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Die neue Welt · 1927-10-07 · Heft 3 (7.10.1927) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
1 (1927)
Issue
Heft 3 (7.10.1927)
Date
1927-10-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 DIE NEUE WELT Verband der jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden, Angebote und Nachfragen. Liste XL Nachfragen: 1025 Firma In Remscheid sucht Ochse«- und Kuhketten. 1026 Firma in Haarlen sucht Armaturen. 1027 Firma in Mailand sucht Taschentücher, Leinen- und Baumwollwaren. Firma in New York sucht gespaltene Schlüsselringe. Firma in Wien sucht Mostobst zu beziehen. 1030 Firma in London sucht Vertretung in Kunstseide etc. 1031 Firma in Neuilly sucht Vertretung in elektrischen und mechanischen Artikeln. 1032 Firma in Breslau sucht Vertretung in Strickwaren. Firma in Polen sucht Furniere und Sperrhölzer. Firma in Bombay sucht Drahtgewebe. Firma in Amsterdam sucht Papierwaren. Firma in Hamburg sucht Vertretung in Kunstseide, Stoffen etc. Firma In Belgrad sucht Kotzen und Strümpfe. 1042 Firma in Schweden sucht Vertretung in Rohstoffen für elektrotechnische Betriebe. 1047 Firma In Amsterdam sucht Bezugsquellen für Holzrahmen. 1048 Firma in Wien sucht billige Schinmgrlffe aus Holz oder Zelluloid. 1049 Firma in Wien sucht Bezugsquellen für Kirschholzplatten. Firma in Konstantinopel sucht Bezugsquellen für Vernicklungsmaschinen. Firma in Skoplje sucht Bezugsquellen für Lokomobile. Firma in Volo -(Griechenland) sucht Vertretung in Papier und Pappe. 1054 Firma in Fürth sucht Zlgarettenpapierbüchlein. 1055 Firma in Amsterdam sucht Farben in Pulverform. 1028 1029 1033 1034 1036 1037 1041 1050 1051 1052 Angebote: 1035 Firma in Budapest sucht Abnehmer für Kalbfelle, Paprika und Nüsse. 1038 Firma in Mailand sucht Abnehmer für Südfrüchte und Gemüse. 1039 Firma in Oberösterreich such Abnehmer für Butter. 1040 Firma in Italien offeriert Schiefertafeln. 1043 Firma in Roveretto offeriert Kupfergeräte. :! 1044 Firma in Dalmatien offeriert Blutegel. 1045 Firma in Westfalen offeriert Plantagengeräte. 1046 Firma jn Berlin sucht Verbindung mit österreichischen Hanf- und Flachshändlern. 1053 Firma in Genua offeriert Carrara-Marmor in Platten und Blöcken. Die Adressen sind zu erfragen im Sekretariate des Verb, der jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden, I., Elisabethstraße 9, I. Stock Tür 10 (Kredh- und Handelskassa „Metropole") täglich mit Ausnahme^Von Samstag und Sonntag von 9 bis 11 Uhr vormittags. v Chiffreangabe erforderlich. Handelsvertreterstelle: Der Verband stellt einwandfreie, gewerbeberechtigte sprachen- und branchenkundige Vertreter kostenlos zur Verfügung. Rechtsschutzsekti o n: Die Sprechstunden des Verbandsanwaltes sind Montag und Freitag von 11 bis 12 Uhr vormittags. Auskünfte aller Art. wie auch Mitgliederaufnahmen im Verbandssekretariat während der oberwähnten Kanziedstunden. Mitgliedsbeitrag S 3.— vierteljährlich. Die Tribüne. Die Austritte aas dem Judentum. An die „Neue Welt", Wien. Außerordentliches* Aufsehen hat hier die ununterbrochene, lange Liste der Austritte aus dem Judentum in Wien hervorgerufen, in einem Umfange, wie sie seit langem nicht vorgekommen ist. Es wäre von äußerster Wichtigkeit, daß Sie in Ihrer Revue hierzu ausführlich Stellung nehmen und die Gründe beleuchten würden. Für diese Massenaustritte von Leuten, die meistens in Galizien und Ungarn geboren sind, hat man hierzulande keinerlei Erklärung. Hochachtungsvoll Hugo L e s s e r, Breslau. . Antwort des-Herausgebers: Siebe den Artikel >,Zur Massenflucht aus dem Judentum" in dieser Nummer. Vereinsnachrichten. Organisation zionistischer Frauen Oesterrslcb&, Ausstellung von Bildern, Aquarellen