Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Journal
- Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- 3 (September 1929)
- Date
- 1929-09-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2709108-2709121-2709124--606-2709802- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
möchte sie für die Arbeiterkolonie in folgende fünf Punkte zusammenfassen: 1) Die Arbeiterkolonie hat um sich einen Bezirk abzugrenzen, der als Arbeitsnachweisbezirk gilt; 2) In diesem Arbeitsnachweisbezirk hat die Arbeiterkolonie Vertrauensmänner zu gewinnen, die ihr behilflich sind, geeignete Arbeitsstellen ausfindig zu machen, die die Gewähr bieten, daß in denselben der Wanderer in seinem Arbeitswillen, seinem Ehrgefühl, seiner Selbstachtung und seiner sittlichen Kraft gestärkt wird, um möglichst dauernd in der Arbeit zu bleiben und wieder ein nützliches Glied der menschlichen Gesellschaft zu werden; 3) Der Leiter der Arbeiterkolonie muß mit seinen Vertrauensmännern in steter Verbindung bleiben. Umgekehrt müssen die Vertrauensmänner Arbeitsstellen dem Leiter melden; 4) die Vertrauensmänner übernehmen die Gewähr für die Güte der Arbeitsstelle und kümmern sich persönlich um den Vermittelten; 5) darüber hinaus bleibt die Arbeiterkolonie durch Briefwechsel, Zusendung von Blättern und Schriften und dgl. mit den untergebrachten Wanderern in dauernder Verbindung. Neben dieser caritativen Arbeitsvermittlungstätigkeit der einzelnen Arbeiterkolonie erscheint es mir nun von Wichtigkeit, wenn dieselbe mit anderen, ebenfalls fürsorgerische Vermittlungsarbeit treibenden Wohlfahrtseinrichtungen in eine organische Verbindung tritt. Es gilt, die caritativen Arbeitsnachweise zu organisieren, damit sie als eine Organisation zugleich auch mit der Wahrnehmung ihrer Interessen eine einigermaßen einwandfreie Statistik der caritativen Gesamtarbeitsvermittlung aufstellen kann. Als die gesetzliche Regelung des Arbeitsnachweiswesens sich zu entwickeln begann, habe ich diesen Gedanken der Organisation der caritativen Arbeitsvermittlung mit Erfolg vertreten. Ich habe damals nicht nur bei uns in Hannover veranlaßt, daß sich die caritativen Arbeitsnachweise der Herbergen! zur Heimat, Wanderarbeitsstätten und Arbeiterkolonien mit anderen caritativen Arbeitsnachweisen von Einrichtungen und Vereinen der Inneren Mission zu einem caritativen Landesarbeitsdienst zusammenschlössen, sondern ich habe auch angeregt, solche Organisationen überall zu schaffen und sie in einem Reichsarbeitsdienst beim Zentralausschuß für Innere Mission zusammen zu fassen.. Diese evangelisch-caritative Arbeitsnachweisorganisation hat sich mit den Jahren immer fester ausgebaut. Die einzelnen caritativen Arbeitsnachweise melden nun die Zahl ihrer Vermittlungen ihrem Landesarbeitsdienst und der caritative Landesarbeitsdienst stellt die Zahlen statistisch zusammen und leitet sie weiter an das Landesarbeit samt. Eine ähnliche Organisation innerhalb der jüdischen Wohlfahrtspflegee zu schaffen, falls sie nicht schon vorhanden sein sollte, der alsdann ein event. bei der jüdischen Arbeiterkolonie einzurichtender caritativer Arbeitsnachweis angeschlossen würde, dürfte wohl zu empfehlen sein.*) Es dürfte der Erwä- *) Dieser Arbeitsnachweisverband besteht für die jüdischen Arbeitsnachweise in der Vereinigten Zentrale für jüdische Arbeitsnachweise in 50