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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1929-10-01 · 4 (Oktober 1929) · page 17

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
3 (1929)
Issue
4 (Oktober 1929)
Date
1929-10-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Daraus ergibt sich ein Geburtenüberschuß auf 1000 Einwohner von: 1846/1850 ..... 8,1 1896/1900 ..... 14,7 1906/1910 ..... 14,1 1913....... 12,1 1921....... 11,3 1923 ....... 7,1 1925 ....... 8,8 1927 ....... 6,4 Wir haben demnach im Jahre 1927 noch einen Bevölkerungszuwachs von 6,4 auf 1000 Einwohner zu verzeichnen, eine zwar verlangsamte, aber doch stetige und fühlbare Zunahme der Bevölkerung. Da jedoch diese Zunahme der Bevölkerung nicht auf Geburtenvermehrung, sondern auf Sterblichkeitsminderung zurückzuführen ist, geht die Zunahme der älteren Jahresklassen mit ihr Hand in Hand, weil mit jeder weiteren Verbesserung der Sterblichkeitsverhältnisse der Anteil der höheren Altersschichten an der Gesamtbevölkerung zunimmt. Der Geburtenrückgang gibt also nicht so sehr gegenüber der verlangsamten Bevölkerungsvermehrung zu Bedenken Anlaß, als vielmehr in Hinblick auf den Altersaufbau der Bevölkerung, der durch weiteren Geburtenrückgang noch ungünstiger werden wird. Die Geburtenziffern selbst weichen in den einzelnen Landesteilen weitgehend von einander ab. Am stärksten ist jedoch der Unterschied zwischen Stadt und Land. Es entfielen auf 1000 verheiratete Frauen unter 45 Jahren 1924—26 überhaupt 143,5 Lebendgeborene in Großstädten 89,3 in den übrigen Gemeinden 166,5 „ Tn Berlin waren es nur 62,4 „ Dieser besonders starke Geburtenrückgang ist in allen Großstädten gleichmäßig zu beobachten. Er ist auch nicht mehr ein Privileg der oberen Volksschichten. Die Untersuchung des statistischen Amtes kommt vielmehr zu dem Resultat, daß sich in Berlin bereits alle Bevölkerungsschichten gleich ablehnend gegenüber der Aufzucht zahlreicher Kinder verhalten. Daß sich hieraus eine ernste Gefahr nicht nur hinsichtlich der Bevölkerungsvermehrung, sondern sogar in Bezug auf die Erhaltung des Bevölkerungsstandes ergeben kann, geht gerade aus dieser Feststellung mit großer Deutlichkeit hervor. —dt. Soziale Struktur der Studentenschaft Das Studium ist bei dem überstiegenen Berechtigungswesen mehr und mehr eine Brotangelegenheit geworden. Nach den soeben veröffentlichten Erhebungen des Statistischen Reichsamts ist heute der Mittelstand als Hauptträger der Hochschulbildung anzusehen. Dabei stammten die weiblichen Studierenden anteilmässig stärker aus höheren sozialen Schichten als ihre männlichen Kommilitonen. Das Werkstudententum ist zurückgegangen. Eine Beschäftigung gegen Entgelt übten im Wintersemester 1927/28 nur 7.3% aller Studierenden aus. In den Ferien zwischen dem Wintersemester 1927/28 und dem Sommersemester 1928 trat bei den Technischen Hochschulen besonders stark der Anteil der Beschäftigung als Arbeiter und im Gewerbe hervor, was aber hier vor allem auf den erforderlichen Nachweis praktischer Werkstattbetätigung zurückzuführen sein dürfte. Von den Studierenden waren 16.5% bereits vor dem Hochschul besuch beruflich tätig. Von den Vätern der Studierenden waren etwa 45% Beamte, davon 27.7% mittlere Beamte. Fast ein Viertel waren Handel- und Gewerbetreibende. Von ihnen war der wreitaus größere Teil selbständige Handwerksmeister und Kleingewerbetreibende. Eine abgeschlossene Hochschulbildung besassen 22.5% der Väter. Hauptversammlung der Gesellsehalt für soziale Reform Vom 24.-26. Oktober findet in Mannheim die 11. Hauptversammlung der Gesellschaft für soziale Reform statt. Das Thema des ersten Verhandlungstages bildet die Reform des Schlichtungswesens (Referenten: Professor Sinzheimer, Frankfurt a. M. und Professor v. Beckerath, Bonn). Der 25. Oktober bringt ein Hauptreferat von Professor Götz Briefs, Berlin, über den wirtschaftlichen Wert der Sozialpolitik. Teilnehmerkarten sind beim Generalsekretariat der Gesellschaft für soziale Reform, Berlin W 30, Nollendorfstraße 29/30, zu bestellen. 81

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