Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- Jahrgang 1911
- Issue
- II. Heft (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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— 48 — einfach, *tjat Künsteiei, und dabei doch abwechslungsreich und lebhaft, Etwas störend wirkt nur („Jauchzt ihm, ihr Frommen44) das Fis-moll nach de» unmittelbar vorhergehenden A-dur, was zu stark an dieselbe Hannontefolge im „Lohengrin"-Vorspiel erinnert. Prachtvoll sind dafür meist die Trugschlüsse (vor dem Molto tranquillo und am Schluß des „ Willkommen", namentlich aber das „con tutta la forza" (sie!) auf das letzte Wort des Textes eintretende C-dur). Wesentlich verstärkt werden die Hannoniewirkungen noch durch die gleichmäßige Ruhe in Rhythmus und Melodie. Letztere ist es namentlich, die in ihren gleichsam „feierlichen" Linien (das Werk ist ein „Kirchengesang"!) einen unendlich vornehmes Eindruck macht. Sie ist dem ungezwungen deklamierten Text sehr geschickt angepaßt. — Wundervoll ist endlich der Aufbau des Ganzen. Wie das Lied „heimlicher Weise" im pp. beginnt; wie der „Morgen naht*' und die „Frommen" ihm in dem mächtig klingenden Adurteüe (Piü allegro) „zujauchzen"; wie die Stimme „ein heilig Willkommen" flüstert, um dann noch einmal mit höchster Kraft aufzujubeln; wit Alse Freude dann lang ausklingt und das Werk im zarten pp. schließt/—- das ist alles so einfach und selbstverständlich, daß man über der Einfachheit fast die große Kunst dieses Aufbaus vergißt . . . Ich denfce mir das Lied prachtvoll auf einem Ibach gespielt und von einer vollen, mächtigen--Altstimme gesungen. Die Vorschrift des Komponisten: „eine hohe Stimme" hat mich befremdet. Em Tenor hat selten zugleich die geförderte Weichheit (namentlich nicht im Anfang in der tiefen Lage!) und Kraft, eine Sopranstimme dürfte aber grade bei dem Allegro deciso versagen oder man müßte die Begleitung, die doch hier grade nicht Begleitung ist, sehr mäßigen. Grade um diese Lage vom Iis* bis zum eis" ist es bei den meisten Sopranstimmen doch rieht sehr günstig bestellt. Eine Altstimme aber kann in dieser Lage grade alles» was sie an Kraft und Fülle hat, entfalten. Wenigstens habe ich diese Wahrnehmungen bisher gemacht; vielleicht irre ich mich auch. Daun wäre es gewiß gut, wenn ich bei dieser Gelegenheit eines Besseren betehrt würde, und ich würde dem Betreffenden dafür nur dankbar sein. _ A. Wolfgang. E. R. Besten Dank. Wer bist Du? G. B. Wir teilen den alten Abonnenten der III. Nummernsetie des Anfang mit, daß Ihr Abonnement mit dieser Nummer abläuft Wir bitten Sie den Betrag des Halbjahresabonnement OQ Ö© März—August C£> an die Hauptgeschäftsstelle des Anfang möglichst bald zu senden, da wir sonst Nr. 3 per Nachnahme versenden. (Postspesen 25 Pfg.) Druck von Johannes Mewes, 'Niederschönhausen.