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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1929-04-01 · 10 (April 1929) · page 5

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
2 (1928-1929)
Issue
10 (April 1929)
Date
1929-04-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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IRI
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^Direktor Katzenstein, vorgeschlagene Aenderung der Statistik wn& Geschäftsgebarung der Gesamtorganisation kurz erörtert. Die Hauptstelle wird ersucht, Vorschläge über ein einheitliches statistisches System an alle Stellen im Reiche gelangen zu lassen. Die erste Aussprache aller Beamten und ehrenamtlicher Mitarbeiter der Hauptstelle hat eine Fülle von Problemen zur Diskussion gestellt und eine ganze Anzahl sachlicher und technischer Fragen der Erledigung näher gebracht, so daß die erste Beamtentagung der Hauptstelle mit Befriedigung von dem Vorsitzenden des Berliner Wohlfahrtsamtes, Herrn Eugen Caspary, geschlossen werden konnte. DIE WIRTSCHAFTLICHE UND SOZIALE BEDEUTUNG DER ARBEITSFÜRSORGE VON SIDDY WRONSKY, BERLIN Wenn man die Bedeutung der Arbeitsfürsorge für die Wirtschaft und Wohlfahrt untersuchen will, so ist es notwendig, sich zunächst über den Begriff der Arbeit überhaupt klar zu sein. Die Arbeit als solche ist nichts absolutes, sondern gewinnt ihre Bedeutung erst im Rahmen der Gesellschaft. Im Laufe der Geschichte hat sich dieser Begriff vielfach gewandelt. Die Arbeit erscheint bisweilen als Mittel des Zwangs, als Mittel der Moral, der Wertung, als Schichtungsmittel, das Klassen und Schichten scheidet, und letzten Endes als ein Machtmittel, das dazu ausgeübt wurde, die Macht einzelner Gruppen und Klassen zu entwickeln. Bestimmende Faktoren für die Gestaltung der Arbeit sind einmal die Wirtschaft in all ihren Schwankungen, dann aber auch andere Mächte, seien es politische, kapitalistische oder andere, schließlich der Geist, der neue Zustände, neue Arbeitsformen, neue Arbeitsmöglichkeiten schafft. Die Gestaltung, unter der sich die Arbeit im Laufe der Zeiten vollzogen hat, geschah einmal in Betrieben und Arbeitsgemeinschaften, in denen der Einzelne ohne Selbstverantwortung tätig war, ferner in freien Betrieben, wo er selbständig arbeitete, und endlich in der Vermittlung der geschaffenen Produkte. Unter den Juden ist, wie bekannt, infolge ihres besonderen Schicksals ein großer Teil in freien Betrieben und in der Vermittlungstätigkeit beschäftigt. Eine Arbeitsfürsorge erschien notwendig in dem Augenblick, als sich ein Arbeitsmangel einstellte, wie er durch Wirtschaftskrisen allgemeiner oder besonderer, technischer oder kapitalistischer Art hervorgerufen wurde. Aber neben diesen Wirtschaftskrisen ist der Arbeitsmangel dann auch verursacht worden durch persönliche Hemmungen im Dasein des Einzelnen. Besonders in unserer Zeit ist die Zahl derer, die durch Hemmungen, die in ihrer Person liegen, arbeitslos sind, viel größer und bedeutsamer, als man allgemein annimmt. Es ist kürzlich errechnet worden, daß in Deutschland augenblicklich die Zahl der Erwerbsgehemmten weitaus größer ist als die Zahl der Wirtschafts-Erwerbslosen. Rechnet man doch allein mit etwa 700.000 189

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