Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- Jahrgang 1911
- Issue
- II. Heft (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2709933-2709934-2709936--047-2709995- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 47 — es «fr. Und so leid es mir tut, so kann ich doch meinen Haupt-Eindruck nicht verschweigen: die Art und Weise, in welcher Sie sozusagen mit Fäusten über uns herfallen, empfinde ich fast als eine Geschmacklosigkeit umsoraehr, als Sie selber sagen, „dass wir diese Wege gehen müssen, dass es die richtigen, weü unvermeidlichen sind, dass Hunderte und Tausende sie gehen werden." ihre lautere Absicht anerkenne ich vollkommen. Was aber nutzt diese, wenn Ihre Antipathie gegen mich so weit geht, dass Sie Ihr unbefangenes Urteil verlieren und dass Sie z. B. die aufrichtige, echte, warme Empfindung des kleinen anspruchlosen Gedichtes: „Mein Dank" nicht erkennen können? Sie sagen: „Hier ist einmal die vollständige Ohnmacht vor lauter Anempfundenem und vor lauter sogenannter Kultur, an die eigene Seele heranzukommen.......es ist kurz gesagt, dass sehr anspruchsvolle und sehr unfruchtbare Berlin W. Davon geben Sie einen Jugendabklatsch......es ist ganz ohne das Pochen von eigenem Blut; ganz ohne das Kämpfen im eigenen Geist; ganz ohne Seele und ohne Sinn. Eines spreche ich Ihnen nicht ab: gelehrige und fleissige Nerven, so wenig ich Ihnen die Aufrichtigkeit Ihrer Gefühle abspreche. Sie fühlen so: aber es ist ein Grauen.44 — Ein Grauen! Die Gefühle, welche in „Mein Dank", „Mensch", „Funkeln", «Im Walde", „Sturm und Eiche" ausgedrückt werden, sind ein Grauen! Nein, mein Herr, ich „traue Ihnen kein Ohr für die Stimmen der Jugend zu." Nein, ich halte Sie nicht für einen „Erkennenden": mit den Fäusten bezwingt man nicht die Welt, am wenigsten die Jugend. Mit dem Ausdruck meiner vorzüglichsten Hochachtung, ergebenst Georges Barbizon. An die Redaktion. .... Ich kannte weder den Namen noch irgend eine Komposition von Herrn (wie ich vermute!) W. Asch, war also absolut unbefangen, als ich das Lied las. Beim ersten flüchtigen Ueberblicken störten mich eine große Zahl orthographischer Fehler ganz empfindlich; doch, als ich den geschickten Klaviersatz und die schon dem Lesenden gut klingenden Harmonien der einleitenden Takte sah, war mein Aerger bereits vergessen. Ich wußte, daß ich hier keine Enttäuschung erleben würde und las mit größter Spannung weiter. Immer mehr erstaunte ich über die Gewandtheit und Reife der Schreibweise des (wie ich voraussetzte!) doch noch ziemlich jungen Komponisten. Da ist zunächst sein Klaviersatz, in dem ich teils Brahmsche» teils auch Wagnersche Einflüsse zu erkennen glaubte. Wie dem aber sei, — jedenfalls klingt alles voll und klar. Das liegt auch an der schönen Harmonisierung. Alles ist schlicht,