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Der Anfang · 1911-01-01 · IV. Heft (1911) · p. Seite 82

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Anfang
Volume
Jahrgang 1911
Issue
IV. Heft (1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 82 (sequence 6)
Language
German
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- 82 - alte Identifizierung von Geschlecht und Beruf"" verhindert ein für alle Mal einen Fortschritt des Weibes. Gerade wir aber leben in einer Zeit, wo ein gewaltiger Umschwung in Leben, Anschauung und Beurteilung der Frau vor sich geht, und es wäre beschränkt, wollten wir jetzt die Frau „„nach vorgefaßten Begriffen"" erziehen, mit Rücksicht auf „»ein täglich fragwürdiger werdendes Häuslichkeitsideal"" und auf „„andere Vorstellungen, die der Philister unter dem Ewig- Weiblichen begreift."" Das ist der Standpunkt der F. S. G. gegenüber der Frage, ob beide Geschlechter die gleiche Erziehung genießen sollen. Und wollte man nun den allerdings schwerwiegenden Einwand gegen diese Ausführungen erheben: „Die vorwiegend physiologische Bedeutung des Weibes für die Menschheit steht einer solchen, auf das Geistige gegründeten Auffassung entgegen", so lautet die Antwort: „„Und mag die eigentliche Bestimmung des Weibes biologisch sein — erst das Weib wird mehr als ein Tier oder eine Sklavin, wird Mensch und des Mannes Genossin sein, das sich dieser seiner Bestimmung selbst und bewußt weiht."" Die Worte über die Notwendigkvit der gemeinsamen Erziehung der Geschlechter jedoch (im 1. Wickersdorfer Jahrbuch) bergen eine so weitschauende und edle Idee, daß ich es mir nicht versagen kann, sie wiederum im Wortlaut anzuführen: „„Die Jugend ist die Zeit der Empfänglichkeit für die absoluten Werte des Lebens, die Zeit des Idealismus. Sie ist die einzige Zeit, ... in der ein soziales Empfinden entstehen kann, das nicht auf dem Opportunismus beruht, nicht das größtmögliche Glück möglichst vieler erstrebt, sondern das die Gesellschaft ansieht als eine Organisation zum Zwecke der Förderung des Geistes. Die Einheit der Menschheit vor dem Geiste darf da nicht preisgegeben werden, wo die junge Generation seinem Dienste geweiht wird. Schon in der Jugend sollen beide Geschlechter nicht nur die gleiche Sprache sprechen und verstehen lernen, sondern sie auch miteinander sprechen* Hier iader Jugend sollen sie den tiefen, wichtigsten

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