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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1929-12-01 · 6 (Dezember 1929) · page 18

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
3 (1929)
Issue
6 (Dezember 1929)
Date
1929-12-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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MITTELSTANDS-DARLEHENSPOLITIK IN PALÄSTINA*) Erfahrungen und Probleme der Bank Halvaoth in Tel-Aviv. VON JULIUS BERGER, TEL-AVIV Die Handelszeiiung des „Berliner Tageblattes14 vom 24. Februar 1929 berichtet über die Gewährung von kleinen Personalkrediten durch das größte amerikanische Bankinstitut, die National City iBank, zu offiziellen Banksätzen. Bs dürfte interessieren, daß diese, (vom „Berliner Tageblatt" als „revolutionärer Schritt" gerühmte amerikanische Neueinrichtung in Erez Israel bereits seit einer Reihe von Jahren ihre Vorgängerin gefunden hat. Das, was die National City Bank seit nicht ganz Jahresfrist mit bemerkenswertem Erfolg eingeführt hat, die Gewährung von kleinen Personalkrediten von Doli. 50.— bis Doli. 1000.— zu offiziellen Banksätzen, wird genau so von der Bank Halvaoth in Erez Israel seit mehreren Jahren betrieben. Der nachfolgende Artikel schildert die Eigenart und die Probleme dieses Geschäftes. Unter den Kleinbanken Erez Israels nimmt die Bank Halvaoth (Loan Bank) ihrem Umfange und ihrer Eigenart nach eine besondere Stellung ein. Sie ist hervorgegangen aus dem nach dem Kriege vom Joint Distribution Committee geschaffenen „Waad Hasiua", der eine Art Unterstützungskasse darstellte. Seit ihrer Reorganisation im Jahre 1924 ist die Bank ein geschäftsmäßig geleitetes gemeinnütziges Unternehmen, das sich unter Ausschluß aller anderen Geschäfte lediglich als Darlehens- und Sparkasse betätigt und inbesondere für den palästinensischen Mittelstand von weittragender Bedeutung ist. Sie repräsentiert das weitaus größte Unternehmen dieser Art im Lande. Im Jahre 1927/28 gab die Bank Halvaoth in ihrer Zentrale in Jerusalem und ihren vier Filialen in Tel-Aviv, Haifa, Tiberias und Safed 7.777 Anleihen im Gesamtbetrage von £ 119.140 aus. 78.045 Einzelrückzahlungen im Betrage von insgesamt £ 119.115 wurden gemacht. Am Schlüsse des Jahres betrug die Anzahl ihrer Kunden 8.838, das heißt: sie stand in direkter Fühlung mit über einem Drittel der jüdischen Stadtbevölkerung in Erez Israel. Die Einzelanleihen differieren von * 5.— bis *50.—. Der Durchschnittsatz ist £ 15.5. Sie werden unter der Bürgschaft von zwei Garanten gegeben und in Monatsraten innerhalb eines Jahres abgezahlt. Es verdient, hervorgehoben zu werden, daß im letzten Jahr die Bürgen in nur 4 Prozent der Fälle und mit nur 2,3 Prozent der überfälligen Außenstände zur Zah- *) Anm. d. Red. Wir entnehmen diese Ausführungen einem in der Zeitschrift „Palästina", 12. Jg., Juli/September Nr. 7'9 erschienenen Aufsatz. Sie bilden einen wertvollen Beitrag zur Frage des jüdischen Darlehenskassenwesens, auf dessen Bedeutung wir in dieer Zeitschrift durch Veröffentlichung ^iner Reihe einschlägiger Aufsätze wiederholt hingewiesen haben. Wir verweisen insbesondere auf folgende Artikel: Dr. Fritz Lamm, Die jüdische Darlehnskasse (Jg. I, S. 138), James Goldschmidt, Die neue jüdische Kredit-Genossenschaft (Jg. I., S. 155), Material zur Gründung einer Darlehnskasse (Jg. I., S. 219). Dr. Werner Senator. Die jüdische Kreditgenossenschaft in Osteuropa (Jg. II., S. 10). Julius Hartog-Dr. Pfälzer, Mittelstandsfürsorge durch Kredithilfe (Jg. II., S. 235). 146

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