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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1929-11-01 · 5 (November 1929) · page 21

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
3 (1929)
Issue
5 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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verheiratete Frau. Die Folge davon ist, daß die Frau zwar nicht vom Arbeitsmarkt verschwindet, sondern daß sie vielmehr in die ungünstigsten Stellungen abgedrängt wird. Diese gedrückte Lage der deutschen erwerbstätigen Frauen und die wachsenden Schwierigkeiten, denen sie im Beruf begegnen, wirken sich dann aber nicht nur auf die erwerbstätigen Frauen selbst, sondern auch auf die Berufslage der Männer aus. Denn die Differenzen in den Lohn- und Arbeitsbedingungen für männliche und weibliche Arbeitskräfte bilden infolge des dadurch bewirkten Lohndruckes für beide Parteien in gleichem Maße, unmittelbar für die Frauen, mittelbar auch für die Männer, eine nich+ zu unterschätzende Gefahr. —dt. Die Frauen in der Arbeitslosenversicherung Die laufenden Statistiken der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung weisen monatlich die Zahl des Personenkreises der Arbeitslosenversicherung aus, d. h. detrjenigen Arbeitnehmer, die ihm als Beitragszahler, als arbeitsunfähige Kranke und als Hauptunterstützungsempfänger zuzurechnen sind. Nach diesen Ziffern beläuft sich der Personenkreis der Arbeitslosenversicherung im Durchschnitt des Rechnungsjahres 1928/29 auf 17.1 Millionen, von denen 5 67 Millionen oder 33.1 Prozent Frauen sind. Dieser Prozentsatz der Frauen an der Gesamtzahl in der Arbeitslosenversicherung befindet sich in fast genauer Uebereinstimmung mit der Anteilsziffer der Frauen von 33 9 Prozent an der Gesamtzahl der Krankenversicherungspflichtigen. Die Uebereinstimmung erlaubt eine Schlußfolgerung vom Anteil der verheirateten Frauen am Personenkreis de»r Krankenversicherung auf den der Arbeitslosenversicherung. Man wird ihn wie den Kreis der krankenversicherungspflichtigen Frauen mit rund 16 Prozent ansetzen dürfen, sodaß von den durchschnittlich 5.67 Millionen Frauen, die der Arbeitslosenversicherung angehören, etwa 910.1)00 verheiratete Frauen sein werden. Insgesamt beträgt die Zahl der Beitragszahler zur Arbeitslosenversicherung im Durchschnitt des letzten Rechnungsjahres 15.16 Millionen, darunter 5.13 Millionen Frauen; im Durchschnitt sind also 33.8 Prozent der Beitragszahler zur Arbeitslosenversicherung Frauen. Da diese Anteilsziffer fast genau dem Anteil der Frauen an dem gesamten Personenkreis der Arbeitslosenversicherung entspricht, dürfte der Anteil der verheirateten Frauen aueh auf den Kreis der Beitragszahler übertragen werden; das bedeutet, daÄ rund 820.000 verheiratete Frauen Beiträge zur Arbeitslosenversicherung leisten. Die Zahl der weiblichen Hauptunterstützungsempfängeir in der Arbeitslosenversicherung beläuft sich im letzten Rechnungsjahre auf 202.431 Personen oder 20 6 Prozent der Gesamtzahl. Von 100 Hauptunterstützungsempfängern in der früheren Erwerbslosenfürsorge am 30. Juni 1926 waren 19 Frauen, von 100 Hauptunterstützungsempfängern in der Arbeitslosenversicherung am 30. Juni 1929 sind fast 30 Frauen. Besonders hoch ist der Anteil der Frauen in den Sommermonaten, vom November bis März sinkt er unter den Jahresdurchschnitt. Die Not der Angestellten In der Arbeitsmarktlage für Angestellte ist eine weitere Verschlechterung zu verzeichnete Nach der neuesten Monatsstatistik der Arbeitsämter und nichtgewerbsmäßigen Arbeitsnachweise hat die. Zahl der verfügbaren Angestellten im August d J. wiederum eine Zunahme von 2293 aufzuweisen, so daß Anfang September d. J. die Gesamtzahl der arbeitslosen Angestellten 216.128 betrug. Davon waren männlich 151.001 und weiblich 65.123. Nach den Börufsgruppen waren Anfang September d. J. 165.772 kaufmännische, 23 55fr Büroangestellte und 26.798 Techniker verfügbar. Geschäftsauflösungen, Stilllegungen, Betriebseinschränkungen» Rationalisierungen und die allgemein geringe Kaufkraft der breiten Masse hatten häufig erhebliche Kündigungen und Entlassungen zur Folge. Die Nachfrage erstreckte sich bei den kaufmännischen Angestellten hauptsächlich auf ganz junere Kräfte für allgemeine Kontorarbeiten. Büroangestellte wurden vornehmlich wieder von Behörden verlangt Bei den technischen Angestellten ist die Nachfrage fast ganz ins Stocken geraten. nr

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