Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- Jahrgang 1911
- Issue
- II. Heft (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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— 30 — So wird es sein. TT)te Glockenblumen blühn Am abendstillen Weg. Die Julilüfte ziehn Durchs Tannengeheg'. — Zwei Menschen, liebend und jung Im rosigen Wolkenschein Durch träumende Dämmerung —: So wird es sein. Walther Lierke (Breslau). Tagebuchblatt/ Am 3. Mai. TTs ist gegen halbzehn. Ich lehne im Fenster und blicke auf die Laternen erhellte Straße. Es ist ganz still draußen. Lang fal^n die Schatten der Bäume über die Bürgersteige. Der Mond träumt über den Dächern. — Einsame Tritte hallen Ober das statt Pflaster. Ein Mädchen ist es. Da — aus dem Dunkel frttt ein Bursch. Sie begrüßen sich still und tosen und flüstern miteinander. Ihr Schatten wird immer kflrzer — jetst sind sie an der Laterne. Er hat seinen rechten Arm um ihre Gestalt gelegt, während ihre Linke auf seiner Schulter ruht Der Schatten fällt wieder länger — sie wandeln vorüber.-- Da kommt ein junges Bürschchen, eine Last auf der Schutter. Lustig und grell pfeift er einen Gassenhauer. Seine Tritte verhalten, seine Gestalt verschwindet im Dunkel der Straße, nur sein Liedchen kann ich noch hören» bis auch dessen Klang in der Ferne untergeht. — Von gegenüber schallen befehlende Rufe, scheinbar an einen Hund gerichtet. Ein widerspenstiges Bellen, das Zufallen einer Türe, der Hund ist ausgesperrt. Klagendes Wimein ist vernehmbar. Da — ein zischender Ton, wie wenn eine Peitsche durch die Luft saust, ein Klatschen, ein Aufheulen. Wieder fällt die Tür zu. Alles ist still