Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Journal
- Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- 4 (Oktober 1929)
- Date
- 1929-10-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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früher, wie er es wohl erwartet hatte, erhielt faßte er diese Tatsache wirklich als Vertrauensbezeugung auf. Er, der noch niemals geborgtes Geld zurückgegeben hatte, brachte am nächsten Tage wortlos die geliehene Summe zurück. Allmählich schuf er sich eine positive «Stellung zu uns, die imstande waa-, ihm etwas Halt zu geben. Als endlich Lehr- und Piflegestelle gefunden war, verabredeten wir, daß er von Zeit zu Zeit zu uns kommen sollte, damit eventuell entstehende Schwierigkeiten beseitigt werden könnten. Er ist jetzt seit mehr als sechs Monaten auf seiner Stelle, es gefällt ihm gut, und der Arbeitgeber ist zufrieden. E. ist ein häufiger Gast bei uns und bespricht seine kleineren und größeren Sorgen hier. Vielleicht wird es möglich sein, ihm durch verständnisvolle Behandlung über die Schwierigkeiten der Pubertät wegzuhelfen und ihn zu einem brauchbaren Menschen zu erziehen. Vielleicht war es gerade hier «möglich, einen jungen gefährdeten Menschen dadurch, daß man Ihm Vertrauen schenkte, davor zu bewahren, sich und andere durch seine negative Stellung zur Gemeinschaft zu schädigen. L. Z. Wohliahrtspflegeräelie und sozialpolitische Zeitschriften III. Neben den amtlichen Blättern und den Publikationen der freien Wohlfahrtspflege (s. Jg. 3, Heft 1/2, S. 32 und Heft 3, S. 61 ds. Ztschr.) verdienen die Zeitschriften der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände besondere Beachtung. Von den größten der drei Gewerkschaftsrichtungen, den freien Gewerkschaften, werden eine Reihe wichtiger Blätter herausgegeben. Wir erwähnen hier nur die bedeutsamsten: die wöchentlich als offizielles Organ des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes bereits im 39. Jahrgang erscheinende „Gewerkschaftszeitung" (Schriftleitung Paul Umbreit, Verlag und Versand Verlagsgesellschaft des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes G. m. b. H., Berlin S 14, Inselstr. 6a.). Sie dient vorwiegend aktuellen sozialpolitischen Fragen. Als Ergänzung erseheint für die Angestellten: Der freie Angestellte (Redaktion Josef Aman und Paul Lange, Berlin, Verlag Zentralverband der Angestellten, Sitz Berlin, Oranienstr. 40/41). Auf rein wissenschaftlicher Basis steht die von Th. Leipart herausgegebene „Arb e i t", Zeitschrift für Gewerkschaftspolitik und Wissenschaftskunde (Verlagsigesellschaft des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes G. m. b. H., Berlin, Berlin S. 14., Inselstr. 6). Da sie über bedeutende Mitarbeiter im In- und Ausland verfügt, sind die Aufsätze, die sie veröffentlicht, oft von besonderem Interesse. Das offizielle Organ der christlichen Gewerkschaften ist das „Zentralblatt der christlichen Gewerkschaften" (Redaktion Karl Jansen, Verlag Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften, Berlin-Wilmersdorf, Kaiserallee 25). Der Gewerkschaftsbund der Angestellten gibt seiner Zeitschrift den eigenen Namen „G. d. A." (Redaktion Georg Borchardt, Verlag des G. d. A., Berlin- Zehlendorf, Schweizerhof). Daneben veröffentlicht er „M aterialblätter für Wirt Schafts - und -Sozialpolitik44 (im gleichen Verlag), die vor allem die Rechtsprechung, soweit sie wesentliche sozialpolitische Fragen berührt, berücksichtigt. — Karl Zwing macht den Versuch, eine für die gesamte Gewerkschaftsbewegung gemeinsame Zeitschrift herauszugeben, „G e w e r k s c h a f t s a «r c h i v", Monatsschrift für Theorie und Praxis der gesamten Gewerkschaftsbewegung (Karl Zwing, Verlagsbuchhandlung, Jena). Ueber eine wirklich gemeinsame Zeitschrift gegenüber den verschiedenartigen Veröffentlichungen der Gewerkschaften verfügt auf der Gegenseite die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, „D e r A r b e i tgeber" (herausgegeben von Regierungspräsident z. D. Roland Brauweiler, Berlin W 62, Burggrafenstr. 11, Verlag Otto Eisner, Verlagsgesellschaft m. b. H., Berlin S 42, Oranienstraße 140-142, erscheint vierzehntäglich). Sie verfügt über ausgezeichnete Mitarbeiter. ZEITSCHRIFTENSCHAU Die Arbeitslosenfrage in der Union der Sozialistischen Sowjet-Republiken behandelt Ministerialrat R. Joachim im „Reich sarb e itsbl att" (Nr. 22 vom 5. 8. 1929, IL, S. 321). Die Arbeitslosenversicherung ist in Rußland im Rahmen 92