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Die neue Welt · 1927-10-07 · Heft 3 (7.10.1927) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
1 (1927)
Issue
Heft 3 (7.10.1927)
Date
1927-10-07
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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_„nfc.:fjfiue wo*' SIEGM. KORMMEHL ÖROSSFLEISCHHAUEREI Zentrale IXM Berggaasc 19, Telephon 17-3-99 o. 16-9-34 Kein Arierparagraph im deutschen Studentenrecht. Die österreichischen und deuischböhmischen Studentenschaften ausgeschlossen. Lieferant für Heilanstalten flbtelluhgen für -^«Fleisch . .unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinata der Isr. Kaltusgemeinae "Wien i*. B«rgg. 15 / XVIII., Währinger&tr. 97 Die Union der Vöikerbundligen. Vorn 7. bis 10. Oktober tagt in Sofia der Generalrat des Weltverbandes der Völkerbundgesellschaften. U. a. wird gemäß den Beschlüssen des im Sommer in Berlin abgehaltenen Kongresses die Lage der jüdischen M"ln;d*e.rbeä't In Rumänien, sowie die Schaffung eifle^- intefnationalen Rechts für die Staatenlosen zur Behandlung kommen. Die näohste VoHVersammlung -der Union , wltfd' W28 i'm- Haag stattfinden. Vom jüdischen Leben in Argentinien. ' ■ i V - " „Nasz Przeglad" (Unsere Revue), ein in - ( - polnischer Sprache in-Warschau erscheinendes , ,-• t. . Monistisches Tagblatt, enthalt ein Interview, mit dem Führer der Poale-Zion in Polen, Herrn' Zernb.aibel, der einige Monate in Süd- ' ' arhefikVi'weilte. Dem Gespräch sei das folgende . . entnommen: Die' ökonomischen .Verhältnisse der Juden liegen in Argentinien und in Brasilien nicht gleich. Verschieden sind atteft* die Erwerfjsarten der Juden in beiden Ländern. In Argent»iietta sind die. jüdischen Kolonien nicht, nur älter, sondern; auch stärker. In Brasilien hingegen beschäftigen sich die Juden hauptsächlich mit dem sogenannten „Klientel-Handel". Es ist dies eine, spezifische. Form des Hausiererbandels, die sich vom „Pedlertum" dadurch unterscheidet,,: daß der „Klientelhändler" Waren von. den biJligsten< bis .-zu den. teuersten Gattungen gegen-langfristige Teilzahlungen verkauft. " r In;, Argentinien arbeiten starke -jüdische Gruppen in der;L'andwIr.tschaft. In den Städten sind sie-in der Industrie tätig. 'Es gibt dort nicht nur einen-bedeutenden Prozentsatz qualifizierter Arbeiter, sondern-.-auch-einen solchenjüdischer .Fabrikanten.:, ,Die:|üdisohe Kolonisation in A r g-e n t i n-.i e. n istein besonders'-schönes Blatt .desjüdischen Lebens. Leiderweiß man von ihr itf^Europa seht-- wenig. und'.,;aus,-; diesern Grunde ..auc.h;. ruft .sie.. kein, besonderes Interesse- "hervor. •; .-.-.^epta derranti^fjnajfl^,un4 bur.eauikratischen Politik der. iCA.'.^Jewish- .Colonisation Association,, der:: Erbe des, Hauptteiles: des Vermögens des Barons Moritz.. H i,r s c h, Anm. der Red. d-, „N. W.") in Arg.entdni.en entwickelt .der Verband'. jüdischer. Landwirte eine sehr energische Tätigkeit 404. ,hat auch -schon drei Kolonistenkongresse organisier^,,Auf dem letzten Kongreß im Mai d. J. in Riviera wurde >.die ., Auf nähme des Kampfes gegen die ICA beschlossen, welche die Entwicklung der jüdischen Kolonien urnnöglicJi macht. Es wurde ferner beschlossen, eine umfangreiche, Kolonisationsarbeit mit eigenen Kräften zu.beginnen* Jn dieser Richtung wurde schon vieles geleistet. Eine Delegation des Verbandes hat sich nach Südamerika und .EuBO,pa ^begeben, um die Situation in. den argentinischen Kolonie^, darzulegen, und die öffentliche. Meinung .von der s$\ßdYi$$n -Tätigkeit der. ICA zu .überzeugen sowie von den Mö.gljehkeiten-einer mehr produktiven Verwendung der M^ionenfonds--der ICA. •-In Argentinien zeigen sich (ungähejiE.q. BsQlonisatiqnsmögiichkeiten. - . - (jtln^dft^,'argentinischen Kolonien, die im .ganzen Staate 2p$pi?mfcsjp<lv leben 20.000 Juden. Bis in die letzte Zeit habende i;j&de.n keinen-Anteil-am politischen Leben im l4^de^e.)W?rnrn(en und kümmerten sich nicht, einmal um die 1Er4a.