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Der neue Anfang · 1919-01-15 · Heft 2 (15.1.1919) · page 11

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Journal
Der neue Anfang
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 2 (15.1.1919)
Date
1919-01-15
Page
– (sequence 11)
Language
German
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ling trocken und kalt, so blüht sie nicht, und alle Sonne und Feuchtfekeit hni Herbst vermag sie nicht zum Leben zu erwecken. Familienerziehung? Wer wägt es, von TD-ziehung zu reden, wo schon die Vorbedingung nicht gegeben ist: Achtung vor dem Denken und Fühlen des Kindes, Ernst im Verkehr mit ihm und Ehrfurcht vor seinem ganzen Wesen? Erziehung? Aber man sagt uns, die Familie sei die natürliche Stätte der Erziehung und natürlich sei, daß das Kind im Eltern^ hause erzogen werde. Ich will mich nicht darauf einlassen, daß damit noch nicht .gesagt wäre, daß es dann auch zu wünschen sei; denn keineswegs ist alles Natürliche gut. Ich bestreite, daß die .Familie die natürliche Erziehungsstätte ist: Wenn die jungen Vögel in ein bestimmtes Alter kommen, werden sie von einer Art Wahnsinn befallen, der sie einige Kilometer weit wegfliegen läßt. Dies gesche zur Verhütung der Inzucht, erklären die Naturwissenschaftler. Die Ueberbleibsel dieses Triebes lassen vsich bei allen Tieren erkennen. Auch beim Menschen sind solche Reste da: die Abenteuersucht des Knaben zwischen "13 und 14. Die Indianerspiele der Knaben, die Freuden .an Abenteuergeschichten, der Bau von Höhlen oder Hütten im Garten oder irgendwo weit draußen, der Entschluß, durchzubrennen nach Afrika oder Amerika (mit dem Gedanken gespielt hat jeder) usWi, das alles sind die Reste dieses Naturtriebes. (Hierin liegt zugleich einer der Urtriebe des Wandervogels). Natürlich ist die Famüienerziehung nicht. Natürlich ist es, daß mit 14 Jahren die Kinder aus dem Hause wegkommen. Natürlich ist es — und auch wünschenswert. Zwar gibt es einige wenige Familien, die die Gabe hätten, ihre Kinder <zu erziehen — aber sie sind so1 gering an Zahl, daß wir sie übersehen müssen. P. L., Frankfurt 2*

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