Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 1 (1927)
- Issue
- Heft 5 (21.10.1927)
- Date
- 1927-10-21
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5 DIE NEUE WELT Seite 5 Jmnper-Klelder J 35.— Herren-Pollover S 19.50 KinMeslßn Uff-Nkro . 11.50 — Sie g Spczialhau» für Sirickmoden 1 M. HOLZER ( | VI,, Marlahllferitr. 89 (neben Flottenk no) g M II.. Taboritr. 18 (Hotel National) | 1 KARLSBAD, Alle W'cic f§ ^llllli!ll!l!l!!llltllillllllillilllllltllll!llllllll!llllllllllll!lllilllllllllllll!lllin Juden schuldig zu sein. Die Komödie endet dann immer mit Deportationen und Einkerkerungen. Auf diese Art will die Sippe nachweisen, wie wichtig sie für den Bestand der Moskauer Herrschaft ist. Das Genfer Bureau für Rechtsschutz der jüdischen Minderheiten. Der von der Züricher Konferenz zum Schutze der jüdischen Rechte begründete Council for the Rights of Jewish Minorities -hat soeben sein Bureau in Genf, dem Sitze des Völkerbundes, eröffnet. Das Bureau wird Informationen sammeln und die Probleme der Minderheiten in den verschiedenen Ländern studieren. Wenn es sich als notwendig erweisen soll, wird das Bureau beim Völkerbund und bei anderen in Betracht kommenden Stellen Vorstellungen erheben, um die Anwendung der Vertragsbestimmungen bezüglich der, Minderheiten zu sichern und damit eine bessere Verständigung zwischen den Minderheiten und der Mehrhedtsbevölkerung zu erreichen. Der Council führt die Arbeiten des zur Zeit der Friedenskonferenz 1919 in Paris gebildeten Komitees der jüdischen Delegationen fort. Präsident des Council ist Nahum Sokolow, Vizepräsidenten sind Dr. Stephen S. Wäsc, Leo M o t z k i n, Oberrabbiner C h a j e s, Prof. S. D u b n o w und Sejmdeputierter Grünbaoim. Dem Exekutivkomatee gehören an die Deputierten des polnischen Sejm Leon R e i c h und H. F a r b s t e i n, der 'litauische Seimdeputierte Dr. J. Robinson, Drf Emil Margulies (Tschechoslowakei), Jefroykin (Frankreich), W. Tit- •m a n und Bernard G. Richards (Vereinigte Staaten). Von der Bukarester jüdischen Gemeinde. Zu der in der vorigen Nummer unseres Blattes gebrachten Meldung, daß der rumänische Ministerrat dem Parlament einen Gesetzentwurf zur Regelung der nichtrtimänischen Kultusgemeinden, unter ihnen auch der jüdischen Gemeinden, unterbreiten werde, wird uns aus Bukarest geschrieben: In Altriumähieh gibt es eigentlich keine jüdische Zwangsgemetinde. Die Judengemeinden sind freiwillige Religionsgemeinschaften, ein Umstand, der in vielen Städten die Schaffung jüdischer religiöser Einrichtungen äußerst erschwert. Die Buikarester jüdische Gemeinde wurde erst vor wenigen Jahren geschaffen . und hat sich dank der Opfer Willigkeit ihrer sich freiwillig angeschlossenen Mitglieder sehr rasch entwickelt. Außer den notwendigen Einrichtungen für Ritus: und Kultus erhält diese Gemeinde sechzehn Schulen aus eigenen Mitteln, darunter neun Volksschulen und sieben Mitte!