Der neue Anfang
- Journal
- Der neue Anfang
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 2 (15.1.1919)
- Date
- 1919-01-15
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Der Untertan/) Die Printe der Bismarckschule sendet uns folgende Erklärung: Die Primaner der Bismarckschule lehnen es ab, einen Schülerrat zu bilden, weil durch eine derartige Einrichtung das Vertrauensverhältnis zwischen Lehrern und Schülern gestört werden muß und womöglich anarchistische Zustände in der Schule einreißen würden. Die Bildung eines solchen „Rates" ist gänzlich überflüssig, da doch schon in den einzelnen Klassen das Amt eines Vertrauensmannes besteht, der etwaige Beschwerden dem Klassenleiter mitteilt. Der einzige gute Gedanke in den Hoffraannschen Erlassen ist der, daß gelegentlich eine offene Aussprache zwischen Lehrern und Schülern stattfinden könnte, natürlich unter Beibehalt der bestehenden Ordnung. Alles was darüber hinausgeht, muß unbedingt verworfen werden, denn der Kultusminister kann durch solche Erlasse auf keinen Fall das Wohl der Schüler fördern w'ollen. Er bezweckt nur, die heranwachsende Jugend mit bolschewistischen Ideen zu vergiften. Leider haben diese umstürzt er i sehen Ideen in den mittleren Klassen einiger Schulen Eingang gefunden. Die Schüler dieser Klassen sind sich offenbar noch nicht klar darüber geworden, daß der Kultusminister die heranwachsende Jugend nur Zügellosigkeit, d. h. Bolschewismus, lehren will. Damit aber ginge unser^aterland dem Verderben entgegen. Wir wollen doch einmal unsere Kräfte in den Dienst eines wirklich freien Deutschlands stellen, aber nicht in einem Deutschland leben^ in dem es drunter und drüber geht Wir fordern deshalb alle höheren Schüler Hannovers auf, der verderblichen Hoffmannschen Schulpolitik die gebührende Absage zuteil werden zu lassen, indem sie einmütig die Bildung von Schülerräten ablehnen. (Hannov. Kurier.) Gegen die Schülerräte. Auch die O III rg der Bismarckschule hat die Gründung eines Schülerrates einmütig1 abgelehnt, um das Vertrauen zwischen -Lehrer und Schüler nicht zu untergraben. (Das Recht, Schülerräte zu bilden, besitzen die Klassen AI bis Olli.) (Hannov. Kurier 19. XII. 18.) Die Errichtung eines Schülerrats hat auch die Obertertia des Goethegymnasiums abgelehnt. Die Schüler ziehen das System der Vertrauensleute vor. (Hannov. Kurier 19. XII. 18.) Die Stellung der Schüler zu den Schülerräten. Von der Prima des Kaiser-Wilhelms-Gymnasiums wird uns geschrieben: Die Aufforderung des Ministeriums zur Bildung eines Schülerrats und einer Schulgemeinde lehnen die Primaner des Kaiser-Wilhelms-Gymnasiums selbstverständlich auf das entschiedenste ab. Zur Vertretung der Schüler und *) Unter dieser Oberschrift werden wir auch fernerhin urkundliche Beiträge zur Naturgeschichte der bürgerlichen Jugend bringen. Sie sollen verständlich machen, wie jener BfirgertTp entsteht, den Heinrich Mann in seinem Roman G,Der Untertan«) schildert — Um weitere BeiträgeXwird gebeten. 26