^gU)aSe der. Staatsbürgerschaft. Daraus erklärt es sich, daß /fy, 'B>.r^m Städtchen. Riviera, das ausschließlich von Ju.den.vbewp.hnt ist, die Juden keinen einzigen. Vertreter im Magistrat halben. Mehr politisch aufgeklärt waren die Juden •^CH^eJio^f.t De^-Ma-gistrat. in Domingos besteht nur aus .luden*j.DervBüFgenneister:,is,jt Jude. Samstag sind die Magistratsbureaus geschlossen. •■ ^v: Die viüdischen Kolonisten entwickeln eine intensive .Aktiqn,in ^er Ricbtun&der Organisierung der Genossens ch-a 11,s w i r t s.c-h a,'^.t. Es existieren .dort ausgezeichnet arbeitende .Kooperativen und Bankkreditinstittttionen. Die Kolonisten .geben eine Fachzeitschrift heraus. - .-'Eine sehr schwierige Lebensfrage in den Kolonien ist* (die Frage, der Jugenderziehung. .Die ICA hat a.llef Sch u 1 en in den Kolonien der argentinischen Regierung g e s c henkt. Die Unterrichtssprache in diesen Schulen ist nunmehr Spanisch. Die jüdische Jugend erhält daher die Erziehung in den allgemeinen Schulen; in den jüdischen- Schulen werden den Kindern die Judaistica unddie Religion beigebracht. Dies hat Unzufriedenheit bei der .Mehrheit der Eltern hervorgerufen, da die Assimila- Jionsrendenzen in den Kolonien bisher keine Grundlage haben. -Jn allen Kolonien, auch in den kleinsten Siedlungen, befinden sich Kulturverbände, Bibliotheken, Jugendklubs. Das soziale Leben ist in den Städten weiter entwickelt. Das Bürgertum leistet philanthropische Arbeit, die Arbeiterelemente hingegen entfalten eine kulturelle Tätigkeit. Es ist in Argentinien der Ansatz für ein jüdisches Schulwesen yorhagdeo. , < Der seit einem Jahre in Preußen geführte Kampf des Kultusministers Becker gegen die antisemitischen Tendenzen der nationalistischen Studentenschaft ist durch die dieser Tage erschienene neue Verordnung entschieden worden. Gegen den Minister hatte sich der Hochschulring deutscher Art aufgelehnt, der völlig .unter dem Diktat der Wiener und Prager Hakenkreuzler steht. Ein Teil der deutschen Rektoren und Professoren hatte sich* gleichfalls gegen den Minister gestellt, dagegen War die Studentenschaft von B 0 n n gegen den Arierparagraphen aufgetreten. Ihr schloß sich dann die- Studentenschaft von Freiburg an,, die dem Zentrum nahesteht und im eigenen Interesse gegen jedes Ausnahmsrecht auftreten muß.' '•' Die "Verordnung des Ministers Becker ist am- 1. Oktober ergangen und besagt unter anderem: „Die Studentenschaft wird vom Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung staatlich anerkannt und ver-' fassungsmäßiges' Glied der Hochschule, wenn die nach 'Maßgabe* der folgenden Verordnung rnitgliedsberechtigten Studenten einer Hochschule in einer gleichen und geheimen Abstimmung, die unter Leitung des Rektors zu erfolgen hat, beschlossen-haben, eine "^Studentenschaft" 211 bilden. Die erste Wahl muß; bis zum 15. Dezember 1927 erfolgt sein. Die Studentenschaft besteht aus den auf der Hochschule eingeschriebenen r e i c h s- und; a u s 1 a n d s d e u t s c h e ri S t u d e n t e n. Ausländsdeutsche Studenten sind alle außerhalb des Reichsgebietes beheimateten Studenten, deren Zuge-; hörigkei't, zur deutschen-' Kulturgemeinschaft d u r c h Sprache, Bildung'ürid Bekenntnis-zu dieser Gemeinschaft erweisbär ist. Die 'Studentenschaft kann sich mit Organisationen, die an anderen deutschen Hochschulen bestehen, vereinigen, sofern diese Organisationen alle reiclis- und auslandsde'ütschen Studenten tunfassen 'und-'sofern die Satzungen solcher Gesamtver'einigünge'ri nicht ' in Widerspruch "■. mit der' preußischen Verdrdriüng über die- Bildung von Studentenschaften steh^^^^ ' . . , . " Aus der Begründung; die mit der! Verordnungah den' Staatsrat gegeben ist,-' 'seien die: Wichtigsten Sätze' 'mitgeteilt; "•' Der Gesamtverband,' zu dem" die; In Argentinienentwickelt sich nicht nur die jüdische Presse; sonderm;auch .