und Zeichnungen au* Palästina der bekannten Malerin Grete Wolf-Krale au e r im;,Atelier des Kunstsalons. W U r t b 1 e, I., W e J bburggasse 9, am S o n n t a g, den 9. Oktober in der Zeit von II bis 1 Uhr mittags. Die Mitglieder werden ersucht, zu erscheinen. Große Klnder-Simchath-Thora-Feier. Sonntag den 16. d., 2 Uhr nachmittags, Olymplasaal, I., Rotgasse 5. Ans dem Programm: Prolog, Ansprache, Spiele der hebräischen Kindergärten, Schattenspiele, Schnellzeichnen, jüdische Lieder in Bildern usw. Karten, zum Preise von 60 Groschen für Kinder und 1 Schilling für Erwachsene im Zionistischen Bureati, I., Kärntnerstraße 28. Jüdisches Zentrum der Sozialen Hllfsgeraelnscbaft Anitta Müller. Im Jüdischen Zentrum finden bereits folgende Kurse, statt: Montag: Hebräisch für Anfänger II, Hebräisch für Vorgeschrittene I, Hebräisch für Vorgeschrittene II, Englisch für Anfänger If Englisch für Vorgeschrittene I, Englisch für Vorgeschrittene II; Englisch für Kinder, Französisch für Kinder. — Dienstag: Hebräisch für Anfänger II,. Hebräisch für Kinder, Er» läuterung der Wochenabschnitte, Moderne Erziehung und Menschenkenntnis, Kurs über Säuglingspflege, Kunstgewerbliche Arbeiten. -* Mittwoch: Hebräisch für An* fänger II, Talmud, Englisch für Kinder, Französisch für Kinder. Individualpsychologle, Sprechkurs. — Donnerst a g; Hebräisch für Anfänger, Hebräisch für Vorge* schrittene J, Hebräisch für Vor«eschrittene II, Hebräisch für Kinder, Englisch für Anfänger I, Englisch für Anfänger II, Englisch für Vorgeschrittene I, Englisch für Vorgeschrittene II, Bucbblnderkurs. — Welters beginnen Im Laufe der nächsten Woche noch folgende Kurse: Moderne jüdische Literatur, Die wichtigsten Epochen der jüdischen Geschichte, Französisch für Anfänger und Vorgeschrittene, Rhythmisches Turnen, Schwedisches Turnen, Deutsch für AusläSflper. Einführung in das Studium der Kunst, Radiokurs, Stenographie, Mandolinen-, Gitarrer, Violln- und Gesangskurs. Wandertechnik, — Einschreibungen finden Montag und Donnerstag von 5 bis 8 Uhr im Sekretariate, II., Untere Augartenstraße 35, statt. Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt, II., Zirkusgasse 33, In der zweiten Hälfte Oktober findet die Generalversammlung der Sektion II statt. Diejenigen P. T. Mit* glleder. welche für die Sektion mitarbeiten wollen, mögen Jbr« Kandidaten in den Vorstand mitteis Postkarte umgehend dem Sekretariate anmelden. Zionistische Berlrkesektfon Leopoldstadt, II., Zirkus- Jasse 33. Die hebräische Schule für Kinder, Erwachsene, nflnger und Fortschrittler ist schon eröffnet. Es wird von bewährten Lehrkräften hebräischer Sprache Bibel und Uturgik unterrichtet, Einschreibungen täglich von 6 bis 9 Uhr abends- Jugendverein „Erez Israel", II., Zirkusgasse 33. Zu den demnächst beginnenden Hebräischkursen für Anfänger und Vorgeschrittene werden noch einige Teilnehmer aufgenommen. Anmeldungen ' täglich im Verelnslokal von 7 bis 9 Uhr abends. * Zionistischer Verband ehemaliger Hocbschfiler. Donnerstag, den 13. Oktober 1927 Versammlung im Klubneim der „Hakoah", I„ Wipplingerstraße 24-26. Tagesordnung: Die jetzige Lage der Zionistischen Organisation in Wien. Referenten: Dir. Leon Wechsler und Dr. Eugen Felix. Beginn 8 Uhr abends. Eintritt nur Mitglieder und geladene Gäste. . Zionistische Bezirkssektion Währing. Dienstag, den 11. Oktober 1927 A-uschußsitzungim Klubzimmer des Cafe Jubiläum, IX., W'ähringer Gürtel Nr. 104 a. Beginn 8.30 Uhr abends. Jüdischer Turnverein „Makkabl Wien II" gibt seinen Mitgliedern bekannt, daß er seinen Turnbetrieb in der Leopoldsgasse in vollem Umfange wieder aufgenommen bat und es ihm gelungen ist, für die. Leitung eines modernen Frauenturnens Herrn Ingenieur Emil P a 11 a s c h e n k