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Der neue Anfang · 1919-01-01 · Heft 1 (1.1.1919) · page 11

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Journal
Der neue Anfang
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 1 (1.1.1919)
Date
1919-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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direktoren ein Hintertürchen offen gelassen, durch das sie den neuen Geist bei einigem Geschick auch wieder hinausbugsieren können. In Preußen hat man es nämlich den Schulen überlassen, selbst — in einer Schulversammlung — über die Einführung der neuen Schulverfassung zu entscheiden. Das ist eine sehr bedauerliche Halbheit. Denn es ist ja einem jeden bekannt, daß es viel Schüler gibt, die abgestumpft sind und kein Interesse am Schulbetrieb haben, viele, die durch die jahrelange Schulsklaverei das Zutrauen zu sich selbst verloren haben und viele, die durch Aussicht auf eine nachsichtige Zensur für manches zu gewinnen sind. Es dürfte nicht allzu schwer fallen, solche Leute davon zu überzeugen, daß aus einer neuen Schulverfassung doch nichts herauskäme, daß das doch nur eine Kinderei gäbe usw. So kann es möglicherweise kommen, daß die Einführung der neuen Schulverfassung gerade am Widerstand solcher Leute scheitert, für deren Erziehung sie von größter Bedeutung werden könnte. Auch in Bayern hat man nur halbe Sache gemacht. Man hat zwar die „Schülerausschüsse" dort obligatorisch eingeführt, dagegen die Zulassung der „Schülerversammlungen" den Anstalten (also den Direktoren) freigestellt. Damit hat man den Schülerausschüssen eine Bedeutung gegeben, die sie nicht verdienen und die eigentlich wichtige, eigentlich demokratische Einrichtung, die Schülerversammlung!, als nebensächlich abgestempelt. Und warum? Weil die Schülerausschüsse weniger gefährlich sind, weil sie isoliert sind und der Lehrerschaft gegenüber keine Macht darstellen und man 20 Leute leichter zu etwas bringen kann als 500. Man schaue sich nur so einen bayerischen Schülerausschuß an! Die Mitglieder werden einmal im Jahr gewählt. Die Schülerschaft hat also nur ein einziges Mal die Möglichkeit ihrem Willen Ausdruck zu verleihen. Und zwar ist das dann ausschließlich der Wille der Klassen m ehr hei t; die Minder- 9

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