-die jüdische Literatur. Das jüdische Theater .prosperiert ausgezeichnet. Die drei •dortexistierenden Theater erfreuen sich eines großen,Erfolges. . Die friste,'JLage der kaukasischen Bergjuden. In Moskau wurde dieser Tage eiue Konferenz voii Delegierten der k a ü k a s i s c h e 11 B e r g j u d e n abgehalten. In das Ehrenpräsidium wurden der Präsident der Sowjetunion K a 1 i n i n, die . Volkskommissare R i k 0 w, S t a IS n, L.üna t s c h a r s k i, sowie Dimantstein gewählt. Die Beratungen werden in der Sprache der Bergjuden,- dem sogenannten „tätischen"-Dialekt, geführt und ins-Russische übertragen; Die Redner schilderten die traurige Lage der Bergjuden, deren wirtschaftliche Position durch Weltkrieg und Bürgerkriege y 011 k o'rn m e!n' verni c h t e t worden ist. Die einzige -Rettungist -die jetzt, vor sich 'gehende S-i e.-dlungsb e w eg u.n.g, die aber n.och nicht genügend nnt.erst;üt.z,t wird.. Angestrebt wird eine zusammenhängende Siedlung der Bergjuden auf dem- Lande, die ihnen die Möglichkeit ökonomischer und kultureller Wiederauf- -lebung geben korine." . .';.. Ernst Cohen — 70 Jähre alt. Wie au§JJ t fe'c h t berichtet wird, beging Professor Dr. Ernst Cohen am 1. Oktober seinen 70. Geburtstag. Professor Cohen lehrt ander Universität zu Utrecht allgemeine und physikalische Chemie und ist Präsident der Internationalen Vereinigung für reine und angewandte Chemie. Er ist einer der eifrigsten Mitarbeiter van t'Hoffs. Der Göttingef Mathematiker Landau geht nach Jerusalem» Wie uns aus Jerusalem geschrieben wird, soll im Laufe dieses Monats das neue mathematische: Institut der Universität durch- Professor Josef Land au.aus, Göttingen eröffnet werden. Professor Landau wird zwei Ki"*se über Zahlenlehre und .Grundlagen der Analytik lesen. Die Hechalüz-Weltkonferenz. Die kürzlich in D a n z i g abgehaltene dritte Konferenz des Welthechaluz hat eine Reihe Beschlüsse angenommen, von denen hervorzuheben sind: Die Weltkonferenz der Organisation Hechaluz stellt mit Genugtuung fest, daß ungeachtet der schwierigen Lage in Palästina und der gedrückten Stimmung innerhalb der zionistischen Bewegung es der Hechaluz-Organisation gelungen ist* ihre Hachschara-Institutionen zu erhalten und sogar zu befestigen. Der Versuch der Palästina-Regjemng, die Einwanderung jüdischer Arbeiter zu stoppen, wird scharf zurückgewiesen und der Beschluß des Zionistenkongresses, in diesem Jahre 1000 bis 1500 Chaluzim nach Palästina zu lassen, warm begrüßt. U. a. \vurde beschlossen, im Jänner 1928 in Warschau ein Seminar zur Ausbildung von Lehrer-Chaluzim zu eröffneiij*"sewteW0$&i*Weic-h-'und'in Galizien je ein« einzelnen Studentenschaften sich' vereinigt haben, die „Deutsche Studentenschaft", hat die Zusammensetzung der einzelnen Studentenschaften des Auslandes diesen Studentenschaften selbst überlassen. Die Studentenschaften' in Oesterreich und Böhmen haben seit Jahren mit Mehrheitsbeschluß als Mitglieder (lediglich 'auslandsdeutsche Studenten arischer Herkunft zugelassen und dadurch nicht nur die auslandsdeutschen, Studentenjüdischer Geburt, sondern auch diejenigen aiuslandsdeutschen Studenten arischer Herkunft ausgeschlossen, die es mit ihrer Weltanschauung nicht vereinbaren können, in eine auf arischer Grundlage aufgebaute Organisation einzutreten. Infolgedessen bestehen gegenwärtig in Oesterreich: und Böhmen nebeneinanderarische, national-freiheitliche und sozialistische Studentengruppen. Die preußischen Studentenschaften sind aber, nur mit den. arischen Gruppen koaliert. Obwohl es.keinem Zweifel unterliegen kann, daß