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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1929-11-01 · 5 (November 1929) · page 22

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
3 (1929)
Issue
5 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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Infolgedessen hat der Uebergang von stellenlosen Angestellten in berufsfremde Arbeit weiter angehalten. Die unterstützten Arbeitslosen Die Verschlechterung des Arbeitsmarktes spiegelt sich in den Zahlen der Hauptunterstützungsempfänger der Arbeitslosenversicherung und Krisenunterstützung wider. Es wurden unterstützt: Hauptunterstützungsempfänger i. d. Arbeitslosenversicherung: männlich am 15. 9. 1929 ..... 545.867 am 31. 8. 1929 ..... 529.457 am 15. 9. 1928 ...... 419.319) weiblich am 15. 9. 1929 ..... 189.190 am 31. 8. 1929 ..... 196.300 am 15. 9. 1928 ..... 157.179) insgesamt am 15. 9. 1929 ..... 735.057 am 31. 8. 1929 ..... 725.757 iam 15. 9. 1928 ..... 576.498) Hauptu nt e r st üt z u»i u s e m p fii n ge r i. d. Krisenunterstützung: insgesamt am 15. 9. 1929 ..... 159 229 am 31. 8. 1929 . . . . . 157.245 am 15. 9. 1928 ..... 82.356) Die Tätigkeit der Arbeitsgerichte 1928. Im Jahre 1928 waren im Deutschen Reich (ohne Saargebiet) bei insgesamt 1745 Amtsgerichten und 159 Landgerichten vorhanden 527 Arbeitsgerichte, 80 Landesarbeitsgerichte und das Reichsarbeitsgericht. Es waren bei len Arbeitsgerichten zusammen •379.689 Streitigkeiten anhängig. Davon betrafen rund 253.000 (66.6%) Arbeiterstreitigkeiten, etwa 90.000 (23.6%) Angestelltenstreitigkeiten u. 37.000 (9.8%) } I andwerksstreitigkeiten. Die meisten Rechtsstreitigkeiten, ->59.979 94.8%, ergaben sich aus dem Arbeits- und Lehrverhältnis und aus unerlaubten Handlungen im Zusammenhange mit ihm. Weiterhin hatten die Arbeitsgerichte zu entscheiden in 16.377 4.3% Entlassungsstreitigkeiten, in 2699 0.7% Tarif Streitigkeiten usw. Ueber zwei Drittel der Arbeitsgerichte zeigten eine Beschäftigung mit 1 bis 500 Streitigkeiten. Die stärkste Belastung, mit mehr -als 5000 Streitigkeiten, weisen neben Berlin (rund S2.ÜÖ0) die Arbeitsgerichte Köln, Dresden, Hamburg, Chemnitz, Breslau, Leipzig, München, FranJkfurt a. M.t Dortmund, Düsseldorf und Essen auf. Der verhältnismäßig größte Teil der Streitsachen fand seine Erledigung durch Vergleich und Zurücknahme der Klage. Durch richterliches Endurteil wurden nur 18.2% Fälle entschieden. Bei den verhältnismäßig meisten Rechtsstreitigkeiten dauerte das Verfahren 2 Wochen bis 1 Monat. Der Wert des Streitgegenstandes betrug in 62% der Streitsachen bis zu 100 RM. Die Zahl der Berufungen bei den Landesarbeitsgerichten bezifferte sich im Urteilsverfahren auf 13.497 und wegen grundsätzlicher Bedeutung auf 3970. Das Reichsarbeitsgericht hatte 762 Revisionen zu erledigen. SOZIALVERSICHERUNG UND KREDITHILFE 2.4 Millionen öffentlich unterstützte Personen Das Ergebnis der Reichsfürsorgestatistik, das jetzt vorliegt, bietet in den gewonnenen Zahlen ein erschrekkendes Bild der sozialen Not im Deutschen Reich. Die Hauptlast der öffentlichen Fürsorge ruht auf den Bezirksfürsorgeverbänden der Kommunen. Sie haben im Berichtszeitraum 1927 nicht weniger als 2.4 Millionen Parteien laufend aus öffentlichen Mitteln erhalten müssen. Das bedeutet, daß im Deutschen Reich im Jahre 1927/28 mindestens 4 Millionen Personen auf die öffentliche Fürsorge angewiesen waren! Darüber hinaus mußten die Fürsorge verbände noch in 20.67 Millionen Fällen mit einmaligen Unterstützungen helfen. In Einrichtungen der geschlossenen Fürsorge, d. h. in Krankenhäusern, Anstalten der Altersfürsorge u. s. w. und in Familien waren dauernd rund 340.000 Personen untergebracht, davon in Familien rund 89 500. Vorübergehend wurden in geschlossener Fürsorge rund 835500 Personen betreut. Von den laufend in offener Fürsorge unterstützten Parteien waren Kriegsbeschädigte 4.62%, Sozialrentner 29.83, Kleinrentner 16 68, Hilfsbedürftige in allgemeiner Fürsorge (frühere Armenfürsorge) 48.87%. Wie sehr .sich die Renten der Reichsversorgung und der Sozialver- 118

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