Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Journal
- Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- 6 (Dezember 1929)
- Date
- 1929-12-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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selbst tragfähig gestaltet wird, umsomehr ist die Gewähr für eine restlose Durchführung des Versicherungsgedankens gegeben. Wir fassen die wichtigsten, in der Praxis bedeutsamen neuen gesetzlichen Bestimmungen nachstehend in Kürze zusammen: 1. Die Anwartschaftszeit beträgt für die erstmalige Inanspruchnahme der Arbeitslosenversicherung 52 Wochen versicherungspflichtiger Beschäftigung im Zeitraum von 24 Monaten; im übrigen beträgt die Anwartschaftszeit nach wie vor 26 Wochen versicherungspflichtiger Beschäftigung innerhalb der letzten 12 Monate. 2. Der Höhe der Unterstützung wird der Durchschnittslohn der letzten 6 Monate (bisher 3 Monate) zugrundegelegt. Renten aus der Sozialversicherung, die den Betrag von 30 RM überschreiten, auch Warte- und Ruhegehälter, sowie Witwen- und Waisengelder werden auf die Unterstützung angerechnet. 3. Die Wartezeit wird nach dem Familienstand gestaffelt. Sie beträgt für Arbeitslose mit vier oder mehr Angehörigen 3 Tage (bisher 7), für Jugendliche, die sich in häuslicher Gemeinschaft befinden, 14 Tage. 4. Die Saisonarbeitslosen erhalten Arbeitslosenunterstützung in Höhe der Krisenunterstützung, also verminderte Sätze. DIE ÜBERFÜLLUNG DER DEUTSCHEN HOCHSCHULEN VON HERBERT PHILIPPSTHAL, BERLIN I. Die jüdischen Studenten in Deutschland. Die Arbeitslosigkeit unter Akademikern ist groß; sie trifft nicht nur Juristen, Mediziner, Philologen, sondern vor allem solche Akademiker, die zwar das Abiturium bestanden, aber nur einige Zeit studiert und dann ohne Beendigungihres ursprünglichen Vorhabens aus pekuniären oder sonstigen Gründen das Studium aufgegeben haben. Ihre Unterbringung im Wirtschaftsleben ist sehr schwierig. Eine besondere Belastung des Arbeitsmairktes bilden die sogenannten Volkswirte, die zwar mit einem Doktorexamen einen gewissen Abschluß erreicht haben, jedoch meist aus Mangel an praktischem Wissen zur Stellungslosigkeit verurteilt sind. Ihnen geht es häufig schlechter als dem gelernten und auch ungelernten Arbeitnehmer. Gleichwohl wird nach wie vor die „Karriere des Volkswirtes" eingeschlagen, trotz schlechtester Aussichten. In diesem Aufsatz soll die Ueberfüllung der akademischen Berufe unter dem Gesichtspunkte der jüdischen Konfessionsstatistik zur Darstellung gebracht werden. Die Zahlenangaben der jüdi- 136