Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Journal
- Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- 5 (November 1929)
- Date
- 1929-11-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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der Gesamtverband der deutschen Angestelltengewerkschaften (Gedag) 388.000 460.000 die Gewerkschaftsringgruppe (insbes. G. d. A.) 314.527 334.000. In großen Teilen der Angestellten- 'bewe^iing ist also eine Zunahme der Mitgliederzahlen festzustellen. Der Afabund ist jedoch nicht unwesentlich hinter den nichtsozialistischen Organisationen zurückgeblieben. Das wird zum Teil auf die schlechte Lage des Arbeitsmarktes für technische Berufe, die vornehmlich in den freien 'Gewerkschaften organisiert sind, zurückgeführt. Auf Veranlassung des Preußischen Ministers für Volkswohlfahrt haben sich rlie Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege an einer Erhebung über die bewahrungsbedürftige n P ersone n beteiligt (F reie W o h 1 f a h r t s p f 1 e g e. lieft 5, August 1929). Ks befanden sich in den Anstauen der freien Wohlfahrlspflege am 15. Februar 1929 13.431 bewahrungsbedürftige Personen, davon 4 106 in aen Heimen der Inneren Mission und 9.320 in Heimen der Caritas. Einen Beitrag zur R a. t, i o n a 1 i - s i e r ii i: g der W o h 1 f a h r t s - pflege bildet ein Aufsatz eines Werbeberaters in der „Deutschen Zeil s c h r i f t für W o h 1 f a h r 1 spflear- (Heft 6, September 1929, Edmund Heilpern, Entwurf eines W7erbepianes für die freie Wohlfahrtspflege einer mittleren Stadt). Der Verfasser erlaubt, wie er in ausführlichen Darlegungen auf Grund modernster 'Werbetechnik und Erfolgsberechnung darlegt, den gesamten Bedarf der freien Wohlfahrtspflege einer S+adt durch einen systematisch vorbereiteten Werbefeldzug innerhalb drei Tagen sammeln zu können und so die Schwierigkeiten der Mittelaufbringung erheblich zu reduzieren. BÜCHERSCHAU F. Behringer, Herkunft, Vorbildung und Berufsausbildung der Kaufmannslehrlinge. Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg. In Württemberg hat der Deutschnationa'e Handlungs?ehilfenverband eine Erhebung über Herkunft, Vorbildung und Berufsausbildung deir Kaufmannslehrlinge unternommen, die, wenn sie auch keine Verallgemeinerung zulassen dürfte, so doch in mancher Beziehung sehr aufschlußreich ist. Ist doch, wie der Verfasser mit Recht betont, die Kenntnis des Vorhandenen die notwendige Voraussetzung jeder planmäßigen Berufspolitik und insbesondere der Berufsausbildung. Die Erhebung geht von dem Gedanken aus, daß zwar in erster Linie die kaufmännische Lehre im engeren Sinn zu untersuchen, d. h. festzusteilen ist, unter weichen Begleitumständen und in welcher Art die Lehrlinge in Kontor, Laden und Lager tätig sind. Als ebenso wichtig ist aber auch die Untersuchung der sozialen Herkunft und der Vorbildung anzusehen, sowie das Verhältnis der praktischen Lehre zur Berufsschulerziehung. Deshalb standen folgende Fragen im Mittelpunkt der Erhebung: Abstammung aus sozialen Gruppen, Lehrvertrag und Lehrdauer, Schulbildung vor und während der Lehre, Verteilung nach Betriebsarten, Geschäftszweigen und Betriebsgrößen, Art der Beschäftigung der Lehrlinge, insbesondere Beschäftigung mit nichtkaufmännischen Arbeiten, monatliche Entschädigung u. a. m. Aus Kombinationen dieser EinzeJerhebungen sind dann eine Reihe von Schlüssen gezogen worden. Aus dem Erhebungsergebnis sind folgende Schlüsse bemerkenswert: Das hauptsächliche Rekrutierungsgebiet des kaufmännischen Nachwuchses ist der Mittelstand. Doch geben die selbständigen Kaufleute erheblich weniger als früher ihre Söhne in eine Lehre. Der Zuwachs stammt vielmehr aus der Beamtenschaft und aus der kaufmännischen und sonstigen Angestelltenschaft. Als normale Lehrdauer kann die dreijährige angenommen werden. Es zeigt sich jedoch eine Verschiebung zugunsten der verkürzten Lehren Das hängt zusammen mit dem starken Hervortreten der Handelsvor- und Vollschulen, deren Besuch oft mit einer Verkürzung der Lehre vertragsmäßig verbunden ist. Die Verteilungsziffern auf die B etriebsarten erbringen den Beweis für das Zurücktreten des Handels und das Vordringen der Industrie als Lehrstelle. Es erfaßt Industrie 53,2%, Großhandel 18.8%, Einzelhandel 9%, gemischter Groß- und 126