o zu gewinnen und sind folgende Turnzeiten ab 1. d. M. in Kraft: Modernes Frauenturnen, Montag von 7 bis 8 Uhr, — Damenturnen, Montag, und Donnerstög von 8 bis 9 Uhr, —- Herrenturnen, Mittwoch von S bis 9 Uhr. — Mädchenzöglingsturnen, Mittwoch von halb 7 bis halb 8 Uhr, — Knabenzöglingsturnen, Mittwoch von 7 bis 8 Uhr. Kinderturnen, Donnerstag von halb 6 bis halb 7 Uhr- * Histadrutn Hanoar Hamisrachl, Wien, II., Vnto straße 43. Samstag den 8. d. findet die diesmonatige Sich ah Kl a 11 i t h statt. Referent S. Scheuermann. Beginn 8 Uhr abends. — Sonntag den 9. d. Zentralwanderung, Ziel Rohrerwiese. Treffpunkt: Stadtbahnhaltestelle Schottenring um pünktlich 8 Uhr früh. — Ab nun wird jeden Dienstag in der Makka-bi, IX., LJechtensteinstraße 20, geturnt. Alle Mitglieder werden darauf aufmerksam gemacht. Voranzeige. Am 26. November d. J. veranstaltet der Jugendverein „Erez Israel", Wien, im Festsaal des Hotel Continental ein hebräisches Konzert unter Mitwirkung hervorragender Kräfte. Verband österreichischer Handelsvertreter, Reisender Kaulleute und Kommissionäre stellt den P. T. Industriellen, Kaufleuten und Gewerbetreibenden gewenbeberechtigte erstklassige brauchen- und sprachenkundige Handelsvertreter, Binkaufsvertreter, Kommissionäre und Reisende Kaufleute zur Verfügung. — Parteienverkehr täglich von 9 bis 11 Uhr vormittags im Sekretariat, I., Elisabethstraße 9, Telephon 45-8-34. Verband der Jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden. Donnerstag, den 13. Oktober präzise 8 Uhr abends in der Kaufmannshalle Wiener Bürger-Caf6, II* Praterstraße 11, PlenarVersammlung. Partedenverkehr im Sekretariat, I., Elisahethstraße 9, J„ T. 10, Tel Nr. 69-0-18 und 45-8-34. Der Verband der professionellen Hebräisch-Lehrer hat ein Auskunfts- und Lehrervermittlungsbureau eröffnet Interessenten werden ersucht, sich schriftlich an die Adresse: Verband der professionellen Hebräisch-Lehrer. IL, Zirkusgasse 33, zu wenden, Auskunft und Lehrervermittlung unentgeltlich. _Ä Erklärung. Unter dem Titel .JEine chassidische Tragödie In Wien" habe ich am 6. August d. J. auf Grund von Informationen, die ich von einer sonst sehr zuverlässigen Person erhalten habe und an deren Richtigkeit zu zweifeln ich damals keinen Grund hatte, in der New-Yorker jiddischen Tageszeitung „Der Tog" die Affäre eines Mannes namens Leltner aus Qessarabien geschildert. Zu meinem aufrichtigen Bedauern fühlte sich durch diese Schilderung der in weiten Kreisen als jüdischer Gelehrter geschätzte Herr M* Le'ter aus Dunajew (Galizien) Jn seiner Ehre gekränkt. leh stelle fest, daß es niemals meine Absicht war, noch sein könnte, Herrn Leiter zu beleidigen, und daß es ausgeschlossen erscheint, irgend eine Beziehung zwischen dem in dem erwähnten Berichte geschilderten Leitner und dem Herrn M. Leiter herzustellen, der allgemein als vornehmer, ehrenwerter Mann bekannt ist. Dr. UbiU, Korrespondent des „Tog". Nr. 3 Der Hausarzt Redigiert von Dr. Sanel Beer* Die Judenkrankheiten. IL Die vergleichenden Studien über Rassenpathologie haben, wie ich in dem ersten Artikel (siehe Nummer 2 der „Neuen Welt") gezeigt habe, die Tatsache ergeben, daß durch das jüdische Volk überhaupt ein neurotischer Zug geht. Die nervöse Diathese der Juden ist aber, worauf der jüdische Forscher Maurice Fischberg hinweist, kein Rassenmerk ma l. Die übermäßige Zahl der Psycho- und Neuropathen ist npcht in dem eigentümlichen Bau des Nervensystems begründet, sondern auf die eigenartige jüdische Lebensweise zurückzvführen, die teils ein trauriges Erbteil der mißhandelten Ahnen, teils eine traurige Folge der 2000 Jahre fortwirkenden psychischen und physischen Verwundungen der Juden und ihres sozialen Elendes ist Wie steht es nun