Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Journal
- Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- 3 (September 1929)
- Date
- 1929-09-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Von den einzelnen Großstädten über 200.000 Einwohner haben (besonders hohe Anteilziffern im Verhältnis zu den überhaupt in städtischer Fürsorge laufend unterstützten Parteien Gelsenkirchen-Buer mit 43,98%, das damit die Spitze einnimmt, Köln mit 31,40%, Mannheim, Hannover, Düsseldorf und Leipzig mit über 28% und Bochum mit 25,84%, Kiel mit 21,89% und Frankfurt am Main mit 21,87% stehen dem Durchschnitt nahe. Berlin mit 18,15% steht relativ noch günstiger da. [Niedrigere Ziffern zeigen Magdeburg, Dresden, Königsberg, Stuttgart, Chemnitz und Stettin. Von den laufend unterstützten Wohlfahrts-Erwerbslosen waren 77,55 Prozent männlich und 22,45% weiblich. Fast zwei Drittel entfallen auf das Alter von 18—45 Jahre. Mehr als ein Drittel der Wohlfahrts-Erwerbslosen sind ungelernte Arbeiter. An zweiter Stelle stehen — ein Zeichen der Zeit — mit 13.813 oder 8,96% die kaufmännischen und Büroangestellten. Da die Gruppe der ungelernten Arbeiter eine Sammelgruppe ist und hier Saisoneinflüsse eine Rolle spielen, so muß unter den Wohlfahrts- Erwerfoslosen die kaufmännische Angestelltenschaft als am ungünstigsten bezeichnet werden. Der Bericht stellt fest, daß angesichts der durch die Erhebung des Deutschen Städtetages dargelegten Verhältnisse sich die Notwendigkeit ergibt, die fürsorgerische Betreuung der arbeitsfähigen Erwerbslosen auf eine der Leistungsfähigkeit der Städte gerecht werdende gesetzliche Grundlage zu stellen. Neue Beruf sgenossenschaft für Wohlfahrtspflege. In einer Sitzung, die das Reichsversicherungsamt dieser Tage mit Vertretern der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege, der Sozialversicherung, der Aerzte, Zahnärzte, Dentisten, Tierärzte und Hebammen abgehalten hat, wurde die neue Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege errichtet. Die Bildung erfolgte auf Grund des Gesetzes über Aenderungen in der Unfallversicherung vom 20. Dezember 1928. Zum vorläufigen Vorsitzenden wurde der Generalsekretär der Deutschen Liga der freien Wohlfahrtspflege, Dr. G. Vöhringer, zum Schriftführer Helmut Lehmann vom Hauptverband deutscher Krankenkassen und zum Geschäftsführer der bisherige Oberregierungsrat im Reichsversorgungsgericht, Dr. Prahler gewählt. Die übrigen Vorstandsmitglieder setzen sich aus Vertretern der beteiligten Spitzenverbände zusammen. Davon entfallen auf die Verbände, die der Deutschen Liga der freien Wohlfahrtspflege angeschlossen sind, 9 Vertreter, auf die übrigen Verbände 8 Vertreter. Es ist beabsichtigt, 7 Abteilungen zu bilden: Freie Wohlfahrtspflege, Sozialversicherung, Aerzte, Zahnärzte, Dentisten, Hebammen, Tierärzte, Heilkundige und sonstige Unternehmer. Sitz der neuen Berufsgenossenschaft ist bis zur Beschaffung eigener Büroräume das Haus der Deutschen Liga der freien W chlfahrtspf lege (Wohlfahrtshaus), Berlin N., Oranieriburgerstr. 13/14. Ausländer in Berlin Seit 1925 stellt das Polizeipräsidium die in Groß-Berlin in Wohnungen polizeilich gemeldeten Ausländer statistisch fest. Die letzte Erhebung vom 31. Dezember 1928 hat das Ergebnis gehabt, daß in der iReichshauptstadt nicht weniger als 134.671 polizeilich gemeldete Ausländer in Privatwohnungen eingemietet waren, also hier einen längeren oder dauernden Aufenthalt haben. Das entspricht einem Prozentsatz von 3.1 der gesamten Bevölkerung Berlins, die Ende 1928: 4,297.300 Köpfe betrug. Seit 1927 haben sich die Ausländer in Berlin um 2398 gleich 1.8 Prozent vermehrt. Diese Steigerung ist hauptsächlich auf den Zuzug aus Danzig (plus 465 gleich 243 Prozent), Polen (plus 2009 gleich 7.7 Prozent) und aus Amerika (plus 195 gleich 7 Prozent) zurückzuführen. Vermindert haben sich dagegen die ausländischen Dauermieter aus der Sowjetunion um 1874 gleich 13.2 Prozent und aus der Türkei um 152 gleich 8.7 Prozent. Auch im letzten Jahr stammte die Mehrzahl der in Berlin wohnenden Ausländer aus dem Osten und Südosten Europas. Drei Fünf tel waren Polen mit 20.9 Prozent, Oesterreicher mit 19.1 Proz., Tschechen mit 13.1 <Proz. und Angehörige der Sowjetunion mit 9.2 Prozent. In weitemAbstand folgen dann die Ungarn mit 4.4 Prozent, die Schweizer mit 2.8 Prozent, die Rumänen mit 2.3 Prozent und die Amerikaner mit 2.2 Prozent. Aus den übrigen 60