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Der Anfang · 1911-01-01 · IV. Heft (1911) · p. Seite 87

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Journal
Der Anfang
Volume
Jahrgang 1911
Issue
IV. Heft (1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 87 (sequence 11)
Language
German
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- 87 — gegen und verfolgt ihn selbst noch bis nach Hause in Gestalt der meisten Schulaufgaben. Ueber seinem Haupte sammelt er sich an, ihn zu Boden drückend, um ihn mit Drohungen und Schmeicheleien für seinen Zweck gefügig zu machen. Aber er wird sich aufrecht halten können, er wird sich blos momentan wie Stahl biegen, wenn er gute Eltern hat, die ihm dazu helfen, dfe ihm den Zusammenhang von Schule und Leben erklären; denn wirklich gute und kluge Eltern sind fast immer im Stande, das Leben ihrer Kinder in die richtigen Bahnen zu leiten. Wie anders ist dagegen die Stellung eines begabten Kindes, wenn es jene schwere Atmosphäre nicht nur in der Schule, sondern auch in seinem Elternhause, und vielleicht noch viel mehr in seinem Elternhause, vorfindet. Wenn es sich nirgends stützen, nirgends flüchten kann, wenn es Niemandem seinen Kummer klagen kann, der vom kindlichen Herzen gewiß am stärksten empfunden wird, wie soll es dann seinen inneren Mut und seine Kraft behalten? Es sieht, wie man sich bemüht, aus Kindern Maschinen zu machen, die wie die alten Menschen gehen, denken und sehen. Es sieht, wie man sich auf jede Art und Weise, mit Schlägen und Beleidigungen, bemüht, von frühester Jugend an das Gefühl der persönlichen Würde, jenes kostbarste Gut des Menschen, in ihm zu ersticken. Es sieht um sich jene Streber, diese „Feiglinge und elendste Wichte", die sich unterjochen lassen und der Macht zu Füßen fallen. Es fühlt den Boden unter seinen Füßen weichen, und doch, es will nicht untergehen, es will seinen eigenen Willen, sein innerstes Ich, seinen Geist, welcher ihm mehr ist als seine äußere Hülle, bewahren. Es rettet seine Seele, indem es seinen Körper vernichtet, es will sich selbst erhalten und muß sich darum töten. Wer nennt solch einen Menschen einen Feigling?-- Es liegt mehr Selbsterhaltung darin, sein Leben zu geben und seinen Glauben und seinen Glanz zu bewahren. Es ist ein Feigling der, welcher das fühlt und die Tat nicht wagt und ein elender Wicht ist der, dessen Hauptzweck die Erhaltung seines Körpers bleibt. * * *

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