Der neue Anfang
- Journal
- Der neue Anfang
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 3 (1.2.1919)
- Date
- 1919-02-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Realschulmann zitiert den Ausspruch eines Direktors: „Die Sehülerausschüsse werden nie mehr aufhören!" und folgert daraus, daß die Direktoren in den Ausschüssen ein praktisches Mittel sehen, um ihnen mißliebige Lehrer unter Kontrolle zu halten (die Schülerausschüsse in Spitzeldiensten!!) Der gleiche Realschulmann appelliert an alle „braven" Eltern, ihre Söhne nicht von den Schülerausschüssen fernzuhalten, sondern sie umgekehrt in dieselben hineinzuhetzen, damit „den schlimmen Verwüstungen, welche die Sehülerausschüsse angerichtet haben" Einhalt getan werde. H. B. Chronik Alle Kameraden werden dringend gebeten auch ohne besondere Aufforderung uns regelmäßig (etwa alle 14 Tage) kurzgefaßte Berichte » über die Jugendbewe gung (Schülerräte, Schulgemeinden, Sprechsäle, Versammlungen usw. zugehen zu lassen. Ferner bitten wir dringend um Übersendung von Zeitungsausschnitten, in denen über Jugendbewegung, Schulreform und überhaupt alle pädagogischen Fragen etwas mitgeteilt wird. Die Schriftfeitung Aschersleben. Die Schülerbewegung begann hier mit Einrichtung von „Jugendausspracheabenden" bei denen unter Leitung von Lehrern eine freie Aussprache der Schüler zunächst über politische Themata stattfand. Dieser Vorschlag fand unter der Jugend begeisterten Zupruch. Er beschränkte sich nicht nur auf die Jugend des Realgymnasiums, von wo die Bewegung ausgegangen war, sondern auch die Schülerschaft des Lehrerttrid des Beämtehsemiriars beteiligte sich freudigst hieran. Weniger freudig -davon berührt' schienen "die Direktoren und Lehrerkollegien der betreffenden Schulen zu sein. Der 2. Abend (7. XII) beschäftigte sich nämlich mit Fragen der Schulreform und kam dabei auch auf den Gedanken der „Schülerräte" und „Schulgemeinden" zu sprechen. Zu diesem Abend war auch das Lehrerkollegium, das eingeladen war, erschienen d. h. es w!ar im Hintergrunde gesessen, hatte geschwiegen und mit Mißfallen wahrgenommen, daß die Jugend mit Begeisterung sich an diesem Ausspracheabend beteiligte. Das Lehrerkollegium sah sich dadurch um das Vertrauen seiner Schüler betrogen und sein Haß richtete sich bald gegen den Gründer der „Abende", einen jungein Lehrer. Gegen diesen Wurde nun ganz in der Art .und Weise einer mittelalterlichen Ketzerverfolgung, eine Hetze inszeniert, die in ihrer großangelegten Dummheit, in ihrer Unritterlichkeit, ja Unanständigkeit an dieser Stelle leider nicht mit gebührender. Ausführlichkeit gebrandmarkt werden kann. Sofort nämlich nach jenem „verhängnisvollen" Ausspracheabend, der übrigens im Großen und Ganzen die Billigung aller , anwesenden 47