diese Koalition dem geltenden- Studentenrecht nicht entspriclrtj sind dennoch, mannigfache Bemühungen, die preußischen Studentenschaften zu einem Aufgeben ,'-solcher einseitigen Koalitionzu veranlassen, bis vor kurzem ohne Erfolg ge? blieben. - , Erst kürzlich hat ein vom Höchschülverband und der Rektorenkonfereuz eingesetzter Prpfessorenausschuß nach eingehenden Beratungen In Oesterreich berichtet, daß koalitionsfähige Studentenschaften im Sinne der Verordnung vom 18. September 1920 gegenwärtig in Oesterreich nicht existieren und die Ergebnislosigkeit von Verhandlungen Feststellen müssen. Unter diesen Umständen muß die Staatsregierüng, worauf schön in einem Erlaß vom 24. Dezember 1926 die preußischen Studentenschaften hingewiesen, sind, daran festhalten, daß. sich die preußischen Studentenschaften nur mit solchen Studentenschaften verbinden dürfen,"• welche alle deutschen Studenten' ohne Unterschied der RaSse und Konfession-im Sinne der neüen Verordnung umfassen. Nach-' dieser Be*- Stimmung ' erscheinen ' die - deutschösterreichischen ■: und deutschböhniischen ■ antisemitischen V Studenten- -orga-nt^tionenraatsgesebiossen..• >z neue 1 a n d wi r t s c h a f tjd ch e Ch a 1 u z - K ol«»ie zu eröffnen/Es sollen 'einige hundert Chaluzim a«s den ost* europäischen Ländern nach der Tschechoslowakei, Oesterreich, Frankreich und Holland-zur Ausbildung in verschiedenen Fächern geschickt werden. Gegen die Verfolgung der Chaluzim und Ziomsteo in Rußland wird scharf protestiert. Der jüdische Religionsunterricht an den polnischen Mittelschulen. Im •poitt|scheiii Ün^'rrichtemin}ster4am wurde -dieser Tage eine Berätung der. ministeriellen Referenten mk jüdischen Vertretern über dje Sfche.rWg des l üd'i scheu Religionsunterrichts .'an' pplnischen Mittelschulen abgehalten. Es wurde' beschlössen^' in Warschau und in Lembe'rg je eine Kommission edazusetzen, die aus .Ürüyeratäriprpfessoren und jüdischen Gelehrten, bestehen und die Prüfung und OuaUfteienrag von Kandidaten für das./religiöse Lehrfach vörnelittien soll. An ';4en-. phflosbi|hlsphen .Fakialtäten der Universitäten sollen Lehrstellen för;' .n^daisiische Wissenschaften eingerichtet werden. Das Palästina-Stipendium der Berliner jüdischen Gemeinde. Berlin. Der Schulvprstand der. jüdischen Gemeinde hat /beschlossen, das alljährlich einem Lehrer für die Reise nach Palästina zur Verfügung zu stellende Stipendium für dieses Jahr Herrn. Lehrer;Abraharn zu übertragen-. Herr Abraham befaßt sich seit Jahren mit der Pädagogik des hebräischen Unterrichts. .Ihm soll Gelegenheit gegeben werden, in Palästina*, die bebende hebräische Sprache U nd ihre Unterrichtsmethoden - zu studieren. Eilen Sie f e Weißware wird , teurer. Die enorme Erhöhung der . BaumwoUpreise am Weltmarkt ^at eine zirka SOprozentige Preiserhöhung bei sämtlichen Rohprodukten und in weiterer Folge eine große Verteuerung aller Weißwaren bewirkt. Trotzdem verkauft die Weißwaren-Abteilung des populären Leopoldstädter Warenhauses Brüder Schiff mann, IL, Taborstraße 48 — solange die Lagervorräte reichen — die in allen Kulturstaaten bestbekannte Standard-Marke .iLMien", die unerreichte Qualitätsware, zu den bekannt billigen -ralten — Preisen. Sie zahlen eine hohe Wartegebühr, wenn Sie nicht raschest Ihren Bedarf in „Lilien"- Leinen, Weben, Chiffons, Gradl, Damast, Perkalme, Inlette, Tischtücher , und Handtücher usw. bei „Schiffmann" decken. Riesenauswahl in allen Breiten; von 80 bis 200 cm, vom einfachsten bis zum feinsten Genre. Nie wiederkehrende Okkasion für Hoteliers, Gastwirte und den privaten Haushalt l Jeder Kunde erhält, auch beim kleinsten Einkauf, ein praktisches Geschenk. Gratis-Verteilung von großen 'Blech-, dosen des bekannte» Kemigunssmtftds „T. p r.

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