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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1929-10-01 · 4 (Oktober 1929) · page 16

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
3 (1929)
Issue
4 (Oktober 1929)
Date
1929-10-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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RUNDSCHAU Professor Dr. Moritz Türk Am Dienstag, den 27. August 1929, ist Herr Professor Dr. Moritz Türk, Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge, in Berlin nach kurzem Krankenlager im 71. Lehens jähr verschieden. Der Verstorbene gehörte dem Reichsvorstand der Hauptstelle seit 1927, dem geschäftsführenden Vorstand seit Beginn dieses Jahres an. Er hat den Arbeiten der Hauptstelle stets ein starkes Interesse entgegengebracht. Insbesondere galt seine Arbeit der Frage der Produktivierung der jüdischen Wanderung innerhalb Deutschlands und dem Ausbau der jüdischen Arbeitsnachweisbewegung. Ihm ist es in starkem Maße zu danken, daß der Preußische Landesverband und die Reichsarbeitsgemeinschaft der Landesverbände die Errichtung der jüdischen Arbeiterkolonie begrüßt und finanziell unterstützt haben. Er hat es verstanden, sich in ungewöhnlichem Maße in diese seinem ursprünglichen Arbeits- und Interessengebiete fernliegende Materie einzuarbeiten, nicht nur beratend dabeizustehen, sondern tatkräftig in emsiger Kleinarbeit diese schwierigen Aufgaben unserer Organisation zu seinen eigenen zu machen. Mit tiefer Trauer erinnern wir uns an ein Schreiben vom 1. Mai d. J., in dem er anläßlich besonderer Glückwünsche zu seinem 70. Geburtstage jeden Dank ablehnte: »»Wenn es mir möglich gewesen ist, die Bestrebungen zur Produktivierung der jüdischen Wanderung in den entscheidenden Gremien zur Anerkennung zu bringen, so ist das kein besonderes Verdienst bei einem Unternehmen, dessen Notwendigkeit sich jedem sozial denkenden Menschen von selbst aufdrängen muß. Mit meinem Dank nehmen Sie die Versicherung, daß ich auch künftig bemüht sein werde, Ihre Aufgaben, die ja nun auch die meinigen sind, nach Kräften zu fördern.« Das Andenken und Wirken von Professor Türk wird in unseren Reihen stets lebendig bleiben. Die Bevölkerungsvermehriing im Deutschen Reich Der Geburtenrückgang, der in den letzten Jahren in noch stärkerem Umfang als vor dem Kriege eingetreten ist, hat im besonderen Maße das Interesse der Oefifentlichkeit auf das Problem des Bevölkerungszuwachses gelenkt. Aus diesem Grunde hat das Statistische Reichsamt eine eingehende Untersuchung über den Geburtenrückgang und die sich aus ihm ergebenden Fragen veröffentlicht (Sonderheft zu Wirtschaft und Statistik Nr. 5, Beiträge zum deutschen Bevölkerungsproblem, 1929, Verlag v. Reimar Hobbing, Berlin SW 61). Es ergibt sich als Resultat der Untersuchung, daß ein Stillstand der Bevölkerungsvermehrung keineswegs stattgefunden hat. Zwar ist die Geburtenziffer (Verhältnis der Geburten auf 1000 Einwohner) im letzten Jahrhundert und insbesondere im letzten Jahrzehnt erheblich gesunken. Lebendgeborene auf 1000 Einwohner: 1846/1850 ..... 35,6 1896/1900 ..... 36.0 1906/1910 ..... 31.6 1913 ....... 26.9 1921 ....... 25,1 1923 ....... 21,1 1925 ....... 20.7 1927 ....... 18,4 Aber die Zahl der Todesfälle hat gleichfalls in starkem Maße abgenommen. Todesfälle auf 1000 Einwohner: 1846/1850 ..... 27,5 1896/1900 ..... 21,2 1906/1910 ..... 17,5 1913....... 14,8 1921....... 13,9 1923....... 13,9 1925....... 11,9 1927 ....... 12,0 80

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