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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1929-11-01 · 5 (November 1929) · page 18

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
3 (1929)
Issue
5 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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gewerbe werden die Italiener am meisten bevorzugt. Ausländer in Deutschland Nach der letzten Volkszählung vom 16. Juni 1925 wohnten im Reichsgebiet 62,410.619 Personen, von denen 957.096 Personen 1,5 Prozent die deutsche Staatsangehörigkeit nicht besaßen. Im Jahre 1910 betrug für dasselbe Gebiet die Zahl der Ausländer 1,129.888 1,95 Prozent. Nach der Staatsangehörigkeit verteilten sich 1925 die Ausländer folgendermaßen: Polen.......260.000 27% Tschechoslowakei . . 222.000 23% Oesterreich..... 129.000 14% Niederlande .... 82.000 9% Rußland...... 47.000 5% Schweiz...... 42.000 4% Italien ...... 29.000 3% Ungarn...... 19.000 =2,0% Jugoslawien .... 19.000 =2,0% Staatenlose (davon 9000 in Berlind .... 25.000 =3.0% Nord. Staaten . . . 14.000 1,5% England...... 6.000 =0,6% Frankreich .... 3.000 0 3% Von Bedeutung ist die Frage nach der Muttersprache der Ausländer. Rechnet man die Doppelsprachigen zu den Deutschsprachigen, so ergibt sich, daß 700.000 Ausländern mit deutscher Muttersprache rund 260.000 rein fremdsprachige Ausländer gegenüberstehen, d. h. also, rund drei Viertel aller im Deutschen Reiche lebenden Ausländer haben Deutsch als Muttersprache. Ueberseeische Auswanderung Ueber die Folgen der Einwanderungsbeschränkungen in den Vereinigten Staaten, Argentinien und Brasilien geben folgende Statistiken ein anschauliches Bild: Die Einwanderung betrug in den Vereinigten Staaten: in den Jahren 1910 1,041.579 1913 1,197.892 dagegen 1924 706.896 1925 294.314 1926 304 488 1927 335.175 Die Gesamteinwanderung in Argentinien betrug: 1910 338.828 1913 364.878 dagegen 1924 1925 1926 1927 191.169 209.873 135.011 161.548 Die Einwanderung in Kanada betrug: 1910 208.794 1913 402.432 dagegen 1924 148.563 1925 111.362 1926 135.984 1927 158.884 Danach haben sich die Einwanderungszahlen zwar in den letzten Jahren etwas gehoben, sie bleiben jedoch weit hinter den Vorkriegszahlen zurück. Aus- und Einwanderung in Litauen Die Aus Wanderungsstatistik Litauens führt seit 1928 eine Trennung nach Nationalitäten durch. Danach stellen National-Litauer 70 Prozent, Juden 23 Prozent, Russen 5 Prozent. Deutsche 1.4 Prozent und Polen 0.6 Prozent der Auswanderer. Der Anteil der Litauer an der Auswanderung ist normal, dagegen ist der Anteil der Juden an der Auswanderung dreimal so groß wie der Anteil der Juden an der Bevölkerung Litauens. Die starke Abwanderung der Russen wird durch die Rückkehr der zu Russifizierungszwecken angesiedelten russischen Bauern in ihre alte Heimat erklärt. Am geringsten sind die Polen an der Auswanderung beteiligt. Die Einwanderer stellen in der Hauptsache deutsche Handwerker. Es ergibt sich als Resultat, daß Litauen seine agrarische Ueberbevölkerung an das Ausland abgibt, während seine Städte mit deutschen Handwerkern überschwemmt werden. Deutsche Einwanderung nach Argentinien 1928 Nach Argentinien sind im Jahre 1928 rund 375.000 Personen eingewandert, 258 000 Personen haben das Land wieder verlassen. Der Anteil der Deutschen an der Einwanderung beträgt 4165, an der Wiederauswanderung 3943 Köpfe. Es ergibt sich also ein Ueberschuß der Gesamteinwanderung über die Gesamtauswanderung von 90.045 Köpfen, der Ueberschuß der Deutschen beträgt nur 222 Köpfe gegenüber 959 im Jahre 1927 und 733 im Jahre 1926. 114

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