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Der Anfang · 1911-01-01 · II. Heft (1911) · p. Seite 41

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Journal
Der Anfang
Volume
Jahrgang 1911
Issue
II. Heft (1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 41 (sequence 17)
Language
German
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— 41 — Charles Darwin. Ernst Feige. (Schluß.) Im Gegenteil war Darwin von einer wissenschaftlichen Vor- * sieht und Zurückhaltung, wie sie geradezu vorbildlich genannt werden muß. Viel zu wenig bekannt ist die Art und Weise, durch die Darwin zur Veröffentlichung seiner Hauptarbeit gedrängt wurde. Er konnte sich lange nicht zur Herausgabe entschließen, bis im Jahre 1858 der noch heute lebende Forscher Alfred Rüssel Wallace von einer Südseereise aus eine Schrift veröffentlichen wollte, die Darwins Abstammungslehre wiedergab; erst jetzt entschloß er sich, aber auch nur auf Drängen seiner Freunde, seine eigenen Beobachtungen herauszugeben. Es sei aber betont, daß Wallace ganz unabhängig von Darwin zu seinen Ansichten über die Veränderlichkeit der Arten kam. Es war natürlich, daß das Buch („Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl oder die Erhaltung der begünstigten Rassen im Kampf ums Dasein") einen ungeheuren Entrüstungssturm auf der einen, einen begeisterten Beifall auf der anderen Seite auslöste. Es war meistenteils weniger die wissenschaftliche Qualität des Buches, die gefürchtet wurde, als vielmehr die erwarteten Konsequenzen auf die Anschauungen der Menge über Mensch und Gott. Selbst ein so umfassender Geist wie Carlyle wandte sieh voll Widerstreben von der neuen Lehre ab, die den Menschen zum Tiere erniedrigen wollte. Das Schlagwort „der Mensch stamme vom Affen ab" wird ja leider in vollständiger Verkennung der wahren Sachlage vielfach gegen die Darwinsche Lehre ins Feld geführt, und in Wirklichkeit war es Darwin der vor derartigen Konsequenzen zurückschreckte und warnte. Man darf nie vergessen, daß Darwin Zeit seines Lebens ein gläubiger Christ geblieben ist und das nicht nur aus äußeren Gründen, sondern aus seinem inneren Bedürfnis heraus. Denn im Grunde genommen kämpft ja die Abstammungslehre durchaus nicht gegen den Glauben an eine Gewalt, die höher ist als der Mensch, sondern zeigt gerade, wie sehr der Mensch zur Natur selbst gehört. Der Breslauer Anthropologe Prof.

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