Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- Jahrgang 1911
- Issue
- III. Heft (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 72 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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- 72 — Die Einrichtung eines solchen Briefwechsels könnte in der Art bewerkstelligt werden, daß im Anfang entweder die Namen und Adressen seiner Mitarbeiter unb Freunde offen angegeben, oder daß für die Namen Chiffren eingesetzt werden. In diesem Falle müßte der Briefwechsel, besonders zu Anfang, durch die Redaktion vermittelt werden. Ich wäre für die erste Art, da ja die Zettschrift und somit die Adressen nicht in unberufene Hände kommen werden* Vielleicht könnte man auch beide Arten verbinden und je nach Wunsch der Mitarbeiter verfahren. — Ich bin der festen Ueberzeugung, daß die Einrichtung eines der- Artigen Briefwechsels die lebhafte Zustimmung aller Mitarbeiter und Freunde des Anfang finden würde. Der erste Schritt zum Erfolg ist: Zusammenschluß! Mit bestem Gruß Ihr ergebener Hans Bernhard von Schweinitz. Motto: Nicht die Stärke aber die Dauer der hohen Empfindnng macht den hohen Menschen. (Nietzsche.) Sehr geehrter Herr von Schweinitz! Thr Brief hat mir große Freude bereitet. Er ist der erste Schritt zur Realisierung unserer Absichten. Erlauben Sie mir die Gedanken auszusprechen, welche er in mir angeregt hat. ihr Brief bietet mir zugleich die Gelegenheit, auch eine zweite Zuschrift zu erwähnen, welche uns auffordert, „das Alte und Morsche über den Haufen zu rennen". Das Alte und Morsche über den Haufen zu rennen? Wo keimt es denn eigentlich, dieses Alte und Morsche, das schon unzählige Male über den Haufen gerannt worden ist und stets wieder neu spriesst? Jene Schulmeister, Philister und Pedanten sind sicher nicht unsere schlimmsten Feinde, denn, wie Sie, Herr von Schleinitz, sagen: „das Alte hat noch nie das Junge bezwungen". Nein, nicht auf diese Weise, nicht von aussen, nein, aber waren denn jene nicht die Jugend von gestern und — werden wir nicht das Alter von morgen sein? In uns selber steckt der böse Keim, derjenige, welcher die Jugend fast immer bezwingt. Der „innere" Philister ist unser gefährlichster Feind. Ein Blick auf das Leben Derjenigen, welche sich ihre Jugend erhalten haben, wird uns die schärfsten Waffen zu seiner Bekämpfung weisen. Geistiges Schaffen, künstlerisches Vertiefen in eine Idee sind die viel gepriesenen Faktoren, welche die Frische der Jugend bis ans Ende bewahren. Aber mehr noch der Charakter als das Talent Wären die Napoleons, die Goethe, die Nietzsche jung geblieben, ohne die cha-