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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1929-09-01 · 3 (September 1929) · page 17

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
3 (1929)
Issue
3 (September 1929)
Date
1929-09-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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HIAß in New York, Justizrat Dr. Blau-Frankfurt a. M., der Vizepräsident der JCA Leonard L. Cohen und d'Avigdor Goldsmid aus London, Direktor Joachimsohn - Berlin, Gribeschok-Riga, Prof. Dr. Mittwochs erlin, Leo Motzkin-Paris, Geh.-Rat Dr. J. Stern-Berlin, Dr. M. Krainin-Paris, Latzki-Berthold-Riga, Dr. Edouard Oungre-Paris, S. Reinach-Paris, M. Schalit-Wiina. Als Gäste nahmen an der Sitzung teil Dr. Alfred Klee-Berlin, Dr. Louis Oungre-Paris, Dr. Silberschein-Lemberg. Der Vorsitzende gab ein Resume des ausführlichen Berichtes der Direktion über die Tätigkeit von HIAS- JCA-EMIGDIREKT für die Zeit vom 1. April 1927 Ibis 31. Dezember 1928. Nach dem Ergebnis dieser zwei Jahre zu urteilen, hat sich die jüdische Auswanderung auf jährlich 35.000 bis 40.000 Personen stabilisiert. Ungeachtet dieser Verminderung der jüdischen Auswanderung im Vergleich zu früheren Jahren wird der Emigrantenschutz immer schwieriger, der Umfang der Arbeit wird immer größer. Im Hinblick auf die bestehenden Einwanderungseinschränkungen in den europäischen Ländern geht der ganze Strom der Auswanderer nach Uebersee. Dieser Zustand drückte sich in der Arbeit von HIAS-JCA-EMIG- DIREKT in folgenden Ziffern aus: Im Jahre 1927 haben sich rund 40.000, im J. 1928 mehr als 53.000 Auswanderer an die Komitees von HICEM in den Auswanderungsländern gewandt. Die HICEM^Komitees gewährten juridische und konsularische Hilfe in 10.975 Fällen i. J. 1927 und in 19.816 Fällen i. J. 1928. Die Zahl jener Einwanderer, die die Hilfe der (Komitees in Argentinien, Brasilien, Uruguay, Kanada, als in jenen Ländern, in denen HICEM eine intensivere Tätigkeit entwickelt, in Anspruch genommen haben, betrug i. J. 1927 : 6453, i. J. 1928: 10.831. Die Zahl der Einwanderer, die in diesen vier Ländern durch die Arbeitsbüros von HICEM Arbeit zugewiesen erhalten haben, betrug 1927: 1888, 1928: 4367. Im Jahre 1928 haben 2444 Einwanderer in Argentinien und Kanada ihre Einwanderungszertifikate durch die Komitees von HICEM erhalten. Eine große Zahl Emigranten nahm auch materielle Hilfe in Form von Darlehen und Vorschuß auf Reisekosten in Anspruch. Die Gesamtsumme dieser Darlehen betrug 1927 über 45.000 Dollar, 1928 über 100.000 Dollar. Die Gesellschaft hat Vorkehrungen getroffen, um die Einwanderer den Lebensbedingungen in den Einwanderungsländern anzupassen, und hat zu diesem Zweck Sprachkurse eingerichtet und für eine berufstechnische, sowie landwirtschaftliche Ausbildung der Wanderer gesorgt. Der Erfolg der Sprachkurse steht schon heute fest. Ueber die Resultate der berufstechnischen und landwirtschaftlichen Ausbildung kann man endgültige Feststellungen noch nicht machen, das Experiment wird fortgesetzt. In der zweiten Hälfte 1928 baute HIAS-JCA-EMIGDIREKT die Kredithilfe in den Einwanderungsländern aus. Es wurden geschaffen bezw. gestützt Leih- und Sparkassen in Argentinien, Brasilien und Uruguay. Den Einwanderern wurde der Erwerb von Produktionsmitteln erleichtert, wodurch sie sich schneller den bestehenden Arbeitsbedingungen anpassen konnten. Zum Schluß wies Dr. Oskar Cohn darauf hin, daß sich in der allerletzten Zeit die Lage im Auswanderungswesen sehr viel verschlechtert hat. Die Einwanderungsbeschränkungen in Argentinien, Kanada, Südafrika und in anderen Ländern werden immer strenger gehandhabt; Hauptaufgabe von HIAS-JCA- EMIGDIREKT in der nächsten Zukunft wird es sein, energische Maßnahmen zur Erweiterung der Einwanderungsmöglichkeiten für jüdische Wanderer zu ergreifen. Beitritt Deutschlands zum Welthilfsverband Am 12. Juli 1927 ist in Genf von 30 Staaiten ein internationales Abkommen über die Gründung eines Welthil fsverb an des beschlossen worden. Dieses Abkommen ist unter dem Datum v. 2. Juli 1929 (RGBL. II, S. 529) von Deutschland ratifiziert worden. Der Welthilfsverband bezweckt, bei außergewöhnlichen Kaitastrophen, Hilfe zu leisten und zu diesem Zwekke Gaben, Geldmittel oder sonstige Hilfe aller Ati zu sammeln. Er will die Bemühungen der Hilfsorganisationen nötigenfalls zusammenfassen und überhaupt die auf Katastrophen bezüglichen Untersuchungen und Verhütungsmaßnahmen fördern. Die Hilfsmittel des Verbandes sollen «ich 57

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