Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- Jahrgang 1911
- Issue
- II. Heft (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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— 38 - Verirrt. Sonett. Tin dichten Walde hab ich mich verirrt. Das düstre Dach der Blätter hängt und trauert, Und Finsternis zu meinen Füßen kauert, Die leer und lichtlos in mein Inneres stiert. Ich fühle, wie mein Blut hinjagend schwirrt, Ich führ den Abgrund, der grünäugig lauert, Ich fühl, wie meine Seele fröstelnd schauert, Wie sich das Dunkel immer mehr verwirrt. Und Gott ist nicht, der mir den Richtpfad weist, Fremd ward mir seines Namens Feierstätte. Ich warf ihn fort. Mein Beten ist vereist. Und nicht ein Mensch, zu dem mein Flehen dringt; Der spricht: ich löse deine schwere Kette. Und nicht ein Mensch, der mir die Sonne bringt. — G-r. ^Breslau). Dämmerung. j^tin kommt die Stunde, die das bange Schweigen Durchbrechen will. Es will aus allen Tälern Aus Haidt und aus dunkelblauen Seen Erwachend, müden Schritts das Dunkel steigen. Nun deckt es alles und es wölbt die Brücken Von Gipfeln über tote, stille Wälder Zu andern Gipfeln und erhebt sich höher Und lastet schwer auf Dach und Bergesrücken. Und überm Berg erlöschen fahle Flammen, Aus leztem Glanz sinkt nieder ein Geweb, Ein Regen fällt, in sternenkalten Weiten Schlägt Dunkel, Nacht und Dämmer dumpf zusammen. Ardor (Berlin).