- imd Fachsdroien. Em© ganz moderne Anstalt ist die jüdische Hand wer kerschnle mit vollem Internat, in welchem gegenwärtig 38 ZögKnge untergebracht sind. Die »meisten dieser Schüler widmen sich dem Schlosserhandwerk. Das Defizit dieser Lehranstalt im Betrage von VU MHiäonen Lei im verflossenen Jahre wurde von der jüdischen Gemeinde gedeckt. Ebenso mußte die Gemeinde das Defizit der Knabenhandelsschule „Cultura" von 650.000 Lei aus Gemeindemitteln decken. Die Erhaltung des sehr gut ausgestatteten j üdi. sehen Spitals erfordert gleichfalls große Zuschußbeträge von der Kultusgemeinde. Insgesamt haben die freiwilligen Mitglieder der jüdischen Gemeinde von Bukarest, wie der soeben erschienene umfangreiche Jahresbericht des Präsidiums der Gemeinde feststellt, im letzten Berichtsjahr rund 6 Millionen Lei zur Erhaltung der jüdischen Institutionen aufgebracht. Die Juden bei den tschechischen Gemeindewahlen. An anderer Stelle berichten wir über die am letzten Sonntag durchgeführten Gemeindewahlen in der Tschechoslowakei. Bis Schluß des Blattes liegen uns die folgenden jüdischen Abstimmungsziffern (ohne Prag) vor: Brüx 373 (ein Mandat), Iiiava 71, Kaschau 1355, Leutschan 160, Malacka 137, Neustadt a. Waag 684, Preßburg 2877 (drei Mandate, Aguda 859), Ptstyan 592, Rima Szombat 266, St. Martin 205, Teplitz^Schönau 1322, Tyrnau 600, Trentschan 82, Uzhorod 1350, Ungvar 5718. Zionistischer Wahlsieg in Lodz. Wie ans aus Lodz geschrieben wird, hatten die Zäonisten anläßlich der letzten Stadtratswahlen einen nennenswerten Erfolg zu verzeichnen. Sie erhielten trotz der heftigen Gegenagitation der Agudah einerseits und des ,yBund" und der linken Poale-Zion auf der anderen Seite um 5000 Stimmen mehr als bei den Stadtratswahlen im Jahre 1923. Die Zionisten haben vier, Stadtratsmandate besetzt. Insgesamt wird der neue Stadtrat mit 75 Ratsmännern, 20 jüdische Mitglieder zählen. Außer den Zionisten sind im neuen Stadtrat die Agudah (4). die Unparteiischen (2), der Bund (5), die Volkisten (1), linke Poale Zion (2) und Hitachduth mit einem Mandat vertreten. Die Schächtfrage. Ein völkischer Verbotsantrag in Preußen abgelehnt. Der landwirtschaftliche Ausschuß des preußischen Landtages befaßte sich in seiner Sitzung am 13. Oktober mit der Schächtfrage und faßte unter gleichzeitiger Ablehnung eines Antrages der Völkischen auf Verbot des bctäubungslosen Schächtens die folgende Resolution: Die Staatsregierung wird ersucht, geeignete Maßnahmen zu treffen, daß 1. das Schlachten von Tieren durch das rituelle Schächten nicht über den Bedarf der jüdischen Bevölkerung an geschächtetem Fleisch hinaus erfolgt und das Verbot des wilden Schächtens durchgeführt wird, 2. das Schächten ordnungsgemäß ausgeführt, ferner bei der Vorbereitung des Schächtens, insbesondere bei der Niederlegung der Tiere Vorkehrungen getroffen werden, die geeignet sind, die Tiere vor unnötigen Aengstigungen und Schmerzen zu schützen, 3. beim Schächten überhaupt die vorhandenen technischen Verbesserungen in humanitärer Hinsicht angewandt und alle Roheiten möglichst verhindert .werden. Die Jahre 1882—84 verbrachte Braudes in Rumänien, wo er unter dem Eindrucke der damaligen Verfolgungen den Gedanken des judischen Nationalismus und der Wiedergeburt des jüdischen Volkes in Palästina propagierte. In der von ihm begründeten Wochenschrift trat er voll und ganz für die Idee der „Chibat-Zion" (Zionsliebe) ein. Im Jahre 1884 wurde er mit allen anderen Ausländern aus. Rumänien ausgewiesen und begab sich nach Lemberg, wo er 14 Jahre blieb. Hier gab er eine ganze Reihe von hebräischen und jüdischen Zeitschriften heraus, in denen er sich mutig zu den Ideen der jüdischen