Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Journal
- Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- 5 (November 1929)
- Date
- 1929-11-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Samtbelegschaft. An zweiter Stelle stehen die Deutschen mit 11.945, dann folgen die Italiener mit 10.245, die Spanier mit 6481, die Belgier mit 6449, die Schweizer mit 5785, die Jugoslawen mit 3831, die Marokkaner mit 3097 und die Ungarn mit 1696. Im Erzbergbau sind das lothringische Bekken mit 24.362 (mehr als 72 v. H. der Gesamtbelegschaft) und das Saone-et- Loire-Gebiet mit 2295 Ausländern diejenigen Gebiete, die fast alle in diesem Wirtschaftszweig tätigen Ausländer aufgenommen haben. Die Metallindustrie gehört gegenwärtig zu den Hauptindustrien Frankreichs, seit sich durch die Wiedergewinnung von Lothringen die Eisen- und Stahlproduktion verdoppelt hat. Arbeiter aus mindestens 30 verschiedenen Nationen sind in ihr beschäftigt. Es gibt Betriebe, die unter ihren Arbeitern Angehörige von 20 verschiedenen Nationen aufweisen. Im Pariser Bezirk z. B. befindet sich eine bedeutende Erwerbsgesellschaft, die 6 Fabriken besitzt, in denen Angehörige aus 23 Nationen beschäftigt werden. Hinsichtlich des landwirtschaftlichen Arbeitsmarktes läßt sich beobachten, daß die Franzosen den landwirtschaftlichen Beruf immer mehr aufgeben, während er von den Ausländern wegen seiner besonderen Arbeitsbedingungen noch nicht so sehr bevorzugt wird: wie die französische Landwirtschaft es wünschen würde. 1921 zählte man in der Landwirtschaft nur 145.000 Ausländer, während 1927 254.503 angegeben werden. Unter diesen Ausländern befinden sich 33.285 Grundeigentümer mit 149.149 ha Land. Pächter und Teilpächter bewirtschaften 437.155 ha. Insgesamt werden 91.704 bäuerliche Betriebe mit reichlich V* Million ha Land von Ausländern bewirtschaftet. Ferner sind 162.799 ausländische Landarbeiter in Frankreich beschäftigt. Zahlenmäßig stehen unter den Ausländern in der Landwirtschaft Frankreichs die Italiener mit 80 000 an der Spitze. Unter ihnen befinden sich auch die meisten Grundbesitzer, nämlich 39.000. Die größte Bodenfläche hingegen haben die Belgier inne, nämlich 301 810 ha, während die Italiener nur 151134 ha besitzen. Mit anderen Worten, die Belgier bewirtschaften 51,5 v. H. der gesamten in Frankreich von Ausländern bebauten Bodenfläche. Die von Ausländern bewirtschafteten Betriebe liegen meitens in den Grenzgebieten. Es läßt sich schwer feststellen, wie das Verhältnis der Ausländer im Verhältnis zur Gesamtarbeiterschaft der Industrie ist. Es seien daher zwei Stichproben angeführt. Die Betriebe der Bergbau- und Gießereigesellschaft von Ales in Tamaris beschäftigte 1926 55 v. H. Ausländer. Die neun großen Eisen- und Stahlwerke der elsaßlothringischen Bergbauvereinigung beschäftigte am 31. Dezember 1925 bei einer Gesamtbelegschaft von 33.336 Personen 12.777 Ausländer, also ungefähr 38 v. H. Da die verschiedenen Nationen in Frankreich unter denselben Bedingungen arbeiten, sind die Voraussetzungen für einen Vergleich ihres beruflichen Könnens sehr günstig. Solche Versuche sind auch gemacht worden, wobei man als Vergleichsgrundlage die Leistung eines gelernten französischen Arbeiters angenommen hat. Eine Untersuchung, die in 258 Betrieben der Metallindustrie mit insgesamt 60.000 ausländischen Arbeitern vorgenommen wurde, ergab etwa folgende Reihenfolge: Belgier, Italiener, Polen, Spanier, Portugiesen, Russen, Tschechoslowaken und Nordafrikaner. Englische Facharbeiter sind hierbei nicht berücksichtigt worden. Eine ähnliche Untersuchung, die von einer großen Automobilfirma 1926 mit 17 229 Arbeitern, darunter 5074 Ausländer, veranstaltet wurde, bestätigte die Beobachtung, daß die technische Leistung der Arbeiter sehr von dem Stand der Zivilisation und der Wirtschaft in ihrem Heimatlande abhängig ist. Die Untersucnung kommt daher zu dem Ergebnis, daß die Angehörigen der Nachbarländer Frankreichs, Belgien, Schweiz, Italien, für die französische Maschinenindustrie die am besten geeigneten Arbeiter sind. Die Tschechoslowaken, Jugoslawen nehmen ebenfalls einen hohen Rang ein; Spanier, Portugiesen, Russen und Polen stehen etwa auf derselben Stufe. Am wenigsten für industrielle Arbeiten geeignet sind die mohammedanischen Arbeiter aus Nordafrika, was zum Teil auf ihre Armut, die Unterernährung und mangelnde Eignung für technische Arbeiten zurückzuführen ist. Im Bau- 113