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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1929-03-01 · 9 (März 1929) · page 23

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
2 (1928-1929)
Issue
9 (März 1929)
Date
1929-03-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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samtarbeit. Naturgemäß war mit der Erweiterung der Bewerberschaft eine Differenzierung der Berufswünsche verbunden, es ergab sich daher die Aufgabe, neue Ausbildungsmöglichkeiten ausfindig zu machen, eine Arbeit, die durch den Lehrlingsmangel bedeutend erleichtert wurde. Es ist verständlich, daß durch die Erweiterung des Kreises der Jugendlichen die ganze Beratungsarbeit auf eine etwas breitere Basis gestellt werden mußte. Gegenstand der Beratung konnten, dem Wunsche der jungen Menschen nachgehend, nicht mehr reine Berufsfragen sein, sondern die Beratung und Auskunftserteilung mußte sich auch auf die angrenzenden Gebiete des Jugendlebens erstrecken, wie Jugendbewegung, Koalition, allgemeine Fortbildung usw. Durch diese Entwicklung wurden wir veranlaßt, in größerem Umfange als bisher Material sowohl über die einzelnen Berufe als auch über die allgemeinen Fragen des Berufslebens Jugendlicher zu sammeln und zu verarbeiten. Dies führte zu einer erheblichen Vergrößerung des bereits bestehenden Archivs der Berufsberatung. Ferner zwang die Vergrößerung uns zu einer intensiveren Zusammenarbeit mit jenen Stellen, die uns bisher in unserer Arbeit unterstützten. Die Zusammenarbeit mit den städtischen Beratungsstellen, sowie mit den Berufsorganisationen gestaltete sich auch in diesem Jahr reibungslos. Wir haben wie in den Vorjahren von dem Recht, die Eignungsprüfstelle und die gewerbeärztliche Sprechstunde des Landesarbeitsamtes in Anspruch zu nehmen, mit gutem Erfolge Gebrauch gemacht. Eine grundlegende Aenderung ist in der Arbeit mit den Schulen geplant und in gewissem Umfange bereits begonnen worden. Während sich diese gemeinsame Tätigkeit bisher auf das zweimalige Stattfinden eines Schulvortrages bezw. einer Klassenberatungsstunde und einigen Besuchen beim Schulleiter beschränkte, ist jetzt ein entscheidender Ausbau begonnen. Um der Berufsberatung die Möglichkeit zu geben, sich ein genaueres Bild über die Schüler zu schaffen, das sowohl dem Kinde als auch der Beratungsstelle die Arbeit erleichtert und Fehlentscheidungen auf ein Mindestmaß herabsetzt, wird ein Teil der Aufsätze der letzten Schuljahre der Berufsberatungsstelle zugänglich gemacht werden. Zwischen der Lehrerschaft und der Beratungsstelle wird ein stärkerer Kontakt hergestellt werden, durch den Erfahrungen und Beobachtungen der Schule der Berufsberatung nutzbar gemacht werden. Durch die verstärkte Zusammenarbeit kann wesentliche 175

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