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Der neue Anfang · 1919-02-15 · Heft 4 (15.2.1919) · page 17

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Journal
Der neue Anfang
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 4 (15.2.1919)
Date
1919-02-15
Page
– (sequence 17)
Language
German
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dieser Auseinandersetzungen. Da dankte der Leiter um der Entwicklung des Sprechsaals willen mit einer Erklärung defe Verzichts auf Wiederwahl ab. Der inneren Krise folgten mit Schulbeginn wieder äußere Kämpfe. Der frühere Leiter hatte mit Einverständnis zweier Mitglieder des fünfgliedrigen Ausschusses je einen Vertreter des bayerischen Jugendbundes und der Freien sozialistischen Jugend zur Aussprache und Stellungnahme geladen. Der bayer. Jugendbund zog sich nach lebhaften Angriffen einzelner zurück, die Stellung blieb ungeklärt. Zwei Redner der Freien sozialistischen Jugend vertraten kommunistische Oedanken, unterstützt von ganz wenigen, und sprachen der Zusammenarbeit mit der Proletarierjugend das Wort. Sie wurden einstimmig abgelehnt. Daraufhin erfolgte ein Verbot des Sprechsaals vonseiten des Direktors der Lehrerbildungsanstalt, offenbar auf eine übertriebene Darstellung eines Allzueifrigen hin. Der neue Leiter erwirkte eine Rücknahme durch Ausspielung seines Kameraden. Erst eine persönliche Aussprache des Einladers mit dem Direktor verwies die Angelegenheit wieder der Mehrheit des Sprechsaals „wenn Sie kein Kommunist sind! Bolschewik! dulde ich nicht!" Inzwischen war beschlossen worden, einen Elternabend zu veranstalten, um die Eltern über die Ziele des Sprechsaals aufzuklären. Bemerkenswert war sein Verlauf insofern, als auf dem Rednerpodium zwei erbitterte Gegner standen: der alte und der neue Leiter, ersterer in letzter Minute zum Reden aufgefordert. Bezeichnend der Verlauf: Darstellung vom Wesen des Sprechsaals, seiner Gründung, seiner Geschichte durch den alten Leiter. Bemühungen des neuen Leiters dazwischen die Herbe der Wahrheit zu versüßen, auch durch .inmöglichste Kompromisse. Ein kurzes Gefecht über Sozialismus, Entgegnung des alten Leiters auf allzu bürgerliches enges Geklatsch. Die Eltern, ruhig, wagten wenig Einwände. Trotzdem werden manche ablehnend heimgegangen sein. Wegen der Offenheit. Andere wenige kämpften wacker mit. Diagnose: Der Sprechsaal wird den Weg der Versumpfung gehen. Jugendlich ist er nicht, wenn auch mehr als der Sprechsaal des Jugendbundes, Menschlichkeit ist in ihm wenig zu finden, dafür Schülerbewußtsein: danke! München. (Sprechsaal der Freien sozialistischen Jugend.) Da der alte Sprechsaal Münchner Mittelschüler bald vollständig unter den Einfluß des „Bayerischen Jugendbundes" geriet und somit rettungslosem Stumpfsinn anheimfiel, gründeten die jugendbewußten Mittelschüler und Seminaristen zusammen mit Studenten und Arbeiterjugend einen Sprechsaal der Freien sozialistischen Jugend. Die Konstituierung erfolgte nach einem Referat Paul Reiners, das folgende Richtlinien für den Sprechsaal aufstellte: 1. Recht der Jugend auf Jugend; 2. Selbstbestimmungsrecht der Jugend; 3. Recht auf alle Bildungsmöglichkeiten 67

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