Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Journal
- Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- 5 (November 1929)
- Date
- 1929-11-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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die öffentlichen Arbeitsnachweise Arbeit nachgewiesen. Hiervon erhielten 25.835 Arbeiter durch Sondernachweis an den Grenzen oder im Innern des Landes Beschäftigung. Die meisten von diesen Arbeitern wurden eingestellt als ungelernte Arbeiter (6.225), in der Landwirtschaft (4.712), im Baugewerbe und bei öffentlichen Arbeiten (4.416), in der Metallindustrie (3.293), in Eisenbergwerken (1.307) und in Kohlenbergwerken (1.262). Nach dem Bulletin du Marchs kann diese Statistik nicht als vollstandig angesehen werden, besonders nicht in Bezug auf die Auswanderungsbewegung der fremden Arbeiter. Auch sind in der Statistik die Ausländer, die mit Reisepass nach Frankreich kommen und dort eine Beschäftigung finden, nicht berücksichtigt. Nach den bestehenden Bestimmungen müssen diese Arbeiter je nach der Lage des Arbeitsmarktes ihre Beschäftigung rechtmäßig anerkennen lassen, um sich eine Identitätskarte zu beschaffen; in dieser Beziehung wird von den am liefen Dienststellen eine immer strengere Kontrolle durchgeführt. Die amtlichen Dienststellen erhielten im Laufe des Jahres 1928: 32.136 Anträge auf rechtmäßige Anerkennung der Beschäftigung, zwei Drittel dieser Anträge wurden bewilligt, dagegen ein Drittel abgelehnt. Es ist interessant festzustellen, daß die Gesamtzahl der im Jahre 1928 nach Frankreich eingewanderten Arbeiter noch lange nicht der Nachfrage der französischen Arbeitgeber nach Arbeitskräften genügte. So sind z. B in der Industrie 58.432 fremde Arbeiter verlangt worden, jedoch nur 36.055 eingewandert. Die ausländischen Arbeitnehmer in Frankreich Der französische Arbeitsmarkt hat im Gegensatz zum deutschen und britischen nur eine ganz geringe Anzahl von Arbeitslosen. In der französischen Wirtschaft sind aber etwa 1,6 Millionen Ausländer erwerbstätig. Die Berufszugehörigkeit und die soziale Schichtung dieser ausländischen Arbeiter untersucht Professor Oualid in einem sehr eingehenden Aufsatz der Internationalen Bundschau der Arbeit (September-Heft 1929). Die nachstehenden Angaben sind diesem Aufsatz entnommen, der die Volks- und Berufszählung von 1921 und die Erhebung des französischen Landwirtschaftsministeriums als wichtigste Quellen benutzt. Dabei ist festgestellt worden, daß fast ein Drittel aller Ausländer die italienische Staatszugehörigkeit besitzen (29,7 v. H.); ihnen folgen die Belgier (15,6 v. H ), die Polen (14,4 v. H.) und die Spanier (12,7 v. H ). Die übrigen verteilen sich auf Russen, Deutsche (2,1 v. H.), Tschechoslowaken, Armenier, Portugiesen und andere mehr. Die Untersuchung des Landwirtschaftsministeriums enthält auch Angaben über die Berufszugehörigkeit der Ausländer. Danach sind im Baugewerbe fast ein Fünftel der Gesamtzahl beschäftigt (326.000). Die Metallindustrie kommt diesem Erwerbszweig sehr nahe (265.000), während die Landwirtschaft trotz ihres großen Bedarfes an Arbeitskräften nur 254.000 Ausländer, das sind kaum 15,7 v. H. der Gesamtzahl, aufweist. Auch die Bergwerke haben eine große Anzahl von Ausländern (171003) aufgenommen. 1925 beschäftigten alle französischen Bergbaubetriebe (Kohle, Braunkohle, Kali, Eisen, Kupfer, Gold, Steinsalz usw.) zusammen 363.000 Arbeiter; annähernd die Hälfte hiervon, 47 v. H. waren Ausländer. Die Produktion der französischen Bergwerke belief sich 1919 auf kaum 22,5 Millionen Tonnen, wobei 180 000 Arbei er beschäftigt waren. 1927 dagegen überschritt die gesamte Fördermenge 53 MillionenTonnen, da 142 000 fast ausschließlich vom Ausland hereingeholte Arbeiter mehr beschäftigt waren. Eine ähnliche Steigerung weist die Eisenproduktion auf, die seit 1919 von 2,5 Millionnen Tonnen auf 9 5 Millionen Tonnen und die Stahlproduktion, die von 2,5 Millionen auf 8 Millionen Tonnen gestiegen ist. Es gibt Bergwerke z B. in dem Bezirk von Ostricourt (Pas de Calais), in denen 62 v. H. der gesamten Belegschaft und 75 v. H. aller unter Tage beschäftigten Arbeiter Ausländer sind. Ueberhaupt gehört der Bergbaubezirk von Pas de Calais und das Saoneet-Loire-Gebiet zu denjenigen Bezirken, die die meisten Ausländer beschäftigen. Die Polen stellen hier unter den Bergarbeitern den größten Anteil: 85.735 oder 61,5 v. H. der Ge- 112