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Der Anfang · 1911-01-01 · I. Heft (1911) · p. Seite 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Anfang
Volume
Jahrgang 1911
Issue
I. Heft (1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 19 (sequence 16)
Language
German
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Mensch in einer Weise — sei er als Freund oder Feind — zu der Abstammungslehre Stellung genommen. Denn sie greift ja tatsächlich in einer geradezu überwältigenden Weise in das gesamte Weltbild der heutigen Menschheit ein, es gibt kein Kulturland, in dem nicht der Name Darwin bekannt wäre. Und was ist dieser Mann, wieso kam er zu seiner Berühmtheit? Er, der auch unseren heutigen Begriffen so ganz und gar nicht das Ideal eines Gelehrten darstellt, hat alle naturwissenschaftlichen Dogmen gestürzt; ist aber die Gestalt Darwins nicht gerade die des idealen Forschers? Es ist eine Ironie des Schicksals, dass gerade die Gelehrten, die Theologen waren oder werden sollten, am heftigsten von der Kirche befehdet werden. So war es bei Galilaei, bei Kepler und auch bei — Darwin. Charles Darwin wurde als Sohn des Arztes Dr. Robert Darwin am 12. Februar 1809 in Shrewsburg geboren und sollte ursprünglich gleich seinem Vater Arzt werden; doch bald gab er dieses Studium auf und wählte auf Vorschlag seines Vaters die Theologie. Wirklich ist das theologische Examen auch das einzige, das er in seinem Leben bestand. Sein ganzer Unterrichtsbetrieb ist nichts weniger als vorbildlich: schon auf der Schule hing er mehr naturwissenschaftlichen Versuchen nach als dem sprachlichen Unterricht, wie denn auch seine Lehrer recht wenig von Darwins Begabung überzeugt waren. Fast ebenso gestaltete sich sein Universitätsstudium in Edinburgh, das er im siebzehnten Lebensjahre begann. Die medizinischen Vorlesungen und Übungen widerten ihn an, sogar der Geologie konnte er anfangs keinen Geschmack abgewinnen. Dafür beschäftigte er sich insgeheim mit mehreren Gesinnungsgenossen mit Zoologie und Botanik, dann auch mit Geologie. Er lernte hier auch Lamarcks Lehre kennen, doch sie regte ihn ebenso wenig an wie Goethes oder seines Grossvaters Erasmus Darwins Schriften, wenigstens vorläufig. Äusserlich waren die Studienjahre in Edinburgh gänzlich verloren, da bezog er zum Zwecke des Theologiestudium 1828 die Universität Cambridge (bis 1831). Hier bestand er auch seine Prüfung, allerdings wohl von vornherein ohne die Absicht, später

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