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Der neue Anfang · 1919-03-01 · Heft 5 (1.3.1919) · page 12

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Journal
Der neue Anfang
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 5 (1.3.1919)
Date
1919-03-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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in den Zeichensaal verboten habe. Ich erwiderte ihm, daß rechtlich nichts dagegen eingewandt werden könnte, wenn nicht ein Mitschüler in derselben Stunde auch Bücher mit in den Zeichenunterricht gebracht hätte, unddieser wissentlich von Herrn M. nicht bestraft worden wäre. Er antwortete mir darauf, daß er von meinem Mitschüler die subjektive Überzeugung habe, daß dieser nicht gearbeitet hätte. Er würde" aber, iügte er hinzu, auch ihn mit einer Stunde Arrest bestrafen, um den Schein der äußeren Gerechtigkeit zu wahren, sollte ich mich höheren Orts beschweren wollen. Von einer Beschwerde versprach ich mir nichts, da höheren Orts wahrscheinlich nichts geändert worden wäre. Seit jenem Tage war ich auch in den Augen der übrigen Lehrer ein geringerer und zweifelhafter Schüler geworden. Die folgenden Zeilen werden meine Behauptung beweisen. Als in einer Deutschstunde eine Unruhe entstand, verdächtigte mich Dr. S. ohne weiteres der Täterschaft, Nur ich könne „derjenige, welcher" sein, denn was er von mir gehört habe usw. . . . . Er war aber zu feige, mir eine Begründung anzugeben. Es sei festgestellt, daß dieser Oberlehrer bei jeder passenden oder nicht passenden Gelegenheit an das Aufrichtigkeits- und Wahrheitsgefühl der Jugend appellierte. Im Mündlichen wie Schriftlichen verschlechterten sich meine Leistungen. Beim Nachprüfen von Übersetzungsstellen aus dem Mittelhochdeutschen-warf mir Dr. S, als falsch übersetzt vor, was die Klasse als richtig übersetzt bezeugen konnte. Die Verhetzung beschränkte sich nicht auf diesen Herrn Oberlehrer, sondern auch Dr. P. bezeichnete eine mathematische Klassenarbeit mit „noch genügend", obwohl von vier gleich schweren Aufgaben dreieinhalb richtig gewesen waren. Ein anderer Mathematiklehrer bestätigte mir die ungerechtfertigte Beurteilung meiner Arbeit. Er bezeichnete dieselbe Arbeit unbeeinflußt mit „gut". Prof. Dr. J. beurteilte meine schriftlichen lateinischen Arbeiten stets mit „mangelhaft". Bevor ich den Text der Übersetzung erfuhr, war mir klar, daß ich höchstens eine „4" schreiben würde. Mein Nebenmann, ein ziemlich guter Lateiner, war durch eine Verletzung an der rechten Hand am Mitschreiben verhindert und diktierte mir daher auf meine Bitte hin die deutsche Übersetzung. Obwohl auch tatsächlich weniger als falsch angestrichen war, wurde die Arbeit gewohnheitsmäßig mit „mangelhaft" zensiert. Ostern 1916 verließ ich diese Anstalt. H. G. (Berlin) 30 Forderungen der proletarischen Jugend (Vorbemerkung der Schriftleitung. Im Folgenden teilen wir — ohne Stellungnahme — 30 Forderungen mit, welche die proletarische Jugend Berlins schon vor einiger Zeit aufgestellt und durch eine Demonstration vertreten hat. Wir fühlen uns geradezu verpflichtet dieses Dokument den Lesern des „Neuen Anfang" zur Kenntnis zu bringen. Denn wenn der 82

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