Renaissanceüewegung bekannte. Er arbeitete literarisch und besuchte zahlreiche jüdische Städtchen Ostgaliziens. um in öffentlichen Versammlungen und Vorträgen für den jüdischen Renaissancegedanken tätig zu sein. Braudes war wegen seiner, witzigen Sprechweise als Volksredner überaus beliebt ujkI npch heute kursieren in Ostgalizien seine von Humor strotzenden Anekdoten. Als Smolenski im Jahre 1885 in Meran starb nnd seine ..Haschachar" eingestellt wurde, schlugen ihm seine Freunde vor, nach Wien zu übersiedeln und an Stelle des ..Haschachar." eine neue Zeitschrift „Hajahaduth" (Das Judentum) herauszugeben. Braudes lehnte jedoch diesen Vorschlag ab, da er die Absicht hatte, in Galizien eine ständige Tribüne für die hebräische Literatur zu schaffen. Er begründete , auch eine Romanbibliothek, um den hebräischen Schriftstellern die Möglichkeit zu geben, ihre belletristischen Arbeiten zu veröffentlichen. Trotz seiner Bemühungen scheiterte dieser Plan. Die von ihm begründeten hebräischen und jiddischen Zeitschriften, wie „Hajahaduth" (Das Judentum) „Hastnan" (Die Zeit), „Ozar Hasifruth" (Literaturschajz), gingen nach kurzer Zeit ein. Im Jahre 1886 gab er eine Sammlung seiner in den Jahren 1873 bis 1881 erschienenen Erzählungen unter dem Titel „Zekenim w'Neijrim" (Alte und Junge) heraus, sowie kleine Erzählungen und die ersten zwei Teile seines großangelegten Rqmanes1 „Hadath we-Hachajim". Hier beendete er auch 'seinen besten Roman „Schtei Hakzawoth" (Die zwei Extrerrjc). ... Hat,uns Brauties in seinem „Hasdath wehachajim" einen Tenderi^rpman par excellence geschaffen, so versuchte er in seinem zweiten Roman „SchJci Hakzawoth" eine objektive Schilderung der in der damaligen jüdischen Gesellschaft vorherrschenden Strömungen lediglich als Beobachter zu. gebe». Seine Aufgabe hat dieser Roman in jöder Hinsicht, auch selbst vom rein künstlerischen Standpunkte erfüllt. Die dem Romane zugrundeliegenden Ereignisse weisen einen psychologischen Zusammenhang auf und die gezeichneten Typen sind dem Leben entnommen. Be-. sonders hat es Braudes verstanden, die Gegensätze in den verschiedensten Gesellschaftsklassen des jüdischen Volkes darzustellen. Ueberaus fein und scharfsinnig sind die Milieuschilderungen der jüdischen Kleinstädte und .der unter dem Einflüsse der Aufklärung in den russischen Großstädten entstandenen jüdischen „Bourgeoisie". Braudes hat in diesem Roman den Problemkomplex der Fabel zu lösen verstanden und durch das Einschieben des Großvaters des Roinanhelden, einer Figur aus der ersten Haskalaze.it, die, auf der Tradition des Judentums fußend, die europäische Kultur in sich aufgenommen hat, die Synthese zwischen Haskala und Traditionsjudentum geschaffen. Braudes, der im „Hadath we-Hachajiiim" als radikaler Vertreter der'religiösen Reformen auftritt, begann allmählich einzusehen, daß die- Haskalabewegung mit ihren allzu starken .'extremen Tendenzen die Grundlagen des Judentums zu erschüttern drohe und rang sich schließlich .zu der Ansicht durch, daß das Judentum nur einen Ausweg habe: die Synthese zwischen Tradition und curopäischer Kultur. Die Von ihm in „Schtei Hakzawoth" geschilderten Heldeu sind psychologisch überaus treffend gezeichnet, so daß dieser Roman auch einen ungemein hohen künstlerischen Wert besitzt. Obwohl