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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1929-12-01 · 6 (Dezember 1929) · page 29

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
3 (1929)
Issue
6 (Dezember 1929)
Date
1929-12-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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Der Wortlaut der Referate und Aussprachen ist in den isoeben erschienenen Heften 10/11 und 12 der ,/Momatsblätter des Deutschen Reichszusammenschlusses für Gerichtshilfe, Gefangenen- und Entlassenenfürsorge der freien Wohlfahrtspflege44 wiedergegeben. iE. Loewenthal, Frankfurt a. M. Archiv für Wohlfahrtspflege Das Archiv für Wohlfahrtspflege, Berlin W 35, Flottwellstr. 4, dessen Aufgabe die Sammlung und Erforschung von Material aus allen Gebieten der Wohlfahrtspflege ist, bildet durch seine umfangreiche Bücherei, durch seine Zeitschriftensammlung und sonstiges vielseitiges Material eine für alle in der Wohlfahrtspflege interessierten Kreise überaus bedeutsame Einrichtung. Das Material steht nicht nur zu Auskünften und zur Einsicht, sondern auch zum Verleih (auch nach außerhalb) zur Verfügung. So sind im letzten Jahre ca. 16.000 Auskünfte erteilt und 8000 Bände Fachliteratur ausgeliehen worden. Die Wohlfahrtsbehörden des Reichs, der Länder und Kommunen, die Träger der Sozialversicherung der Selbsthilfeorganisationen, sowie der freien Wohlfahrtspflege, Dozenten, Wahlfahrtsschüler und -Schülerinnen haben das Archiv in steigendem Maße benutzt. Das Archiv ist eine gemeinnützige Einrichtung, die der wissenschaftlichen und praktischen Auswertung der Wohlfahrtspflege dienen will. Wir weisen nochmals darauf hin, daß das Archiv allen interessierten Kreisen zur Inanspruchnahme zur Verfügung steht. WANDERUNG Die interkontinentalen Wanderungen vor und nach dem Kriege Nach Feststellungen des Internationalen Arbeitsamtes in Genf sind im letzten Jahrzehnt vor dem Kriege jährlich 1% Millionen Einwanderer in die überseeischen Länder eingewandert und Vi Million wieder fortgezogen, sodaß der reine Bevölkerungsgewinn rund 1 Million betrug. In den Jaihren 1920—1924 belief sich die Einwanderung in den »gleichen Gebieten auf ca. 900.000, die Rückwanderung auf ca. 300.000. Der Bevölkerungsgewinn also auf ca. 600.000.. Im Jahre 1925 war die Einwanderung 560.000, 1926 655.000, 1927 685.000. Die Rückwanderung bewegte sich in den erwähnten Jahren zwischen 160.000 und 170.000. Während der Bevölkerungsverlust Europas in den Vorkriegs jähren 850.000 pro Jahr betrug, verringerte er sich in den Nachkriegs jähren 1920—1927 auf durchschnittlich 415 000. Im Jahre 1913 folgten die wichtigsten Auswanderungsländer in folgender Reihenordnung: Italien, Britische Inseln, Oesterreich-Ungarn, Rußland, Spanien und Portugal. In den letzten Jahren: Britische Inseln, Italien, Polen, Deutschland, Spanien, Portugal, Den größten Rückgang haben in der Nachkriegszeit die Auswanderungen aus dem Gebiete d^s vormaligen Oesterreich-Umgiarns und Rußlands aufzuweisen. Bemerkenswert ist insr besondere, daß die Zahl der aus Rußland direkt Ausgewanderten größtenteils aus Juden und einzelnen wohlhabenden Stadt- und Landbewohnern bestand. Wenn wir ferner den Einwanderungsüberschuß der Fremden mit der Bevölkerungszahl vergleichen, so ist die Reihenfolge der Staaten nach ihrer Bevölkerungszunahme infolge der Wanderungen (auf je 100.000 Einwohner) im Durchschnitt der Jahre 1925—1927 derart, daß Palästina mit 1364 an der Spitze steht. Es folgen Neuseeland mit 848, Argentinien mit 833 und Australien mit 712. Phil. Die Berufsgliederung der deutschem Auswanderer im 1. Halbjahr 1929 Im 1. Halbjahr 1929 sind 30.844 Deutsche (1. Halbjahr 1928: 31466) nach Uebersee ausgewandert. Von diesen hatten 3.219 Auswanderer keinen Beruf oder den Beruf nicht genau bezeichnet. Von 515 Auswanderern fehlen Angaben über den Beruf ganz. Von den übrigen 27.110 Personen mit genauer Beruf sbezeiohnung waren 22.874 oder 84,4% (gegen 79.5% im 1. Halbjahr 1928) hauptberuflich erwerbstätig und 4 236 oder 15.6% (20,5%) mitreisende Familienangehö* rige. Unter den hauptberufMoh Erwerbstätigen stammten 4.365 oder 19,1% aus Land- und Forstwirtschaft* 12.189 oder 53,3% aus Industrie, Handel und Verkehr. Die Verteilung auf 157

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