubt im Namen der gesamten Christenheit in Palästina erklären zu können, daß, sie die Tätigkeit der Missionäre als eine lästige Korhö.die empfinden. Die Mission entzweie nicht nur die Mohammedaner and Christen, sondern hetze auch die einzelnen christlichen Gemeinschaften gegeneinander. Es finde eine mitunter widerliche Taufk'on k ü r r e n z ,' zwischen den einzelnen christlichen Missionsgesellschaften:; statt,■. die . Protestanten « arbeiten unter den Orthodoxen und Katholiken und umgekehrt. Leider könne sich die Bevölkerung des Orients gegen diese unerwünschte Invasion nicht wehren., da die Missionäre Ausländer sind und ihre Tätigkeit unter dem Schutz ihrer Regierungen ausüben.' Es..'sei unerfindlich, warum die Missionäre'ihr, Tätigkeitsfeld im Orient suchen, wo sie nur Zwietracht und Unfrieden' stiften. Sie sind auch schuld, daß Zwischen den einzelnen religiösen und nationalen Gemeinschaften eine Verständigung bisher unmöglich gewesen ist. Das arabische Lehrerseminar. Der Leiter des Erziehungsdepartements, der Palästinaregierung erklärte bei einer Promotionsfeier des Regierungslehrerseminars in Jerusalem, daß diese Institution Von nun ab offiziell den Namen „A r ab i s c h e s Lehrerseminar der Palästinaregierung" tragen wird.' Der Mavromatis-Fall vor dem Haager Weltgerichtshof erledigt. Der Gerichtshof erklärt sich für unzuständig. Der ständige Internationale Gerichtshof im Haag hat sein Urteil in dem Streitfall zwischen der griechischen und der englischen Regierung in Sachen des Griechen Mavromatis veröffentlicht. Die griechische Regierung hat bekanntlich von der englischen Regierung als der Mandatarmacht Palästinas für ihren Staatsangehörigen Mavromatis eine Schadenersatzleistung In Höhe von Pfd. Sterl. 217.000 gefordert und begründete diese Forderung damit, daß die Palästina-Regierung ihn ah der Ausübung wichtiger, ihm noch von der seinerzeitigen otiomanlsohen Regierung verliehenen Konzessionen betreffend die Versorgung der Hauptstadt Jerusalem mit elektrischem Licht , und Straßenbahnen verhindert habe. Gegenüber dieser Forderung hatte die englische Regierung die Einrede der Unzuständigkeit des Internationalen Gerichtshofes erhoben. In der Entscheidung erklärte sich der Gerichtshof im Sinne des englischen Antrages für unzuständig. Die Entscheidung wurde mit sieben gegen vier Stimmen gefällt; unter den der Minder-» heit angehörenden Richtern befindet sich «, a. auch der griechische Internationale Richter Caloyanni, BeduinenUberfälle auf nördliche Grenzdörter. A^is Jerusalem meldet JTA.: Ein Beduiuens t a m m, der im Südteil von Französtech-Syrien ein Laser bezogen hat, unternahm Streffzüge an der Grenze von Palästina und belästigte die Bewohner der nördlichen Grenzdörfer in der Nähe von El Kha-Msah am Hulebi see In Galiläa.'Bei den Zusammenstößen mit den arabischen Bewohnern wurden einige Araber getötet und mehrere verwundet. Der Polizeiposten in Jlsr Benat Yakub erhielt Verstärkung und vertrieb die Beduinen, die auch Plünderungen vornahmen. Dabei wurden mehrere Beduinen und ein PoUgist verwandet,

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