Mannheim
Compact Memory

Der Anfang · 1911-01-01 · II. Heft (1911) · p. Seite 32

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Anfang
Volume
Jahrgang 1911
Issue
II. Heft (1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 32 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2709933-2709934-2709936--032-2709980
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

man seine Anwendung nicht begrenzen könnte, ebenfalls nur ein ganz Äußerliches Mittel. Denn wenn das Erlangen einer verderblichen Lektüre auch noch so sehr erschwert wird, so taucht doch systematisch ein Ersatzmittel oder ein Mittel zur Umgehung des Verbotes auf, solange das „Bedürfnis" vorhanden ist. Also, auf Grund der verschiedenen Möglichkeiten, um zu einem Resultat, auf innerlichem Erfolg beruhend, zu gelangen, sehe ich nur eine Kategorie von Mitteln; alles das, was in die Jugend selbst hineingreift und dort soviel als möglich das Bedürfnis nach solcher Befriedigung erstickt. Alles das, was in ihr den nötigen Boden schafft, auf welchem das Gedeihen eines Eigenwillens zur Selbstentwicklung möglich wird. Dieser Boden kann aber nur geschaffen werden, wenn es gelingt, in der Jugend geistige Interessen zu wecken, d. h de ihr auf eine solche Art zuzuführen, daß sie sie verstehen, erfassen und verarbeiten kann. Nur dieser Umstand kann eine allgemeinere, natürliche Triebfeder schaffen, die zu selbstgewoHter und selbständiger Arbeit führt. Eine solche Triebleder würde auch bei denen vorhalten, welche der Schute entwachsen. Diese würden dann nicht mehr so oft das traurige Schauspiel bieten, sich an der Schulzeit zu rächen, mdem sie jetzt „alles kennen lernen, alles genießen wollen.44 Das für eine solche Arbeit nötige Selbstgefühl kann die Jugend, in ihrer Gesamtheit genommen, nur erhalten, wenn sie den vollen Sinn und Emst davon erfaßt, daß es in ihren Händen liegt, wie die Welt in mehreren Lustren aussehen wird und daß der Faden de* Weltentwicklung von ihr weitergesponnen werden muß. Georges Barbizon, Berlin. Sehnsucht. JQ)er Winter fegt durch Wald und Felder; Mein Herz schlägt ohne Rast und Ruh; Die Sehnsucht loht in heißem Triebe: Ach Frühling, Frühling! nahe du! Hans Bernhard v. Schweinitz.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.