Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Journal
- Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Volume
- 2 (1928-1929)
- Issue
- 11 (Mai 1929)
- Date
- 1929-05-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Meldungen: 1941; Frequenz: 13.207. Vermittlungen insges.: 682, davon sabbathfrei: 40 (Vertreter nicht inbegriffen). Vermittlungen, nach Berufsgruppen eingeteilt: Kontor: 127; Verkauf: 415; Vertreter, Reisende: 123, Lager: 14; Dekorateure: 3. Im Gegensatz zum kaufmännischen Personal war der Arbeitsmarkt für Facharbeiter wenigstens immer saisonbedingt günstig. Der Arbeitsnachweis wurde von Handwerkern aller Art in Anspruch genommen. Die weitaus größte Zahl der Arbeitsuchenden stammt aus der Bekleidungsindustrie. Dann folgen die Metallarbeiter, Transportarbeiter, Arbeitskräfte für das Nahrungs- und Genußmittelgewerbe und sonstige Facharbeiter. Alle Arbeitskräfte der Bekleidungsindustrie wie Schneider, Schuhmacher und Schäftemacher waren in der Saison stark begehrt, so daß häufig die Nachfrage nicht voll befriedigt werden konnte. Ueber die Vermittlungsmöglichkeiten der Facharbeiter gibt folgende Vermittlungsstatistik einen genauen Ueberblick: Meldungen: 1498; Frequenz: 8254; Vermittl. insges.: 641, davon sabbathfrei 93. Gärtner 49; Metallarb. 67; Buchbinder 15; Tischler-Polsterer 67; Schlächter 41; Bäcker 28; Schneider 212; Schuhmacher 51; Friseure 5; Krankenpfleger 4; Bauarbeiter 25; Glaser 14; Maler 16; Buchdrucker 11; Kellner 6; Chauffeure-Kutscher 29. Ungelernte Arbeiter, insbesondere junge Kräfte, waren verhältnismäßig gut angefordert und konnten Stellen als Boten, Hausdiener und dergleichen annehmen, während die älteren Leute nur Gelegenheitsarbeit von mehr oder weniger kurzer Dauer bekamen. Infolgedessen wurden die durch die jüdische Gemeinde in der Peah zu besetzenden Stellen für Notstandsarbeiten sowie die Erdarbeiten auf dem Friedhof in Weißensee fast ausschließlich an ältere Arbeiter vergeben. Auffallend gering ist die Nachfrage nach Fabrikarbeitern; es scheint im allgemeinen wenig Neigung zu bestehen, jüdische Arbeiter für mechanische Arbeiten heranzuziehen. Die Statistik für ungelernte Arbeiter zeigt folgendes Bild: Meldungen: 1603; Frequenz; 14.472; Vermittlung: 1230; sabbathfrei 157, davon ca. 50% kurzfristig. Die Andrangsziffern der freienBerufe sind im Verhältnis zu den getätigten Vermittlungen ungünstig. Trotz {großen Bemühungen gelang es schwer, Arbeiten für Werkstudenten heranzuziehen. Sie mußten daher vielfach mit kaufmännischen oder ungelernten Aushilfsarbeiten vorlieb nehmen. Die Vermittlung von Akademikern gelang in vereinzelten Fällen: Meldungen: 230; Frequenz: 775; Vermittlung: 75. Wesentlich günstiger war der gesamte Stellenmarkt für weibliche Arbeitskräfte. In der Abteilung für weibliches Personal weist die kaufmännische Abteilung die weitaus stärkste Frequenz auf. Ueber die Hälfte der im Arbeits- 225