Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- Jahrgang 1911
- Issue
- II. Heft (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2709933-2709934-2709936--033-2709981- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 33 - Ich bin so jung. Jch bin so jung, daß meine Zeit Mir dünkt ein ew'ges, großes Fest; Ich bin so jung, daß mich ein Leid Gleich an der Welt verzweifeln läßt. Ich bin so jung, daß falscher Sinn Niemals mein Wort berechnend wägt, Daß ich mich gebe, wie ich bin, Wie es sich mir im Herzen regt. Ich bin so jung, daß nie um Geld Mein Herz mir feil war, nie um Gold. Ich bin so jung, daß ich die Welt, Ich weiß es selber — meiden sollt'! Richard Riess, M v ncr c n-S ch wabi ng. (Aus dein „Osten", Junihefi.) Shakespeare-Sonett. J^u bist mein Freund, mein Führer und mein Held, Du himmlisch mächt'ger, allgewalt'ger Geist, Der du des Menschen Seelentiefen weißt, Wenn er im Lebensglanze steht — und fällt. Du bist mein Gott, der mich im Arme hält, Der mächtig um der Erde Zonen kreist Und der das Schicksal ehe'rn wandeln heißt In seiner selbsterschaffnen großen Welt! Doch nein! Wärst du ein Gott, so fühltest du In deiner Seele nicht die Leidenschaft, Die zwingend treibt zum Guten und zum Bösen. Du kennst des Lebens Kampf, der Liebe Ruh: Du bist Natur, die mächtig drängend schafft, Du bist ein All, ein menschlich-göttlich Wesen. Hans Bernhard v. Schweinitz