mit den. anderen Krankheiten bei Semiten und Ariern? Die amtliche Statistik verschiedener Länder und die in den medizinischen Zeitschriften niedergelegte Literatur ist nicht besonders zuverlässig, zumal die jeweilige Parteistellung des Autors oft das wissenschaftliche Urteil trübt. Immerhin sind gewisse Unterschiede in den pathologischen Vorgängen nicht zu leugnen. So bezeichnen französische Aerzte den Diabetes, das Zuckerleiden, als typische Judenkrankheit und berufen sich auf die Statistik in den Badeorten. Doch darf diese Methode nicht zur Grundlage dienen, da Juden ihren Krankheiten mehr Aufmerksamkeit widmen und öfters Heiterte aufsuchen. Diabetes ist überhaupt bei Städteb©wohnern, geistigen Arbeitern und Handelstreibenden häufiger anzutreffen, so daß einjs größere Anfälligkeit der Harnruhr bei Juden, die vielfach gemütserregenden Berufen nachgehen, nicht verwunderlich ist und kein Kennzeichen sein kann. Herzleiden findet man bei den Kindern Israels nicht häufiger als bei anderen Völkern, doch ist .der^Jude mit den Hämorrhoiden für den östlichen Volksgenossen geradezu typisch. Die Ursache, die Verstopfung des Unterleibes, ist auf mangelnde Bewegung im Freien, auf das tage- und hächtolange Drücken der harten „Schurbank zurückzuführen. * . Das öftere unstillbare Bluten bei der rituellen Beschneidung der Knaben weist auf die Häufigkeft der B1 uterkrankheit hin, die in einer mangelhaften Gerinnungsfähigkeit des Blutes besteht un4 schon, im Talmud Erwähnung findet. Viel Staub hat die Verdächtigung des Foe.tor judaicus, des widerlichen Geruches der Juden, aufgewirbelt. Es soll noch heute so feine arische Nasen geben, die jeden Juden oder Nichtjuden, der nur-wenig jüdisches Btat in den Adern führt, am Gerüche erkennen. Die Behauptung vom spezifisch jüdischen Geruch, die heute .von keinem gebildeten Menschen geglaubt wird, ist gar nicht so ungeheuer, stand doch der Adel unter dem Verdachte der Verbreitung eines unangenehmen Geruches, von dem bekannten Gerüche farbiger Rassen gar nicht zu sprechen. ). Wer kennt auch nicht die lächerlichen christlichein Legenden von den Hautausschlägen, die die einzelnen Stämme Israels zur Strafe für gewisse Sünden an dem Ohristentum heimsuchen? Der Erbgrind, der sich häufiger bei den Ostjuden findet, ist nichts als eine Schmut'zkrankh eit, aus dem ärmlichen polnisch-russischen Milieu zu erklären und nicht als ethnische Eigenart zu werten, Dasselbe gilt vom Trachom, das wohlhabende Juden fast nie befällt. Interessant äst die erwiesene u i e d r i g e E rkrankungszlfier an Gebärmutterkrebs, die vielleicht in dem unbeschränkten sexuellen Ausleben der gläubigen Juden ihre Erklärung findet. Im Gegensatz hiesu steht die gelehrte Lüge, die die Juden für das Krebsübel überhaupt verantwortlich machen will. So weit kann sich wissenschaftlicher Judenhaß versteigen. Die Behauptung von der geringen (Empfänglichkeit für Infektionskrankheiten, welche Frage im früheren Artikel gestreift wurde, ist schon längst widerlegt Wenn man an die vielen kleinen, schwächlichen Juden mit flachem, langem Brustkorb denkt, so müßte man glauben, daß die Angehörigen unseres Volkes so häufig von Schwindsucht befallen werden, doch stellt das jüdische Volk keinte höhere Rate an Tuberkulosesterblichkeit, ja im Gegenteil, dte jahrhundertelange Ghettoabsperrung und die Anpassung an das städtische Leben haben nach Ausmemmg der Untauglichen eine große Widerstands* ähigikeit gegen die Tuberkulose herbeigeführt. Die Mäßigkeit der Juden Im Trinken hat?ur Folge, daß gewisse Leiden, wie Arteriosklerose, Leberschrumpfung» Säuferwahnsinn, bei ihnen viel sehener sind, obgleich die rituellen Gebräuche an den

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