Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- Jahrgang 1911
- Issue
- IV. Heft (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 81 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- 81 — Antwort läßt sich auf diese Flage nicht gfeben. „„Wer in der Jugend . . . nur eine Vorbereitungszeit ohne eigenen Wert sieht, und in der Schule nur die Vorübung für den späteren Kampf ums Dasein als den eigentlichen Lebensinhalt, für den dürfte eine Vertiefung und Heiligung des Lehrens und Lernens nicht in Frage kommen."" Jedoch schon Rousseau spricht die Ansicht aus, daß zu keiner Zeit der Mensch empfänglicher für große Ideen sei, begeisterter den Idealen sich hingebe, als in den Entwicklungsjahren. Die Gründe liegen nahe: die Interessen des Berufslebens, die Sorge um die Familie haben den Horizont des Jünglings noch nicht verengert „— und, was hiermit zusammenhängt, aber noch mehr ins Gewicht fällt: er kennt noch nicht die Gleichförmigkeit des Tages, der Sitten — die Konvention, „das ewige Gestrige, das immer war und immer wiederkehrt" und der schlimmste Feind alles Großen ist. „Wohl: mag der Jüngling fähig sein, nicht nur die Aufgabe zu erfassen, sondern auch im einzelnen Falle ihr gemäß zu handeln. Wird er dann noch jung sein, wird er noch die naive Freude am Leben behalten?" Auch das läßt sich abstrakt nicht beweisen; ein Blick in die Jahresberichte, oder besser noch ein Besuch der Schule überzeugt. „,.Zu den wichtigsten Erziehungsfragen, welche die F. S. G. löst, gehört das Problem der Koedukation. In Wickersdorf sieht man nicht, wie an vielen anderen Orten den Schwerpunkt dieser Frage auf sexuellem Gebiet, wenn auch natürlich dieser Faktor mitzusprechen hat. Sondern es entscheidet die Frage: „„Gibt es ein spezifisch männliches oder weibliches Ziel, auf das hin dem Leben die Richtung gegeben werden soll?" Von vielen Seiten werden wir die Fragen bejahen hören, wird uns Goethes: „Die Knaben zu Dienern, die Mädchen zu Müttern" erwidert werden. Darauf erwidert Dr. Wyneken (der Verfasser des Jahrbuchs): „„Soll das nun heißen: das, was die Zeit vom 20. bis zum 40. Lebensjahre ausfüllt, soll auch schon die vom 1. bis 20. ausfüllen?"" Darin sieht er eine Beschränkung des geistigen Fortschritts; von vorn herein wird die Frau auf ein enges Gebiet beschränkt, und ,fJ,die