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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1929-04-01 · 10 (April 1929) · page 25

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
2 (1928-1929)
Issue
10 (April 1929)
Date
1929-04-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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insbesondere kleineren und mittleren Existenzen, diejenige finanzielle Förderung ihrer Arbeit zuteil werden zu lassen, die ihnen von den großen Banken versagt ist. Trotz bescheidener technischer Mittel und mit nur kleinem Personal betrug der Umsatz auf einer Seite des Hauptbuches RM. 34.425.725,88; die Bilanzsumme ergab RM. 267.232,26. 175 Mitglieder erhielten Kredite von RM. 100.— bis RM. 30.000.— im Einzelfalle. Die Summe der diskontierten Wechsel beträgt am Jahresultimo RM. 626.477,06. Am Eröffnungstage, 26. März 1928, betrugen die eingezahlten Geschäftsguthaben RM. 42.250.— und stiegen bis auf RM. 122.997,57 am Jahresultimo. Rechnet man hinzu die Haftsummen, RM. 108.000.—, und die ordentliche Reserve, RM. 855.—, so ergibt sich ein haftendes Kapital von RM. 231.852,57. Der Reingewinn des Jahres stellt sich auf RM. 4.942,22. Trotz ermäßigten Reichsbankdiskonts wurde der Guthabenizinsfuß von 5% beibehalten. Die Geschäfte lassen sich auch im neuen Jahre gut an. Die eingezahlten Geschäftsguthiaben haben zur Zeit den Betrag von RM. 140.000.— beireits überschritten. Der Zugang von Mitgliedern im Laufe des Jahres betrag 281 (mit 775 Anteilen), der Abgang 5 (mit 9 Anteilen). Mithin zählte man am 31. Dezember 1928 276 Mitglieder mit 766 Anteilen. Dem Aufsichtsrat gehören an: als Vorsitzender Direktor Georg Kaireski (Präsident der Jüd. Gemeinde Berlin), als stellvertretender Vorsitzender Dir. J. Altschul. Der Vorstand setzt sich aus den Herren Eugen Kaplun, Lazar Weitmann und Edmund Herrmann zusammen. Die Lebenshaltung der Angestellten Untersuchungen über die Lebenshaltung haben eine doppelte Bedeutung. Sie können dazu dienen, die Gestaltung des Güterverbrauchs allgemein näher kennen zu lernen, um von dieser, der Konsumseite aus, die Grundlagen für eine planmäßige Organisation der Produktion nach Art und Umfang zu ermöglichen. Sie haben darüber hinaus die sehr notwendige und unerläßliche Aufgabe, Unterlagen für die Lohnverhandlungen zu liefern, eine Funktion, die umso wichtiger deshalb erscheint, weil die Praxis der Lohnregelung, nicht zuletzt auf Grund der vom Reich aufgestellten, theoretisch errechneten Lebenshaltungsindices, vor allem aber unter dem Druck deor Gewerkschaften, auf diese tatsächlichen Lebensunterhaltskosten Rücksicht nehmen muß. Es ist aus diesen Gründen sehr begrüßenswert, daß das Reichsstatistisehe Amt im April 1927 mit der Erhebung der Lebenshaltungskosten der verschiedenen Bevölkerungsschichten begonnen hat. Insbesondere hat sich die Angestelltenschaft, die man bislang bei dergleichen Erhebungen häufig vernachlässigt hat, für solche Untersuchungen interessiert. Sie hat die Ergebnisse der Reichsstatistik nicht abigewartet, sondern von sich aus eigene Erhebungen über die Lebenshaltung der Angestellten veranstaltet. Es liegen zwei größere Veröffentlichungen vor. Der deutsche Handlungsgehilfenvenband (D. H. V.) hat an 400 seiner Mitglieder Haushaltungsbücher verteilt, von denen 290 für eine statistische Auswertung brauchbar waren. Deren Resultate wurden bereits 1927 veröffentlicht. (Der Haushalt des Kaufmannsgehilfen, 1927 D. H. V.) Ferner hat der Alllgemeine Freie Angestelltenbund (Afabund) eine Erhebung unter 120 seiner Mitglieder durchgeführt. Von dieser sind 43 als „meist ordnungsmäßig" geführte Haushaltungsbücher aufgearbeitet worden. (Dr. Otto S u h r, Die Lebenshaltung der Angestellten, Freier Volksverlag, G. m. b. H., Berlin, 1928.) Beide Untersuchungen bringen interessantes, auch detailliertes Material. Ihre Lektüre, die wir in Anbetracht der beigrüßenswert sachlichen Ausarbeitung durchaus empfehlen möchten, ist jedoch mit Vorsicht vorzunehmen. Zunächst sind beide Erhebungen, wie oben bereits erwähnt, nur in kleinstem Umfang (290 bezw. 43 Familien, dazu nach Ort, Beruf etc. durchaus verschieden) durchgeführt. Außerdem tritt wie bei allen mit Haushaltungsbüchern arbeitenden Erhebungen der Umstand erschwerend hinzu, daß Haushaltungsbücher nur unter einer Reihe von Voraussetzungen eine wirklich ordnungsmäßige und zuverlässige Handhabe bieten können. Daß ihre regelmäßige Führung meist nur in „gehobenen11 Haushaltungen möglich ist, hat, zum großen Nachteil beider Erhebungen, sich auch hier gezeigt. Stellt doch selbst die Schrift des Afabundes fest, daß schlechtbezahlte Angestellte sich nur selten zur Führung 209

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