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Der neue Anfang · 1919-01-15 · Heft 2 (15.1.1919) · page 20

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Journal
Der neue Anfang
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 2 (15.1.1919)
Date
1919-01-15
Page
– (sequence 20)
Language
German
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gendwelcher staatlicher Körperschaften schon ihrer ganzen Denkungsart nach nicht zugemutet werden durfte, .unerklärlich erscheinen müssen, läßt sich das tätliche Vorgehen durch keinerlei „taktische Notwendigkeiten" rechtfertigen. Die raudaulustigen Elemente der Polizeimannschaft ergriffen eben mit Freude die Gelegenheit, einmal ohne jedes Risiko in ihren höchsten Berufsfreuden zu schwelgen, da sonst politische Bedenken und Angst ihrem Betätigungsdrang Zügel anlegen. Wenn der Landesschulrat auch erklärt hat, das Aufgebot der Polizei nicht veranlaßt zu haben, so zeigt die Weigerung, ihre Abberufung zu verlangen, doch, daß man sich dort scheinbar noch immer nicht von dem altbewährten Erziehungsgrundsatz, daß eine Tracht Prügel zur rechten Zeit Wunder wirke, lossagen könne. Auch in den Verhandlungen hat es der Landesschulrat bis jetzt mit den alten Mittelchen versucht: Immer ist man freundlich und in Äußerlichem entgegengekommen und hofft so beschwichtigend sich um das Prinzipielle herumzudrücken. Zuerst erklärt man sich für inkompetent; dann will man ausführlich an das Staatsamt berichten und zu diesem Zwecke eine großangelegte Enquete veranstalten; endlich einigt man sich in Verhandlungen für den nächsten Tag. In der darauffolgenden Sitzung des Komitees wurde neuerlich beschlossen, in keinem "Punkt von den aufgestellten Forderungen abzugehen und vor allem vom Landesschulrat zu verlangen, daß, um den Unterricht 'nicht zu gefährden, noch vor dessen Wiederaufnahme an einem von ihm bestimmten Tage an allen Mittelschulen Wiens Wahlen für den Zentralausschuß durchzuführen seien und dieser sich ehebaldigst zu konstituieren habe. Dadurch sollen die Verhandlungen der Schüler mit dem Landesschulrat auf eine legale Basis gestellt werden. Erst dieser Ausschuß wird berechtigt sein, die speziellen Forderungen der Mittelschüler aufzustellen und zu vertreten. Bei der nächsten Besprechung der Deputation des Ausschusses mit dem Landesschulrat wurde ein anderer diplomatischer Trick angewendet: das altösterreichische „Divide et impera!" Es wurden nur vier Mittelschüler vorgelassen, während den übrigen und die Vertreter des Beirates, der sich aus Pädagogen und Hochschülern zusammensetzt, der Zutritt verwehrt wurde. Drinnen sollten offenbar durch die ganze Aufmachung und den Aufmarsch Her Würdenträger 'des Landesschulrates unsere Kameraden eingeschüchtert werden. Es ist selbstverständlich, daß infolge dieser Benachteiligung der Mittelschüler durch das Beiseiteschieben ihres Organisationskomitees den Verhandlungen für uns nur die Bedeutung einer durchaus unverbindlichen, vertraulichen Auseinandersetzung zukommt. Der Landesschulrat erklärte während der vierstündigen Unterhandlung den anwesenden Mittelschülern, er sei grundsätzlich "bereit, den Schülern der Oberklassen Koalitionsfreiheit zu gewahren, jedoch hur, 34

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