Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Journal
- Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Volume
- 2 (1928-1929)
- Issue
- 11 (Mai 1929)
- Date
- 1929-05-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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nachweis eingetragenen Arbeitsuchenden sind kaufmännische und Büroangestellte. Die stärksten Bedarfsmeldungen gingen für Stenotypistinnen ein, so daß dementsprechend auch die besten Vermittlungsresultate für diese Kräfte erzielt wurden. Zeitweise, besonders in den Sommermonaten, machte sich ein ausgesprochener Mangel an Stenotypistinnen bemerkbar. Dies hatte zur Folge, daß selbst ältere Kräfte immer wieder in Stellungen gebracht werden konnten. Weit ungünstiger war der Arbeitsmarkt für Buchhalterinnen. Ohne stenotypistische Fähigkeiten konnten diese nur selten Stellung finden. Aeltere Kräfte fanden sehr schwer Arbeit, so daß sie häufig in andere Berufe — gewerblicher oder häuslicher Tätigkeit — umgeleitet werden mußten. Für einfache Bürotätigkeit wurden nur junge Kräfte eingestellt. Die Meldungen älterer Kontoristinnen, die in den Jahren nach dem Kriege den Arbeitsmarkt überfluteten, sind erheblich zurückgegangen. Diese Bewerberinnen haben sich häufig durch Weiterbildung im Beruf qualifiziert oder sind zu anderen Tätigkeiten übergegangen, so daß gegenwärtig das Problem dieser Arbeitskräfte nicht mehr so in den Vordergrund tritt. — Verkaufspersonal ist in der weiblichen Abteilung des Arbeitsnachweises nur in verhältnismäßig geringer Zahl gemeldet. An tüchtigen Verkäuferinnen besteht immer ein Mangel, wenig qualifizierte Kräfte sind schwer zu vermitteln. Sehr ungünstig ist der Arbeitsmarkt für Lageristinnen und Expedientinnen der Engros-Branchen, für Kassiererinnen und Telephonistinnen. — Anfängerinnen konnten bei guter Vorbildung stets schnell eine passende Tätigkeit finden. Meldungen: 2535; Frequenz: 11.179; Vermittlungen: 1687, davon sabbathfrei: 191. Die Vermittlungen nach Berufsgruppen eingeteilt: Stenotypistinnen 858; Buchhalterinnen 131; Kontoristinnen 213; Anfängerinnen 232; Verkäuferinnen 218; Kassiererinnen 32; Telephonistinnen 3. In der gewerblichen Abteilung sind im wesentlichen Arbeiterinnen der Bekleidungsindustrie eingetragen. Diese können in der Saison immer gut vermittelt werden. Es hat sich daher als zweckmäßig herausgestellt, ungelernte Arbeiterinnen für die Näherei anzulernen. Die von der jüdischen Gemeinde eingerichtete Nähstube leistet hierbei gute Dienste und bietet gleichzeitig schnelle Verdienstmöglichkeit für ältere Frauen, die plötzlich durch schwierige Verhältnisse gezwungen sind, für die Ernährung der ganzen Familie Sorge zu tragen. Auf dem Friedhof in Weißensee werden im Sommer 60 Arbeiterinnen für leichte Gartenarbeiten eingestellt. Auch hier werden fast ausschließlich ältere Frauen beschäftigt. Die Statistik zeigt nachstehendes Ergebnis: Meldungen: 584; Frequenz: 2925; Vermittlungen: 405, davon sabbathfrei: 134. Schneiderinnen 157; Wäscherinnen 42; Facharbeiter aller Art 13; ungelernte Arbeiterinnen 193. 226