Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- Jahrgang 1911
- Issue
- II. Heft (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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— 34 - JTs gibt so weifte» mondenhelle Nächte, Wo es wie Tau von Sternenhimmel fließt, Wo sich die Seele an geheime Mächte, Der scheue Mut sich an die Gottheit schließt Das sind die Nächte, wo des Menschen Fühlen Des Lebens weite Ewigkeit umspannt — Und wo das Schicksal tritt mit seinem Willen Hin vor den Menschen mit erhobner Hand. . . . M ML Walther, Berlin. Liebe und Kunst* j^ur die Dichter können von Liebe reden; denn ihre Vernunft redet in Symbolen. Was aber ist Symbol? Die Manifestation des Gefühls. Der Realismus in der Kunst ist ebenso profan wie die Vernunft in der Liebe: Der physische Vorgang bleibt hinter dem psychischen zurück, wir fürchten Ernüchterung: — die Scham des Künstlers! Vernunft wird profan, sobald sie mit Gefühl konkurrieren will. Vernunft ebnet den Weg, Gefühl herrscht. Die Vernunft sieht die Welt als einzelne Tatsachen, das Gefühl — als Gemüt Vernunft ist Absicht, Gefühl Tugend. Vernunft muß nur Pionier sein, Wissenschaft. Kunst als Wissenschaft aber bedeutet Pessimismus; Wissenschaft in der Liebe, was noch schlimmer ist als Pessimismus: Frivolität. Darum sind Wissenschaft und Frivolität Geschwister. Kunst ist das Wesen der Liebe! M M. Waither.