dieser Roman im Jahre 1888 niedergeschrieben wurde, hat Braudes weder die infolge der PogrQme entstandenen psychischen Erschütterungen der jüdischen Intelligenz, noch die immer stärker auftre-i tenden nationalen Strömungen geschildert, sondern in der Vereinigung von Judentum und europäischer Kultur die alleinige Sicherung des Judentums zu sehen geglaubt. Als dann im Jahre 1895 Herzls Ruf zum eisten Baseler Zionistenkongreß erscholl, schloß sich Braudes dem Herzischen Zionismus an und übersiedelte im Jatire 1896 nach Wien, wo er das jüdische Volksblatt und späterhin die jüdische Ausgabe des zionistischen Organs 1 ßer „Welt" redigierte. Zu erwähnen wäre noch, daß Braudes dem zweiten Zionistenkongreß eine Denkschrift überreichte, in der er die Einberufung eines „Sanhedrin" :zur Schaffung. einer einheitlichen hebräischen Aussprache .vorschlug. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er. im Dienste der zionistischen Idee. Er hatte noch großzügige literarische Pläne 1 und wollte in einein großangelegten hebräischen Roman das zionistische Problem behandeln. Am 11. Tischri 5663 (1902) ereilte ihn aber in Wien'der Tod. Mit ihm ging einer der letzten Epigoueu der HaskaJaperiöde und einer der ersten Vorkämpfer des modernen Herzischen Zionismus zu Grabe. Dr. N. M. Gelber. + *S 'y wettep Schuhe, _ TüvTiQppQn: ycSox.DonitelsohlQn-•. cttiat8xiva.hohQpScha.ft und&depfuiiep 2SS0 ~ * . yupJDamen:?! jpcmgenschijhgßdim$<yxca.If% j*. r, t&ß'Xindev: I W & mxm.£kdßpfuii<tp fl Sv.z6-ao tfs° <sp.3t-3s ZOSO ff Zp-36-39 24 sobvaun 2-mehP fl ^■nk. dStä 4ttk?! Für diese Resolution stimmten die Vertreter sämtlicher Parteien mit Ausnahme der Deutschnationalen, die für den völkischen Antrag eingetreten waren. * Die Bewegung gegen das Schächten ist. ein Teil der antisemitischen Hetze, die sich der angeblichen Tierfreundlichkeit zu ihren dunklen Zwecken bedient. Auch in Oesterreich wird von seiten der Tierschutzvereine ein Attentat auf die Gewissensfreiheit der gläubigen Juden geplant und es ist noch erinnerlich; daß im -April der Bundeskanzler Dr. Seipei die Erklärung abgab, er werde eine derartige Beeinträchtigung des jüdischen Rechtes .nicht zulassen. Versuche mit elektrischer Betäubung von Schlachttiereu. Die „Münchener Neuesten Nachrichten" melden: „In den letzten Tagen fanden dm Müuchener Schlachthofe Versuche mit elektrischer Betäubung der Schlachttiere statt. Zur Anwendung gelangten zwei verschiedene Verfahren, eines von Oberingenieur . W e i n b e r g e r (München), das andere von Dr. Salomon L i e b e n (Prag). Beide Verfahren Des Morgens sieht man in jedem Hause DIANA- FRANZBRANNTWEIN mit Menthol in Gebrauch. Warum gerade diesen! 1. Weil die meisten Menschen gewohnt sind, ihren Körper mit Diana-Franzbranntwein einzureiben und ihn damit für die Mühen des Tages zu stählen und die Tätigkeit der Haut anzuregen, die Blutzirkulation zu beleben und die Nerven zu kräftigen. 2. Wer leicht zum Schwitzen neigt, muß unbedingt des Morgens den Körper mittels eines in Diana-Franzbranntwein getauchten Lappens frottieren, damit der geschilderte Uebelstand behoben^ wird. 3. Wer Diana-Franzbranntwein des Morgens ins Waschwasser gibt, kann alle anderen teueren Toilettemittel leicht entbehren. 4. 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