Der neue Anfang
- Journal
- Der neue Anfang
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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chen und dort die schrecklichen ßlüten der Bürokratie treiben. Dazu müssen die wenigen, die das Gespenst schon sehen, sich dagegen wehren. Denn was wir wollen, ist doch eine Schule, in der neue und freie Menschen erzogen werden und keine geistig geknechteten. Neu-Deutschland braucht schöpferische Geister. Unser Geist muß aber frei sein, damit er schöpferisch werden kann. Daher muß die Schule ein Tummelplatz jugendlichen Voltebens werden. Die Schranken zwischen den Klassen müssen fallen und einziehen soll ein neuer Geist, ein Geist der Gemeinschaft und der Kameradschaft. Wir wollen in unseren Lehrern unsere Freunde sehen können mit denen wir uns zusammengetan haben, um eine Arbeitsgemeinschaft zu bilden. Die Lehrer sollen uns die Richtung weisen, in der wir einmal neue und wertvolle Kämpfer für die Kultur werden können. Die alte Generation hat versagt, also ist es an uns Jungen zu werden und zu schaffen. Ob das aber die Jugend will, ob sie den Ernst dazu hat? Das ist errae andere Frage. Ich habe auf diesem Gebiet traurige Erfahrungen gemacht. Die Jugend wehrt sich mit Händen und Füßen, ja, ich möchte sagen, sie will gar keine Jugendkultur. Und besonders ist es die bayr. Jugend, die diese Gedanken in sich trägt. Das alte Erziehungssystem' und, nach meiner Meinung, auch das Bier hat diese Jugend schon so stumpf gemacht, zu stumpf um zu neuem jugendlichen Leben zu erwachen. Das alles sind die Gründe die mich dazu zwangen, mein Thema umzuändern, da ich auf die Frage: „Was erwarte ich mir von dem Schülerrat?" nur die eine Antwort geben konnte, nämlic'h jetzt noch nichts. (So geschrieben am 28. November 1918.) Die neue Schulverfassung. Die Regierungen der Freistaaten Preußen und Bayern haben ihre Mittelschuljugend bereits beide mit einem Schulerlaß beschenkt, der dem demokratischen Geist nun auch ein Pförtchen an unseren Gymnasien usw. öffnen soll. Doch ist man an dieses „Experiment" ziemlich vorsichtig herangegangen und hat in fürsorglicher Weise den Herrn Schul- 8